eHealth – Digitalisierung des Gesundheitswesens

Digitale Vorreiter

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Datum 19.11.2021
Lesezeit 7 Min.

eHealth – Digitalisierung des Gesundheitswesens

Electronic Health (eHealth) bezeichnet den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen. Darunter fallen sämtliche Hilfsmittel, Anwendungen und Dienstleistungen, bei denen Informationstechnik verwendet wird. Nicht nur Patient:innen und Arztpraxen, auch die Verwaltung und die Kostenträger sind davon betroffen. Das deutsche Gesundheitswesen wird in diesem Zusammenhang in den kommenden Jahren weitreichenden Veränderungen unterworfen sein.

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen schreitet seit Jahren kontinuierlich voran. Dabei bietet sich ein enormes Potenzial zur Einsparung von Zeit und Geld. Doch welche Voraussetzungen müssen überhaupt erfüllt sein, um die von allen Akteuren des Gesundheitssektors gewünschten Veränderungen umzusetzen?

Wie können aktuelle Technik-Trends wie das Internet of Things (IoT), Künstliche Intelligenz oder Robotik dazu beitragen? Welche Vorteile bietet die digitale Umstellung des Gesundheitswesens für Patient:innen, Ärzt:innen und die Gesundheitsverwaltung insgesamt? Wir beantworten diese und weitere Fragen und zeigen darüber hinaus am Beispiel der Praxis des Kieferorthopäden Dr. Hagar, welche Rolle eHealth und Smart Health konkret im Praxisalltag spielen können.

 

Was sind eHealth, Digital Health und Smart Health?

Smart Health, Digital Health oder auch eHealth steht für die Digitalisierung im Gesundheitswesen und revolutioniert viele Bereiche. Von der Vorsorge über Diagnose und Untersuchungen bis hin zur Pflege und Betreuung. Darunter fallen die elektronische Abwicklung sämtlicher Prozesse der medizinischen Versorgung sowie der Verwaltung im Gesundheitswesen. Geprägt wurde der Begriff eHealth in den späten 1990er-Jahren und hat sich seitdem neben ähnlichen Bezeichnungen anderer Branchen wie eCommerce, eBusiness oder eSolutions etabliert.

Neben der Bezeichnung eHealth existieren weitere verwandte Begriffe, die diesen Bereich ebenfalls umschreiben oder Teilbereiche definieren. Während Digital Health allgemein auf die Digitalisierung des gesamten Gesundheitssektors abzielt, bezeichnet mHealth (Mobile Health) beispielsweise den Einsatz mobiler Technologien und Geräte. Darunter fallen vor allem Fitness- und Gesundheitsangebote im Consumer-Bereich. Deren Bedarf und Anwendungsmöglichkeiten werden durch Consumer Health Informatics (CHI) untersucht.

Beim Einsatz der verschiedenen Formen von eHealth werden fünf Ebenen unterschieden:

  1. Consumer: Geräte und Online-Angebote für Patient:innen wie Informationsportale, Mess- und Überwachungs-Apps sowie Fitness-Tools
  2. Professionals: Digitale Angebote (Healthtech) für Ärzte, Kliniken und Krankenversicherungen
  3. Makro-Ebene: Vernetzung von digitalen Angeboten innerhalb des Gesundheitssektors; Etablierung von Netzinfrastruktur, Schutz von Patient:innen-Daten, Informationsaustausch zwischen Patient:innen, Ärzt:innen, Kliniken und Krankenkassen (Beispiel: Elektronische Gesundheitskarte (eGK))
  4. Künstliche Ebene: Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bei der Diagnose
  5. Programmierbare Ebene: Neuschreibung und Installation von Genen zur Behebung von Fehlern im menschlichen Erbgut

 




Quelle: YouTube / Onsemi

 

Was ist der Unterschied zwischen eHealth/Smart Health und Telemedizin?

Die Telemedizin bezeichnet lediglich einen der eHealth zugeordneten Teilbereich. Darunter versteht man die konkrete medizinische Dienstleistung mittels Informations- und Kommunikationstechnologien. Diese ist in Deutschland seit 2018 gesetzlich erlaubt und dabei wird zwischen zwei Bereichen unterschieden:

  1. Doktor zu Doktor (Doc2Doc): Dies beschreibt den Austausch zwischen zwei oder mehr professionellen Mediziner:innen.
  2. Doktor zu Patient (Doc2Patient): Darunter fällt die Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Patient:innen. Ein Beispiel dafür ist das Telemonitoring von Gesundheitsdaten durch mobile Sensoren (mHealth).

