eHealth – Digitalisierung des Gesundheitswesens

Digitale Vorreiter

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Datum 11.02.2022
Lesezeit 7 Min.

eHealth – Digitalisierung des Gesundheitswesens

Electronic Health (eHealth) bezeichnet den Einsatz digitaler Technologien bei der Versorgung von Patient:innen. Darunter fallen alle Hilfsmittel, Anwendungen und Dienstleistungen, bei denen Informationstechnik verwendet wird. Für Patient:innen und Arztpraxen, Kliniken und die Verwaltung wird dadurch vieles smarter, schneller und effizienter. Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich mitten in der digitalen Revolution.

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur im Gesundheitswesen schreitet kontinuierlich voran. Gleichzeitig bietet er in den kommenden Jahren enormes Potenzial zur Steigerung des Patient:innenwohls sowie zur Einsparung von Zeit und Geld. Doch welche Voraussetzungen müssen überhaupt erfüllt sein, um die Verbesserungen umzusetzen, die sich alle Akteur:innen des Gesundheitssektors wünschen?

Wie können aktuelle Techniktrends wie das Internet of Things (IoT), 5G, künstliche Intelligenz und Robotik dazu beitragen? Welche Vorteile bietet die digitale Umstellung des Gesundheitswesens für Patient:innen, Ärzt:innen und die Gesundheitsverwaltung insgesamt? Wir beantworten diese und weitere Fragen und zeigen am Beispiel des Universitätsklinikums Düsseldorf, welche Rolle Digital Health und der Teilbereich eHealth aktuell und künftig im Alltag von Kliniken, Praxen und Patient:innen spielen können.

 

Was verbirgt sich hinter Digital Health, eHealth und mHealth?

Digital Health, eHealth und mHealth stehen für die Digitalisierung im Gesundheitswesen und revolutionieren viele Bereiche: von der Vorsorge über die Diagnose und Untersuchungen bis hin zur Pflege und Betreuung. Die drei Begriffe meinen jedoch nicht exakt dasselbe.

 

Ausklappbare Informationsgrafik

Digital Health beinhaltet die Digitalisierung sämtlicher Prozesse im Gesundheitswesen.

 

Die Begrifflichkeiten werden folgendermaßen voneinander abgegrenzt:

  • Digital Health: Bezeichnet allgemein die Digitalisierung von Prozessen und Anwendungen des gesamten Gesundheitssektors (und wird oft synonym als „Smart Health” bezeichnet). Die Gesundheitsbranche versteht darunter die Verbindung von Gesundheitsfürsorge und -versorgung, aber auch der allgemeinen Lebensführung. Digital Health richtet sich also sowohl an Patient:innen als auch an gesunde Menschen.
  • eHealth: Dient als Oberbegriff für Anwendungen, die konkret die Behandlung und Betreuung von Patient:innen unterstützen. eHealth steht für die elektronische Abwicklung sämtlicher Prozesse der medizinischen Versorgung sowie der Verwaltung im Gesundheitswesen, etwa mithilfe einer digitalen Patientenakte. Der Begriff wurde in den späten 1990er-Jahren geprägt und hat sich neben ähnlichen Bezeichnungen anderer Branchen wie eCommerce, eBusiness und eSolutions etabliert.
  • mHealth: Ist ein stark wachsender Teilbereich innerhalb von eHealth, der den Einsatz mobiler Technologien und Geräte umfasst (wie zum Beispiel Gesundheits-Apps und Fitness-Tracker). mHealth wird zur Überwachung von Patient:innen eingesetzt (zum Beispiel vor, während und nach Klinikaufenthalten), aber auch für präventive, behandlungsbegleitende oder im Rahmen der Nachbetreuung vorgenommene Selbstüberwachung von Patient:innen.
  • Telemedizin: Die Telemedizin bezeichnet ebenfalls einen Teilbereich von eHealth. Darunter versteht man die konkrete medizinische Dienstleistung mittels Informations- und Kommunikationstechnologien, also zum Beispiel die ärztliche Beratung durch Videotelefonie auf Grundlage elektronisch erfasster Gesundheitsdaten.

