Delphi: Entwicklungsumgebung für die Programmiersprache Object Pascal

Digitales Business

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Datum 16.09.2021
Lesezeit 6 Min.

Delphi: Entwicklungsumgebung für die Programmiersprache Object Pascal

Embarcadero Delphi ist eine Entwicklungsumgebung für die Programmiersprache Object Pascal. Aufgrund ihrer Abstammung gilt die Sprache als übersichtlich und leicht zu erlernen. Einer der größten Vorteile von Delphi ist, dass Programme plattformunabhängig entwickelt werden können und gewöhnlich keine Anforderungen an bereits installierte Software stellen.

Seit mehr als 25 Jahren gehört Delphi zu den bekanntesten Entwicklungsumgebungen für Programmierer:innen. Während Pascal anfänglich vor allem für akademische Zwecke designt worden war, sorgt Delphi mit ihren verschiedenen Evolutionsstufen seit den Anfängen auf Windows 3.X für eine immer breitere Anwendbarkeit. Dadurch können auch die Anforderungen von Programmierer:innen der Gegenwart erfüllt werden. Delphi kommt aus diesem Grund auf vielerlei Plattformen in ganz unterschiedlichen Anwendungsbereichen zum Einsatz.

Was beherrscht Delphi?

Weil Delphi historisch auf Pascal basiert, gilt die Programmiersprache  mit ihrer einfachen Syntax als übersichtliche Sprache, die gut zu erlernen ist. Während andere Hochsprachen wie C# vielfach mit Zeichen wie geschweiften Klammern und Co. arbeiten, benötigt Delphi fast immer ausgeschriebene Wörter. Diese etwas aufwendigere Syntax wird von einigen Programmierer:innen heutzutage als etwas umständlich angesehen, während andere auf gerade dieses Element Wert legen.

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Narrowband-IoT und LTE-M: Konnektivität im IoT-Umfeld

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Durch die in Embarcaderos kombinierte IDE-Suite RAD Studio integrierten Sprachen Delphi und C++ sind dennoch viele Entwickler:innen in der Lage, sich schnell darin zurecht zu finden und die Funktionsweisen des Codes effektiv anzuwenden. Integrierte Libraries gewährleisten Qualitätskontrolle und -optimierung und sorgen in Kombination mit dem nativen Debugging dafür, dass Code geräteunabhängig lokal oder remote untersucht und korrigiert werden kann.

Delphi beinhaltet mit der VCL (Visual Component Library) für Windows-Anwendungen sowie der aktuellen Evolutionsstufe von FireMonkey für plattformunabhängige Entwicklungen zwei visuelle Frameworks, durch deren einfache Handhabung die Programmierung intuitiver App-Interfaces erleichtert und beschleunigt wird. Die Benutzeroberflächen von Anwendungen können zudem an die gewohnte Optik des jeweiligen Betriebssystems angepasst werden. Dabei sind sowohl zwei- als auch dreidimensionale Darstellungsweisen möglich.

Für Windows-Entwickler:innen, die vor allem mit VCL als Umgebung arbeiten, erhält FireMonkey viele von dessen Funktionen und ermöglicht somit die Überführung gewohnter Routinen in die plattformübergreifenden Anwendungen.

 

Ein Mann und eine Frau betrachten den Code einer Programmiersprache.

Die Syntax von Delphi auf der Basis von Object Pascal kann aufgrund ihrer guten Verständlichkeit leicht vermittelt werden.

Wofür wird Delphi eingesetzt?

Delphi wird von Embarcadero vor allem im Rahmen seiner RAD-Studio-Editionen vertrieben. Diese eignen sich nach Angaben des Herstellers je nach Edition hinsichtlich ihres Funktionsumfangs angefangen von Einzelentwickler:innen über Teams zur Erstellung vielschichtiger Anwendungen bis hin zu großen Enterprise-Projekten, bei denen komplexe Datenbank-, Cloud- oder Webanwendungen entwickelt werden sollen. Dabei lassen sich mit Delphi Anwendungen für Windows, macOS, Linux, iOS und Android erstellen.

Die Syntax aus Object-Pascal-Basis in Kombination mit dem intuitiven GUI macht Delphi sowohl hinsichtlich der Programmiersprache als auch in Bezug auf die IDE für Einsteiger:innen interessant. Aus diesem Grund wird Delphi nach wie vor als Lehrmittel eingesetzt. Zu diesem Zweck bietet Embarcadero speziell auf Lehre und Ausbildung ausgerichtete Konfigurationen des RAD Studios an.

Embarcadero Delphi ist in einer kostenlosen Community Edition für einzelne Programmierer:innen beispielsweise für Open-Source-Projekte verfügbar. Daneben ist sie aber auch für die kommerzielle Nutzung in größerem Rahmen fester Bestandteil des kostenpflichtigen RAD Studios.

 




Quelle: YouTube / EmbarcaderoGermany

 

Delphi ist auch im IoT-Umfeld interessant

Delphi wird seit Jahrzehnten eingesetzt und zählt mit ihren millionenfach generierten Anwendungen zu einer der verbreitetsten Entwicklungsumgebungen. Die plattformunabhängigen Anwendungsbereiche, die Integration der Libraries sowie die Implementierung von Geräten des Internet of Things (IoT) machen Embarcadero Delphi vor allem in der Kombination mit C++ im RAD Studio auch für erfahrene Programmierer:innen interessant. Um die Konnektivität jedweder Komponenten zu gewährleisten, stellt Embarcadero mehr als 50 Komponenten zur Verfügung, die auf Delphi-Basis Unterstützung für Bluetooth-, WIFI- und REST-Kommunikationsprotokolle bietet.