 

Grundlage für Digital-Health-Lösungen: IoT, KI und Robotik

Smart Health benötigt smarte Technologien als zukunftsweisende technologische Grundlage. Diese umfasst sowohl die konkrete Ausstattung von Arztpraxen als auch die Infrastruktur, auf deren Grundlage der gesamte Gesundheitssektor mit seinen Akteuren arbeitet. Eine wichtige Rolle spielen dabei Technologien und Themenkomplexe, die auch in anderen Branchen als maßgebliche Treiber zur Steigerung von Effizienz und Kostenreduktion angesehen werden.

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Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) kommt im Gesundheitswesen vor allem bei der Diagnose zum Einsatz. Bereits heute werden dabei neuronale Netzwerke eingesetzt. Ärzt:innen und Krankenhäuser profitieren von deren gesammelten und analytisch aufbereiteten Gesundheitsdaten, um korrekte Behandlungsmethoden zu finden. Beispielsweise können künstliche Intelligenzen in der Krebsdiagnose tumoröses Gewebe identifizieren und analysieren. Durch darauf aufbauende Verlaufsstudien kann frühzeitig der Bildung von Metastasen vorgebeugt werden.

Auch die Robotik hat Einzug in Kliniken gehalten: Operationsroboter mit mikrochirurgischen Instrumenten sind in der Lage, durch winzige Öffnungen hindurch zu operieren. Diese minimalinvasiven Operationen sind hochgradig präzise und reduzieren zudem das Infektionsrisiko durch die Vermeidung direkten menschlichen Kontakts mit offenen Stellen.

Big Data

Big Data bezieht sich im Gesundheitswesen im Wesentlichen auf die Erfassung und den Austausch von Patient:innendaten. In Deutschland finden sich auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) der Krankenversicherungen die Rahmendaten der Patient:innen. Eine weitergehende Vernetzung dieser und vor allem weiterer spezifischer Informationen scheitert hierzulande jedoch aktuell vor allem an datenschutzrechtlichen Bestimmungen.

Die Verarbeitung der Gesamtheit aller Gesundheitsdaten im Rahmen einer elektronischen Patientenakte (Personal Health Record), der Austausch von Informationen via Health Information Exchange (HIE) oder die Anwendungsmöglichkeiten der Telemedizin (Telehealth) sind in anderen Ländern, wie z.B. in Kanada,  dagegen deutlich weiter fortgeschritten.

5G

Die künftigen Anforderungen im Gesundheitswesen erfordern eine leistungsfähigere Infrastruktur als bisher. Durch die zunehmende Vernetzung und die Einbindung verschiedener digitaler Geräte steigen die permanent anfallenden Datenmengen. Der neue Mobilfunkstandard 5G bewältigt diese Mengen besser und wird vor allem den Geräten und Apps der Mobile Health als Basis dienen. Gleichzeitig bestehen durch die Errichtung von Campus-Netzen auf dem Gelände von Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen bessere Möglichkeiten für die Kommunikation von Geräten des Internet of Things (IoT) oder das Monitoring von Patient:innen.

Vodafone Campus-Netze: 5G und IoT im Zusammenspiel

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Internet of Things (IoT)

Das Internet of Things beschreibt die Vernetzung aller möglichen Geräte, Prozesse und Infrastrukturen miteinander. In Arztpraxen und Kliniken umfasst dies beispielsweise die Verbindung von Patientendaten, die in der Verwaltung erfasst werden und die dann direkt in die Anamnese und Diagnose eingehen können. Erweitert werden diese Vorgänge durch den Austausch zwischen spezialisierter Healthtech in Praxen und Laboren, die Weiterleitung und Interpretation auf Mobile Devices von Ärzt:innen oder Pflegepersonal sowie die elektronische Übermittlung an die Kostenträger.

 

Welche Formen von eHealth/Smart Health gibt es?