Die Telemedizin ist in Deutschland seit 2018 gesetzlich erlaubt und unterteilt sich in zwei Bereiche:

  1. Doktor:in zu Doktor:in (Doc2Doc): Dies beschreibt den Austausch zwischen zwei oder mehr Mediziner:innen.
  2. Doktor:in zu Patient:in (Doc2Patient): Darunter fällt die Kommunikation zwischen Ärzt:innen und Patient:innen. Ein Beispiel dafür ist das Telemonitoring von Gesundheitsdaten durch mobile Sensoren (mHealth).

 

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Die Bereiche von Digital Health

Digital Health umfasst mit der Digitalisierung von Prävention, Diagnostik, Therapieentscheidung, Therapie und Nachbetreuung sämtliche Bereiche der Versorgung innerhalb des Gesundheitswesens. Neben diesen Versorgungsleistungen für aktuelle und künftige Patient:innen gibt es die Ebenen der Administration und der Schnittstellenfunktionen, auf denen sich die Akteur:innen und Institutionen des Gesundheitswesens bewegen.

Versorgung, Nachbetreuung und Prävention

Im Zentrum der Umsetzung von Digital-Health-Lösungen stehen einerseits Patient:innen, im Rahmen der (aktiven) Prävention aber auch gesunde Menschen. Beide Gruppen zeigen heute deutlich mehr Verantwortung und Eigeninitiative hinsichtlich ihrer Gesundheit, da sie ganz andere Möglichkeiten haben als früher: Online-Informationsangebote und Mobile-Health-Devices machen es möglich. Daher sollten beide Gruppen gezielt in den Versorgungsprozess eingebunden werden. Das funktioniert mithilfe verschiedener Maßnahmen.

 

Maßnahmen zur Versorgung und Nachbetreuung

  • Einsatz von Telemedizin wie oben beschrieben
  • Digitale Diagnose durch den Einsatz von Healthtech
  • Verschreibung von digitalen Therapieformen auf Grundlage des DVG (Digitale-Versorgung-Gesetz), zum Beispiel Ernährungs- oder Coaching-Apps
  • Digital unterstützte Behandlungsmöglichkeiten (zum Beispiel Einsatz von Augmented Reality, Robotik bei Operationen, künstliche Intelligenz)
  • Tracking von Gesundheitsdaten im Rahmen einer Selbstbehandlung, beispielsweise bei chronischen Krankheiten

 

Präventionsmaßnahmen

  • Impf- und Vorsorgeerinnerungen
  • Gewichtsmonitoring per App
  • Digitale Fitnessangebote

 

Die digitale Patientenakte dokumentiert diese Behandlungen und garantiert gleichzeitig deren Integration in die Administration – mehr dazu im Folgenden.

eGA: Die elektronische Patientenakte

Das zentrale Element von Smart Health oder eHealth, also der vernetzten Gesundheitsversorgung, ist die elektronische Patientenakte (ePA). Darin werden Informationen wie Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen, Behandlungsberichte und Impfungen festgehalten. 

Die eGA soll für Ärzte und Zahnärzte Zeit sparen und effizientere Behandlungen ermöglichen. Die Patienteninformationen sollen dazu zentral abrufbar sein. Die Einwilligung der Patienten ist allerdings unerlässlich. Sie behalten die alleinige Verfügungsgewalt über ihre Daten. 

Voraussetzung ist die elektronische Gesundheitskarte. Diese fungiert schon seit 2015 als Nachweis, um Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu können. Bereits jetzt können auf Wunsch Notfalldaten auf der Karte hinterlegt werden.

Administration (Sekundärprozesse)

Die gesetzlichen Anforderungen an die Datensicherheit und die Dokumentation von Behandlungen und Leistungen steigen. Mit ihnen wachsen auch die administrativen Aufgaben unabhängig vom reinen Versorgungsvorgang (die sogenannten Sekundärprozesse). Digital-Health-Lösungen vereinfachen auch hier die Abläufe beim Management von Praxen, Kliniken, Krankenkassen und anderen Unternehmen. Das betrifft beispielsweise die Abrechnung, das Automatisieren von Arbeitsschritten und die Vernetzung aller Akteur:innen. Bei jedem einzelnen Versorgungsvorgang können Abläufe digitalisiert und somit verkürzt werden – von der Prävention bis hin zur Nachsorge. Beispiele sind die digitale Patientenakte, elektronische Rezepte, die automatisierte Abrechnung mit den Kostenträgern und die Erinnerung an wichtige Vorsorgetermine per E-Mail, SMS oder App.