Nach Angaben von Embarcadero wird Delphi-Code millionenfach von globalen Unternehmen in deren Anwendungen verwendet, die mit Geräten, Sensoren, Gadgets oder Cloud-Diensten im IoT verbunden sind. Darunter zählen beispielsweise Office-Komponenten jedweder Art (Hitachi, 3M), die Bordelektronik von Fahrzeugen (Toyota, Honda, Caterpillar, John Deere), Digitalkameras und deren Zubehör (Nikon, Canon) und Unterhaltungselektronik (Sony, Nintendo). 

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Pascal – Die Grundlage für Embarcadero Delphi

Pascal wurde Anfang der 1970er-Jahre vom Schweizer Informatiker Niklaus Wirth entwickelt und ist eine der bekanntesten Programmiersprachen der Welt. Von Beginn an legte sie vor allem Wert auf gute Lesbarkeit, um auch für Einsteiger:innen einfach vermittelbar zu sein. Die Weiterentwicklung von Pacal erfolgte in den Folgejahren unter der Sammelbezeichnung Object Pascal. Darunter werden verschiedene Derivate zusammengefasst, die auf der von Wirth vorgestellten Pascal-Architektur aufbauen. Die erste Version davon entwickelte Apple im Jahr 1985.

Als Turbo Pascal erlangte die vom amerikanischen Unternehmen Borland eingesetzte integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) ab 1983 Bekanntheit. Sie eignete sich für Pascal sowie später für die Object-Pascal-Weiterentwicklungen und beinhaltet alle Elemente in einem einzigen Programm, die zur Programmierung von Software benötigt werden: Editor, Compiler, Linker und Debugger. Zum damaligen Zeitpunkt stellte das eine bahnbrechende Neuerung dar, denn Multitasking war auf MS-DOS-Rechnern noch nicht möglich. Dies hatte in anderen Umgebungen ständige Neustarts der Tools zur Folge, um Programmierzeilen zu testen. Oftmals kamen dabei aufgrund fehlender Festplatten sogar mehrere Disketten inklusive Diskettenwechsel zum Einsatz.

Durch Turbo Pascal fand Pascal/Object Pascal als Programmiersprache große Verbreitung und eignete sich aufgrund der einfachen Bedienung auch als Lehrmittel in Bildungseinrichtungen. Delphi löste Object Pascal für Windows 1995 als IDE ab und wird heute als Bezeichnung sowohl für die integrierte Entwicklungsumgebung als auch für die darin enthaltene Programmiersprache verwendet.

 

Evolution einer Entwicklungsumgebung

Der Name der neuen Umgebung wurde nicht zufällig gewählt: Er soll einerseits an das berühmte Orakel von Delphi erinnern, bezieht sich aber in erster Linie auf das damals dominierende und noch heute weit verbreitete Datenbanksystem Oracle. Delphi wurde ursprünglich von Borland initiiert und wird heute von dessen ehemaliger Firmentochter CodeGear unter dem Dach von Embarcadero Technologies weiterentwickelt. Vor diesem Hintergrund wird Delphi auch als Embarcadero Delphi bezeichnet.

Im Februar 1995 brachte Borland die erste Delphi-Version offiziell in Umlauf und bot ausschließlich Code auf 16-Bit-Basis für Microsofts Windows 3.X. Zwei Jahre später folgte die Umstellung auf die 32-Bit-Architektur. Die damit einhergehende Modernisierung der Umgebung besaß einen größeren lokalen Speicher inklusive größerer Datentypen sowie deutlich längerer Zeichenketten und Datenstrukturen.


Mit Delphi 5 im Jahr 1999 konnte erstmals mittels der Schnittstelle ADO (ActiveX Data Objects) auf Datenbanken wie Oracle zugegriffen werden. Der Schritt zur 64-Bit-Architektur fand mit der Version Delphi XE2 im Jahr 2011 statt. Durch die Einführung der GUI-Komponentenbibliothek FireMonkey wurde die Entwicklung plattformunabhängiger Anwendungen möglich. Auch mobile Plattformen wurden nunmehr mit der Integration von iOS in die Anwendungsbereiche von Delphi aufgenommen.

Beide Features werden bis heute weiter optimiert, um die Unabhängigkeit von spezifischen Plattformen zu stärken. Aktuelle Versionen von stationären und mobilen Betriebssystemen wie Windows, MacOS, Android oder iOS werden durch mehrere Updates jährlich unterstützt. Neben der Integration in Embarcaderos kombinierte IDE-Suite RAD Studio (in dem auch C++ enthalten ist), ist seit 2018 die kostenfreie Starterversion Delphi Community Edition verfügbar. Diese hat die Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Delphi vor allem für Einzelanwender:innen und Hobby-Programmierer:innen erhöht.

 

Setzen Sie Delphi als Umgebung für die Entwicklung Ihrer Anwendungen ein? Was sehen Sie als größte Vorteile von Delphi an? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.

 


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