Durch die verschiedenen Formen der eHealth ergeben sich für alle Akteure des Gesundheitswesens (Patient:innen, Leistungserbringer:innen, Forschung, Industrie, Kostenträger) neue Möglichkeiten. Doch in welchem Formen kommt eHealth überhaupt zum Tragen? Nach dem „Praxisbuch E-Health: Von der Idee zur Umsetzung” von Roland Trill werden dabei vier Formen unterschieden:

  1. Inhalt: Patient:innen besitzen heute deutlich bessere Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung in Bezug auf Gesundheitsthemen als in früheren Jahren. eHealth stärkt dabei die Selbstbestimmung und Verantwortung von Patient:innen, sich durch Online-Informationsangebote und -portale rund um Fragestellungen des Gesundheitswesens zu informieren.
  2. Geschäft: Dies umfasst geschäftliche Angebote des Gesundheitswesens, die sich sowohl an Patient:innen als auch an Leistungserbringer:innen richten können. Darunter fallen beispielsweise Online-Apotheken, Devices für den Consumer-Markt oder Medizintechnik.
  3. Vernetzung: Eine der Kerneigenschaften der eHealth: Die Kommunikation und Interaktion sowie der Informationsaustausch zwischen einzelnen oder allen Beteiligten des Gesundheitswesens. Gleichzeitig ist damit auch die Vernetzung von IT-Systemen mit Geräten der Medizintechnik gemeint.
  4. Anwendung: Zwei Teilbereiche berühren dabei ebenfalls alle Akteure des Gesundheitswesens: Einerseits betrifft dies das Angebot von haptischen oder virtuellen Produkten und Dienstleistungen durch Unternehmen, andererseits auch deren konkrete Anwendung innerhalb der Medizin oder Telemedizin.

 

Die Vorteile von eHealth/Smart Health

Durch die Umsetzung von eHealth in allen Bereichen des Gesundheitssektors ergeben sich vor allem Vorteile für diejenigen, die aufgrund von schlechter Infrastruktur oder eingeschränkter Mobilität unter einem begrenzten Zugang zu Angeboten zu leiden haben. Besonders wirkt sich dieser Umstand in ländlichen Gebieten aus, in denen eine geringe Dichte an spezialisierten medizinischen Dienstleistungen vorzufinden ist. Das Aufsuchen von Fachärzten oder Kliniken ist hier oft mit hohen Hürden verbunden, die sowohl für Patient:innen, als auch für die Kostenträger zusätzlichen Aufwand und Kosten bedeutet.

eHealth kann hier im Rahmen der Telemedizin einfache Abhilfe schaffen: Die digitale Vernetzung zwischen Patient:innen und passenden Ärzt:innen sorgt für Anamnese und Diagnostik ohne Zeitverzug. Gespräche und Therapieanweisungen können über räumliche Distanz erfolgen. Unabhängig von der konkreten Diagnostik am Menschen sind Patient:innen in strukturschwachen Regionen somit deutlich besser an das Gesundheitssystem angebunden. Gleichermaßen werden Aufwand und Kosten durch die effektive Anwendung der Telemedizin für alle Akteure reduziert..

Apps und Wearables aus dem Mobile Health-Segment tragen zum smarten Tracking und Monitoring bei. Führende Hersteller wie Philips oder GE arbeiten bereits an leistungsfähigen Überwachungssystemen für Patient:innen. Diese dokumentieren deren Gesundheitswerte und Verhalten und können Ärzt:innen Daten an die Hand geben, um zielsichere Diagnosen und Vorhersagen zu treffen. Die erhobenen Daten können im Personal Health Record (elektronische Patient:innenenakte) gespeichert und im Rahmen von Big Data weiterverarbeitet werden. Von einer derartigen Umsetzung der Digital Health profitieren beispielsweise chronisch Kranke, Diabetiker:innen oder Patient:innen mit Herzleiden.

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Die Vorteile von Smart Health

Die Vorteile von Smart Health

eHealth und Smart Health sind nicht einfach moderne Schlagworte aus der Gesundheitsbranche. Es geht vielmehr um eine ganze Reihe von Vorteilen für alle Beteiligten durch die intelligente Verknüpfung digitaler Daten mit Sensorik und Cloud zum Wohle von Patient:innen.

Weitere Infos zu Smart Health, den Einsatzbereichen und wie Sie davon profitieren können, finden Sie hier.
  • Mehr Lebensqualität durch bessere Versorgung
  • Effizentere Betreuung auch bei räumlicher Entfernung
  • Höhere Behandlungsqualität und Einsparpotenziale
Die Vorteile von Smart Health

 

Welche Anwendungen gibt es zu eHealth/Smart Health?