Digitale Patientenakte

Die Überführung von Gesundheitsdaten in die digitale Patientenakte ist einer der wichtigsten Prozesse des digitalen Gesundheitswesens. Sie stellt die Voraussetzung für nahezu sämtliche Vernetzungsprozesse dar und sorgt dafür, dass Gesundheitsdaten ohne Beschränkungen erfasst, kommuniziert und abgerufen werden können. Abläufe zwischen sämtlichen Beteiligten gestalten sich damit effizienter und kostengünstiger – gleichzeitig sinkt der Ressourcenverbrauch durch den Verzicht auf Papier.

Dorothee Bär startete ihre politische Karriere bereits im Alter von 14 Jahren, angetrieben von dem Wunsch, ihren eigenen Heimatort zu verbessern. Heute ist sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dort ist sie zuständig für die Bereiche Familie, Senioren, Frauen, Jugend, Kultur und Medien. Bis 2021 war Bär Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung.
Welche Rolle spielt in den Augen der Politikerin die Digitalisierung in den Bereichen Bildung oder Mobilität? Wie kann moderne Technologie Menschen ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter ermöglichen?  Wie wichtig sind Social-Media-Plattformen wie Instagram, LinkedIn oder TikTok für politische Kommunikation? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie in dieser Podcastfolge mit Christoph Burseg:

 

 

Schnittstellenfunktionen (Integration der digitalen Patienten-Journey)

Eine der größten Herausforderungen im Bereich von eHealth besteht darin, sämtliche Akteur:innen des Gesundheitswesens miteinander zu vernetzen – vor allem zum konkreten Zweck der Patientenversorgung. Die Schnittstellen zwischen den Beteiligten verlangsamen Prozesse und können für Informationsverlust oder Missverständnisse sorgen.

eHealth hilft dabei, diese Schnittstellen zu erkennen, zu glätten und den Informationsfluss zwischen allen Beteiligten ohne Verzögerungen zu gewährleisten. Das geschieht zum Beispiel durch die digitale Patientenakte. Sie bildet die Grundlage für den Austausch unter Mediziner:innen. Dank ihr greifen alle auf dieselben, sehr detaillierten Daten zu und können optimal zusammenarbeiten.

 




Video: YouTube / Onsemi

 

eHealth: Bedeutung für die Beteiligten des Gesundheitswesens

Für eHealth gibt es verschiedene Anwendungsbereiche, die sowohl die Ärzt:innen, die Patient:innen als auch die Leistungsträger und andere Beteiligte im Gesundheitssystem betreffen. Diese sollen die Versorgungsqualität insgesamt verbessern. Im Folgenden zeigen wir, welche Vorteile eHealth aus Sicht der verschiedenen Akteur:innen bietet.

eHealth für Patient:innen

Für Patient:innen bringt die Digitalisierung des Gesundheitswesens viele Erleichterungen und Vorteile mit sich. Die Verbindung zu den behandelnden Ärzt:innen und Kliniken wird durch smarte mHealth-Technologien und praktische Begleiter wie zum Beispiel Praxis-Apps gestärkt. Praxen stellen ihren Patient:innen in den individuell angepassten Anwendungen viele verschiedene Informationen und Möglichkeiten zur Verfügung, unter anderem:

  • Allgemeine Informationen über die Praxis, Öffnungszeiten und Kontaktdaten
  • Terminvereinbarung, -verschiebung oder -absage 
  • Erinnerungen an Impfungen oder wichtige Vorsorgeuntersuchungen

Solche Praxis- und Klinik-Apps unterstützen zudem die Eigenverantwortung der Patient:innen: Ohne einen (unter Umständen aufwendigen) Besuch in einer Arztpraxis bekommen sie zum Beispiel die Ergebnisse ihrer jüngsten Blutuntersuchung. Verstehen sie bestimmte Werte oder Angaben nicht, können sie sich innerhalb der App direkt an ihre Praxis wenden und Fragen stellen. Auf demselben Weg können Patient:innen Daten direkt an ihre behandelnde Praxis schicken. Basierend darauf entscheiden die Mediziner:innen dann, ob ein Praxisbesuch oder andere Maßnahmen erforderlich sind.

Auch in Krankenhäusern verbessert sich die Versorgung der Patient:innen: Diagnosedaten werden bereits im Vorfeld erfasst und können zum Teil in Echtzeit ausgewertet werden. Operationen verlaufen durch Augmented-Reality-Systeme, cyber-physische Systeme und spezialisierte Robotik im Idealfall minimalinvasiv. Vor, während und nach einem Krankenhausaufenthalt gewährleisten die smarten Geräte und Anwendungen der mHealth eine präzise Überwachung der Gesundheitsdaten in Echtzeit. Diese erleichtern die effektive Nachsorge und künftige Prävention.

eHealth für die Pharma- und Medizinindustrie

Digital Health bedeutet für Unternehmen der Pharma- und Medizinindustrie ein enormes Wachstumsfeld. Zum einen können sie selbst smarte Lösungen für die Optimierung ihrer Geschäftsprozesse zum Einsatz bringen, zum anderen ergeben sich aus dem Ausbau von eHealth Möglichkeiten, Produkte und Dienstleistungen auf einem stetig expandierenden Markt anzubieten. Hinzu kommt: Viele weitere Instanzen des Gesundheitswesens entwickeln einen wachsenden Bedarf an digitalen Angeboten und konkret anwendbarer Healthtech. Für diese Nachfrage kann die Industrie ein komplettes digitales Ökosystem bereitstellen.

Mit Vodafone im Smart Health-Bereich durchstarten

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Egal ob digitale Krankenakten, Telemedizin, moderne Gerätevernetzung, Augmented Reality oder künstliche Intelligenz: Die Digitalisierung hält jede Menge spannende Möglichkeiten bereit, Praxen zum Wohle der Patienten zu verbessern.

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eHealth in Krankenhäusern, Praxen und bei Ärzt:innen

Für die Grundversorger:innen innerhalb des Gesundheitssektors ergeben sich einige der größten Vorteile der Digitalisierung. Kliniken, Praxen und Ärzt:innen haben häufig mit Personalmangel und Überlastung zu kämpfen – eHealth kann viele der daraus resultierenden Probleme zumindest lindern. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel die digitale Erfassung und Vergabe von Terminen und Belegzeiten. Daneben existieren verschiedene digitale Anwendungen für das Prozess- und Ressourcenmanagement, beispielsweise bei der Aufnahme neuer Patient:innen.

Auch die konkrete Versorgung der Patient:innen findet bei einem Klinikaufenthalt zielgerichteter und effizienter statt. Durch die Digitalisierung profitieren Krankenhäuser in nahezu allen Bereichen. Beispiele dafür sind Mixed-Reality-Anwendungen zur Erleichterung von Diagnose und Behandlung, die Überwachung von Patient:innen in Echtzeit (unter anderem durch digitale Pflaster) und der Einsatz von AR-Anwendungen und spezialisierter Robotik auf Grundlage von künstlicher Intelligenz im Operationssaal.

Nicht zuletzt spielt auch die Onlinebehandlung von Patient:innen eine immer größere Rolle. Voraussetzungen für all diese Möglichkeiten sind eine entsprechende Infrastruktur auf Basis von 5G und des Internet of Things (IoT) sowie die Aus- und Weiterbildung von Ärzt:innen und Pflegepersonal.

 

eHealth im (Kranken-)Versicherungswesen

Für Krankenversicherungen stellt das Voranschreiten von eHealth ein enormes Zukunftspotenzial dar. Durch die Digitalisierung von Behandlungs- und Verwaltungsprozessen können Entscheidungen zu medizinischen Leistungen schneller und zielgerichteter getroffen werden. Das bedeutet: Ärzt:innen und Krankenkassen haben Zugriff auf dieselben umfangreichen Daten. So können direkt spezialisierte Therapien verordnet und genehmigt werden – ohne dass eine Seite Überzeugungsarbeit leisten und die andere umfassende Prüfungen anstellen muss. Dadurch sinken die Kosten für alle Beteiligten.

 

Ein Arzt berät Patient:innen per Videogespräch

Die Telemedizin beinhaltet ärztliche Diagnosen und Beratungen aus der Ferne.