Digitale Patient:innenakte

Die Überführung von Gesundheitsdaten in die digitale Patient:innenakte (Personal Health Record) ist einer der wichtigsten Bereiche des digitalen Gesundheitswesens. Sie stellt die Voraussetzung für nahezu sämtliche Vernetzungsprozesse der eHealth dar und damit dafür, wie Gesundheitsdaten erfasst, kommuniziert und abgerufen werden können. Abläufe zwischen sämtlichen Akteuren werden damit effizienter und kostengünstiger gestaltet – gleichzeitig sinkt der Ressourcenverbrauch durch den Verzicht auf Papier.

eHealth für die Pharma- und Medizinindustrie

Digital Health bedeutet für Unternehmen ein enormes Wachstumsfeld. Zum einen können sie selbst smarte Lösungen für die Optimierung ihrer Geschäftsprozesse zum Einsatz bringen, zum anderen ergeben sich aus dem Ausbau der eHealth Möglichkeiten, Produkte und Dienstleistungen auf einem stetig expandierenden Markt anzubieten. Sämtliche weiteren Akteure des Gesundheitswesens entwickeln einen wachsenden Bedarf an digitalen Angeboten und konkret anwendbarer Healthtech. Für diese kann die Industrie ein komplettes digitales Ökosystem bereitstellen, das diesen Prozess aufnimmt und vorantreibt.

eHealth in Krankenhäusern, Praxen und bei Ärzt:innen

Für die Grundversorger:innen innerhalb des Gesundheitssektors ergeben sich mit die größten Vorteile der Digitalisierung. Kliniken, Praxen und Ärzt:innen leiden häufig unter Personalmangel und Überlastung – durch eHealth können viele der daraus resultierenden Probleme aber zumindest gemindert werden. Dies reicht von der digitalen Handhabung von Terminen und Belegzeiten über das komplette Prozess- und Ressourcenmanagement rund um die Versorgung bis hin zu konkreten Möglichkeiten der Online-Behandlung. Voraussetzung für die Umsetzung sind allerdings eine entsprechende Infrastruktur auf Basis von 5G und des Internet der Dinge (IoT) sowie die Aus- und Weiterbildung von Ärzt:innen und Pflegepersonal.

eHealth im (Kranken-)Versicherungswesen

Für Krankenversicherungen stellt das Voranschreiten von eHealth ein enormes Zukunftspotenzial dar. Durch die Digitalisierung von Behandlungs- und Verwaltungsprozessen können Entscheidungen hinsichtlich des Leistungsumfangs schneller und zielgerichteter getroffen werden. Gleichzeitig sinken durch Digital Health die akuten Kosten und Folgeaufwendungen für die einzelnen Versicherten. Dadurch entsteht mehr Spielraum für maßgeschneiderte und kosteneffektive Vergütungsmodelle.

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Wie lauten die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eHealth/Smart Health?

Der Transformationsprozess hin zu eHealth/Smart Health benötigt eine stabile Rechtsgrundlage, an der sich alle Akteure des Gesundheitswesens orientieren können.

Das eHealth-Gesetz sorgt dafür, dass im Gesundheitswesen Sicherheit bei digitaler Vernetzung gewährleistet ist. Es soll die Grundvoraussetzungen dafür schaffen, die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung zu nutzen und weiter auszubauen. Darin enthalten sind Vorgaben und Fristen, an die sich die Akteure zu halten haben. Darunter fallen Anreize für die Nutzung der verschiedenen Formen der eHealth, die Errichtung einer sicheren IT-Infrastruktur zur Vernetzung der Akteure des Gesundheitswesens sowie die Förderung von Telemedizin.

Weitere Gesetze wie das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) oder das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung flankieren diese Maßnahmen. Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), das seit 2020 in Kraft ist, soll zudem den Digitalisierungsprozess weiter vorantreiben. Zu diesem Zweck beinhaltet es drei Schwerpunkte:

  1. Apps: Patient:innen können sich digitale Gesundheits-Apps auf Kassenkosten verschreiben lassen, wenn sie nach einer Prüfung der Sicherheit und den Qualitätskriterien genügen.
  2. Elektronische Akte: Patient:innen erhalten die Möglichkeit ihre Gesundheitsdaten in einer elektronischen Patient:innenakte speichern zu lassen. Sie besitzen einen Anspruch darauf, dass Ärzt:innen ihre Daten in die Akte eintragen.
  3. Telemedizin: Sogenannte Telemedizin, wie zum Beispiel Video-Sprechstunden, kann leichter genutzt werden und wird teils unabhängig vom Praxisbudget vergütet.