 

Grundlagen für eHealth-Lösungen: IoT, KI und Robotik

Ein smartes Gesundheitswesen benötigt smarte Technologien. Das betrifft sowohl die konkrete Ausstattung von Arztpraxen als auch die Infrastruktur, mit der der gesamte Gesundheitssektor arbeitet. Eine wichtige Rolle spielen dabei Technologien, die auch in anderen Branchen als maßgebliche Treiber zur Steigerung von Effizienz, Kostenreduktion und Innovation gelten. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Technologien vor.

Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI) kommt im Gesundheitswesen vor allem bei der Diagnose zum Einsatz. Bereits heute finden dabei digitale neuronale Netzwerke Anwendung. Ärzt:innen und Krankenhäuser profitieren von den gesammelten und analytisch aufbereiteten Gesundheitsdaten dieser Netzwerke. Sie helfen, korrekte Behandlungsmethoden auszuwählen. Beispielsweise können künstliche Intelligenzen in der Krebsdiagnose tumoröses Gewebe identifizieren und analysieren. Durch darauf aufbauende Verlaufsstudien kann frühzeitig der Bildung von Metastasen vorgebeugt werden.

Robotik

Auch die Robotik hat Einzug in Kliniken gehalten: Operationsroboter mit mikrochirurgischen Instrumenten sind in der Lage, durch winzige Öffnungen hindurch zu operieren. Diese minimalinvasiven Operationen sind hochgradig präzise und reduzieren zudem das Infektionsrisiko durch die Vermeidung direkten menschlichen Kontakts mit offenen Stellen.

Big Data

Big Data bezieht sich im Gesundheitswesen im Wesentlichen auf die Erfassung und den Austausch von Patientendaten. Das Datenvolumen im Gesundheitswesen steigt unter anderem durch diese Digitalisierung enorm an, auch die lokalen Datenmengen in medizinischen Einrichtungen werden immer größer (beispielsweise durch Monitoring oder AR-Anwendungen). 

In Deutschland finden sich auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) der Krankenversicherungen die personenbezogenen Daten der Patient:innen. Allerdings: Eine weitergehende Vernetzung dieser und vor allem weiterer spezifischer Informationen scheitert hierzulande aktuell an datenschutzrechtlichen Bestimmungen.

Die Verarbeitung aller Gesundheitsdaten im Rahmen einer digitalen Patientenakte, der Austausch von Informationen und die Anwendungsmöglichkeiten der Telemedizin sind in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Kanada, deutlich weiter fortgeschritten.

5G

Das Gesundheitswesen braucht eine leistungsfähigere Infrastruktur als bisher. Denn durch die zunehmende Vernetzung und die Einbindung verschiedener digitaler Geräte steigen die anfallenden Datenmengen. Der neue Mobilfunkstandard 5G bewältigt diese Mengen besser als vorherige Technologien und wird den Geräten und Apps der Mobile Health als leistungsfähige Basis dienen. Gleichzeitig bestehen durch die Errichtung von Campusnetzen auf dem Gelände von Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen bessere Möglichkeiten für die Kommunikation von Geräten des Internet of Things (IoT) und das Monitoring von Patient:innen – mehr dazu im Folgenden.

Internet of Things (IoT)

Das Internet of Things beschreibt die Vernetzung von Geräten, Prozessen und Infrastrukturen. In Arztpraxen und Kliniken wird dies konkret als IoMT (Internet of Medical Things) bezeichnet. Dies umfasst beispielsweise:

  • Die Verbindung von Patientendaten, die in der Verwaltung erfasst werden, mit der Anamnese und Diagnose
  • Den Datenaustausch zwischen spezialisierter Healthtech (medizinische Sensoren und Geräte) in Praxen und Laboren
  • Die Weiterleitung und Interpretation der Daten auf Mobile Devices von Ärzt:innen oder Pflegepersonal 
  • Die elektronische Übermittlung von Abrechnungsdaten an die Kostenträger

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  • Individuell buchbar
  • Erfassung wertvoller Daten
  • Optimierung von Prozessen

Die Vorteile von eHealth

Durch die Umsetzung von eHealth in allen Bereichen des Gesundheitssektors ergibt sich eine Vielzahl von Vorteilen. Neben vielen weiteren Einsatzmöglichkeiten sind dies beispielsweise:

  • Schnellere Notfallversorgung: Im Rettungswagen überträgt ein digitales Notfallpflaster („Monitoring Patch”) wichtige Vitaldaten in Echtzeit an die Klinik. So gewinnt die Notaufnahme wertvolle Zeit. Rettungskräfte und Ersthelfer:innen bekommen bei Unfällen oder Schlaganfällen durch eine telemedizinische Verbindung zu Spezialist:innen Unterstützung (zum Beispiel durch den App-gestützten Nothilfe-Dienst EmergencyEye).
  • Bessere Diagnose und Behandlung: Personalisierte Erkennungsalgorithmen oder künstliche Intelligenzen sorgen für eine bessere Diagnose und Behandlung in Krankenhäusern. Operationen werden durch Augmented-Reality-Anwendungen und cyber-physische Systeme effizienter oder weniger invasiv als bisher durchgeführt. Bei all diesen Prozessen fallen große Datenmengen an, die nur der schnelle Mobilfunkstandard 5G zuverlässig und in Echtzeit bewältigen kann.
  • Effizientere Abläufe: Terminvergaben und -verschiebungen bei Arztpraxen und Kliniken erfolgen unkompliziert, Daten aus dem Monitoring bei mHealth ergänzen die digitale Patientenakte, die Anamnese ist kürzer und präziser. Diagnose und Behandlungen werden effektiver, auch die Abrechnung über die Kostenträger ist einfacher.
  • Besserer Zugang zu medizinischen Dienstleistungen: Patient:innen, die bislang durch schlechte Infrastruktur oder eingeschränkte Mobilität benachteiligt waren, erhalten umfassende medizinische Dienstleistungen durch die Telemedizin (Anamnese, Diagnostik und Behandlung ohne Zeitverzug aus der Distanz).
  • Smartes Tracking und Monitoring: Apps und Wearables aus dem mHealth-Bereich überwachen Gesundheitswerte und Verhalten der Patient:innen für die digitale Patientenakte. Ärzt:innen können damit zielsichere Diagnosen und Vorhersagen treffen. Davon profitieren vor allem chronisch Kranke, Diabetiker:innen und Patient:innen mit Herzleiden.

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Die Vorteile von Smart Health

Die Vorteile von Smart Health

eHealth und Smart Health sind nicht einfach moderne Schlagworte aus der Gesundheitsbranche. Es geht vielmehr um eine ganze Reihe von Vorteilen für alle Beteiligten durch die intelligente Verknüpfung digitaler Daten mit Sensorik und Cloud zum Wohle von Patient:innen.

Weitere Infos zu Smart Health, den Einsatzbereichen und wie Sie davon profitieren können, finden Sie hier.
  • Mehr Lebensqualität durch bessere Versorgung
  • Effizentere Betreuung auch bei räumlicher Entfernung
  • Höhere Behandlungsqualität und Einsparpotenziale

Gesetzliche Rahmenbedingungen für Digital Health

Der Transformationsprozess hin zu Digital Health benötigt eine stabile Rechtsgrundlage, an der sich alle Beteiligten des Gesundheitswesens orientieren können.

Das sogenannte eHealth-Gesetz umfasst den gesamten Bereich der Digital Health und sorgt dafür, dass bei der digitalen Vernetzung des Gesundheitswesens Sicherheit gewährleistet ist. Es soll die Grundvoraussetzungen dafür schaffen, die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung zu nutzen und weiter auszubauen. Darin enthalten sind Vorgaben und Fristen, an die sich alle Instanzen zu halten haben. Darunter fallen Anreize für die Nutzung der verschiedenen Formen von eHealth, die Errichtung einer sicheren IT-Infrastruktur sowie die Förderung von Telemedizin.

Weitere Gesetze wie das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) und das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) flankieren diese Maßnahmen. Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), das seit 2020 in Kraft ist, soll zudem den Digitalisierungsprozess weiter vorantreiben. Zu diesem Zweck beinhaltet es drei Schwerpunkte:

  1. Apps: Patient:innen können sich digitale Gesundheits-Apps auf Kassenkosten verschreiben lassen, wenn die Anwendungen nach einer Prüfung der Sicherheit den Qualitätskriterien genügen.
  2. Digitale Akte: Patient:innen können ihre Gesundheitsdaten in einer digitalen Patientenakte speichern lassen. Sie haben Anspruch darauf, dass Ärzt:innen ihre Daten in die Akte eintragen.
  3. Telemedizin: Telemedizin kann leichter genutzt und teilweise unabhängig vom Praxisbudget vergütet werden (wie zum Beispiel Videosprechstunden).