 

Die drei Ebenen von eHealth/Smart Health

Digital Health umfasst mit der Behandlung, der Administration sowie den Schnittstellenfunktionen drei Ebenen, auf denen sich die Akteure des Gesundheitswesens bewegen.

Therapie/Behandlung

Im Kern der Umsetzung von eHealth-Lösungen stehen die Patient:innen. Diese nehmen aufgrund ihrer gestiegenen Verantwortung und Eigeninitiative durch Mobile-Health-Devices und Online-Informationsangebote eine deutlich aktivere Rolle ein als früher und sollten deutlich gezielter in den Versorgungsprozess mit eingebunden werden. Sämtliche Schritte, die durch die Erstversorger:innern eingeleitet und durchgeführt werden, unterliegen somit einer größeren Transparenz. Sie sollen Gesundheit und Lebensqualität der Patient:innen nachvollziehbar verbessern.

eGA: Die elektronische Patientenakte

Das zentrale Element von Smart Health oder eHealth, also der vernetzten Gesundheitsversorgung, ist die elektronische Patientenakte (ePA). Darin werden Informationen wie Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte und Impfungen festgehalten. 

Die eGA soll für Ärzte und Zahnärzte Zeit sparen und effizientere Behandlungen ermöglichen. Die Patienteninformationen sollen dazu zentral abrufbar sein. Die Einwilligung der Patienten ist allerdings unerlässlich. Sie behalten die alleinige Verfügungsgewalt über ihre Daten. 

Voraussetzung ist die elektronische Gesundheitskarte. Diese fungiert schon seit 2015 als Nachweis, um Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu können. Bereits jetzt können auf Wunsch Notfalldaten auf der Karte hinterlegt werden.

Der Einsatz von Telemedizin, die Verschreibung von digitalen Therapieformen auf Grundlage des DVG in Kombination mit Smart Devices oder Wearables sowie das darauf aufbauende Tracking im Rahmen einer Selbstbehandlung (beispielsweise bei chronischen Krankheiten, genetischen Stoffwechselerkrankungen u.ä.) gehören dabei zum Leistungsumfang. Die elektronische Patientenakte dokumentiert diese Behandlungen und garantiert gleichzeitig deren Integration auf die Ebenen der Administration und Sekundärprozesse.

Administration (Sekundärprozesse)

In Anbetracht steigender gesetzlicher Anforderungen in Bezug auf die Datensicherheit und Dokumentation von Behandlungen und Leistungen wachsen auch die administrativen Aufgaben unabhängig vom reinen Versorgungsvorgang (die so genannten Sekundärprozesse). eHealth-Lösungen vereinfachen auch hier die Abläufe im Hinblick auf das Management von Praxen, Kliniken oder anderen Unternehmen. Auch die Abrechnung, das Automatisieren von Arbeitsschritten oder die Vernetzung zwischen den Akteuren ist davon betroffen. Angefangen bei der elektronischen Gesundheitsakte bis hin zur Ausstellung eines elektronischen Rezepts sowie der automatisierten Abrechnung mit dem Kostenträger können bei jedem einzelnen Versorgungsvorgang Abläufe digitalisiert und somit verkürzt werden.

Schnittstellenfunktionen (Integration der digitalen Patienten-Journey)

Eine der größten Herausforderungen im Bereich der eHealth besteht darin, sämtliche Akteure des Gesundheitswesens miteinander zu vernetzen. Die Schnittstellen dazwischen verlangsamen Prozesse und können für Informationsverlust oder unnötige Missverständnisse sorgen. 

Smarth Health hilft dabei, diese Schnittstellen zu erkennen, zu glätten und den Informationsfluss zwischen allen Akteuren ohne Verzögerungen zu gewährleisten. Das umfasst sowohl die ganzheitliche Abbildung von Versorgungsprozessen innerhalb einer zentralen Datenerfassung („End to End”-Lösung) als auch die Etablierung einer digitalen Kette zur Koordination der Akteure. Dies geschieht zum Beispiel durch die elektronische Patientenakte.