 

eHealth am Beispiel des Universitätsklinikums Düsseldorf

Ein hervorragendes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung von eHealth ist das Universitätsklinikum in Düsseldorf. Gemeinsam mit Vodafone entsteht dort das erste 5G-Klinikum Europas. Mit modernster 5G-Technik wird ein Medizincampus aufgebaut, der eine bessere und schnellere Versorgung von mehr als 100.000 Patient:innen jährlich gewährleistet.

Wenn jede Sekunde zählt, darf es nicht zu technisch bedingten Verzögerungen kommen: Mittels Echtzeitrechenzentren und einer flächendeckenden Ausstattung der Klinikräume mit 5G-Antennen laufen Diagnose und Datenaustausch in der Uniklinik Düsseldorf künftig so schnell ab wie nie zuvor. Das großflächige 5G-Campusnetz schafft die Voraussetzungen für medizinische Leistungen, die zuvor in dieser Form nicht realisierbar waren.

Beispiele dafür sind:

  • Einsatz des digitalen Notfallpflasters im Rettungswagen und in der Notaufnahme
  • Verbesserte digitale Überwachung am Krankenbett
  • Monitoring und Steuerung von Geräten in der Kardiologie mithilfe von KI und Big Data 
  • Mixed-Reality-Anwendungen im Operationssaal
  • Echtzeitkoordination zwischen den behandelnden Teams bei Transplantationen
  • Präzisere Robotik bei operativen Eingriffen
  • Zugriff auf digitale Enzyklopädien und Beratung durch externe Spezialist:innen bei OPs
  • Verbesserung von Lehre und Forschung durch AR-Anwendungen

 




Video: YouTube / Vodafone Deutschland

 

eHealth – Fazit und Ausblick für das Jahr 2022 und darüber hinaus

Digital Health und ihre Anwendungen im Rahmen von eHealth werden unser Gesundheitssystem in den kommenden Jahren revolutionieren. Viele Akteur:innen haben bereits erfolgreich auf Digital Health umgestellt und gehen wie selbstverständlich damit um – wie beispielsweise das Universitätsklinikum in Düsseldorf.

Andere befinden sich erst am Beginn einer Entwicklung, die durch die Verabschiedung des Digitale-Versorgung-Gesetzes angestoßen wurde. Damit ist das Gesundheitswesen zur schrittweisen Digitalisierung verpflichtet. Die Steigerung der Effizienz in den Versorgungsvorgängen ist unabdingbar. Und sie wird besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie und der sich wandelnden Demographie immer dringender.

Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens gehen Herausforderungen einher, denen sich die Akteur:innen bereits stellen: Themen wie die Gefahr von „gläsernen Patient:innen”, der allgemeine Datenschutz innerhalb des Gesundheitssektors sowie die Einbeziehung älterer Patient:innen in die neuen Prozesse spielen dabei eine wichtige Rolle. 

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In Deutschland bremsen datenschutzrechtliche Bedenken die Weiterentwicklung von eHealth-Lösungen derzeit noch aus. Die Einführung der digitalen Patientenakte und elektronischer Rezepte, die Etablierung von Telemedizin, die Anwendung von Mobile-Health-Devices und -Apps sowie die konkrete Integration von Technologien des Internet of Things in Einrichtungen des Gesundheitswesens stehen gerade erst am Anfang. 

Trotz der zum Teil berechtigten Bedenken überwiegen die Vorteile von eHealth bei Weitem – vor allem für das Wohl der Patient:innen, aber auch für die überfällige Modernisierung des Gesundheitssektors. Digitalisierung und eHealth werden in den kommenden Jahren immer mehr die Normalität für Patient:innen und Versorger:innen darstellen.

Vodafone unterstützt die Akteur:innen des Gesundheitswesens mit einem breiten Produktportfolio. Es schafft die Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Umsetzung von eHealth in allen Bereichen des Gesundheitssystems.

 

Welche Lösungen im Rahmen von eHealth haben Sie bereits als Patient:in oder in Ihrer Praxis umgesetzt? Wo besteht Ihrer Meinung nach noch Verbesserungsbedarf? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

 


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