 

eHealth/Smart Health am Beispiel der Praxis Dr. Hagar

Ein Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung von eHealth/Smart Health ist die Praxis des Kieferchirurgen Dr. Ahmad Hagar in Freiburg. Dort wurden sämtliche Prozesse eines Versorgungsvorgangs digitalisiert. Dies beginnt mit der Online-Terminbuchung und dem Ausfüllen des Anamnesebogens im Internet. Auf diese Weise liegt dem Arzt die Krankengeschichte der Patient:innen bereits vor dem Termin vor, um sich gezielt darauf vorzubereiten. Auch die elektronische Patient:innenakte ist in Dr. Hagars Praxis schon Standard.

In der Behandlung geht der Kieferchirurg ebenfalls mit der Zeit: Anstatt der klassischen Gebissabdrücke, die viele Menschen als unangenehm empfinden, setzt er auf einen Intraoralscanner. Dieser erstellt eine dreidimensionales Abbild, das direkt an Zahntechniker oder Zahnspangenhersteller weitergeleitet werden kann. Die Anfertigung von Zahnspangen erfolgt somit deutlich schneller als auf dem althergebrachten Weg.

Trotz aller Digitalisierung steht in der Praxis der Mensch im Vordergrund: Durch die schnelleren Abläufe und eine Highspeed-Internetanbindung kann Dr. Hagar telemedizinisch tätig werden, zudem pflegt er die Kommunikation zu den Patient:innen über die Sozialen Medien. Gerade für Teenager, die einen Großteil seiner Patient:innen ausmachen und ohnehin sehr viel online sind, bedeutet dies schlichtweg Normalität hinsichtlich ihrer Lebensgewohnheiten.

Dennoch setzt eine voll digitalisierte Praxis die entsprechende Infrastruktur voraus: Glasfaserkabel mit hoher Bandbreite und die Integration von moderner Healthtech sind dabei obligatorisch

 

Fazit zu eHealth/Smart Health und Ausblick auf 2022

eHealth/Smart Health spielt eine immer größere Rolle in unserem Gesundheitssystem und wird in den kommenden Jahren eines der zentralen Themen in diesem Bereich bleiben. Viele Akteure haben bereits heute erfolgreich auf Digital Health umgestellt und gehen wie selbstverständlich damit um ein Beispiel dafür ist die Praxis Dr. Hagar in Freiburg. Andere befinden sich erst am Beginn einer Entwicklung, die durch die Verabschiedung des Digitale-Versorgung-Gesetzes angestoßen wurde. Dadurch wurden auch Akteure des Gesundheitswesens zur schrittweisen Digitalisierung verpflichtet, wo bislang eher konservative Strukturen vorherrschten. Die Steigerung der Effizienz in den Versorgungsvorgängen ist jedoch unabdingbar und wird gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie und der sich wandelnden Demographie immer dringender.

Nicht verschwiegen werden sollen allerdings die Probleme die mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens einhergehen: Themen wie die Gefahr von „gläsernen Patient:innen”, der Datenschutz innerhalb des Gesundheitssektors sowie die Einbeziehung älterer Patient:innen in die neuen Prozesse dürfen dabei nicht vernachlässigt werden.

In Deutschland herrscht unter anderem aufgrund datenschutzrechtlicher Bedenken gegenüber anderen Industrieländern Nachholbedarf. Die Einführung der elektronischen Patientenakte und elektronischer Rezepte, die Etablierung von Telemedizin, die Anwendung von Mobile-Health-Devices und -Apps sowie die konkrete Integration von Technologien des Internet of Things in Einrichtungen des Gesundheitswesen stehen gerade erst am Anfang. Trotz der zum Teil berechtigten Bedenken werden sie in den kommenden Jahren immer mehr die Normalität für Patient:innen und Versorger:innen darstellen.

Vodafone unterstützt die Akteure des Gesundheitswesens dabei mit einem breiten Produktportfolio. Dieses schafft die Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Umsetzung von Digital-Health-Systemen.

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Welche Lösungen im Rahmen von eHealth haben Sie bereits als Patient:in oder in Ihrer Praxis umgesetzt? Wo besteht Ihrer Meinung nach noch Verbesserungsbedarf? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

 

 


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