Mitarbeiter-Fotos im Internet verwenden: Das sollten Sie wissen

Digitales Business

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Datum 15.11.2020
Lesezeit 4 Min.

Mitarbeiter-Fotos im Internet verwenden: Das sollten Sie wissen

Unternehmen nutzen Mitarbeiter-Fotos gerne zu Werbe- und Imagezwecken für den eigenen Internetauftritt, Firmenbroschüren oder die Social-Media-Kanäle. Doch für dieses Vorhaben müssen zunächst die rechtlichen Grundlagen geklärt werden. Wie Sie vorgehen sollten, wenn Sie Fotos von Mitarbeitern verwenden wollen, erfahren Sie hier.

Mitarbeiter-Fotos auf der Firmenwebsite machen den Internetauftritt persönlicher und das Unternehmen menschlicher. Potenzielle Kunden gewinnen schneller Vertrauen, wenn sie ihre möglichen Ansprechpartner gleich bei der ersten Recherche zu Gesicht bekommen. Doch wer ohne Einwilligung der betroffenen Personen ein Bild veröffentlicht, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. 

Das Wichtigste: Die betroffenen Personen müssen der Veröffentlichung schriftlich zustimmen. Diese Einwilligung können sie jederzeit widerrufen, woraufhin das Bild zu löschen ist. Zudem sind datenschutzrechtliche Aspekte zu beachten.

 

Mitarbeiter-Fotos geben der Firmenwebsite ein Gesicht

Doch warum sollten Sie überhaupt Mitarbeiterfotos auf Ihrer Internetseite einbauen? Bevor potenzielle Kunden überhaupt den Kontakt zu einem Unternehmen suchen, informieren sie sich in vielen Fällen eigenständig über die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen. Sie besuchen die Unternehmenswebsite, surfen auf den Social-Media-Kanälen der Firma und studieren Veröffentlichungen im Internet. Wo sich das eigene Angebot von dem der Wettbewerber nur marginal unterscheidet, kommen andere Kriterien ins Spiel. 


Kaufentscheidungen werden immer auch von Emotionen beeinflusst, die eine Reaktion auf einen oder mehrere Reize von außen darstellen. Mitarbeiter-Fotos tragen dazu bei, diese Emotionen auszulösen. Sie lassen das Unternehmen in einem menschlicheren Licht erscheinen und sorgen für einen ersten visuellen Eindruck beim Interessenten. Dabei geht es nicht darum, möglichst gestellte Aufnahmen von besonders attraktiven Menschen zu veröffentlichen, sondern Fotos von realen Mitarbeitern, die im besten Fall sympathisch und kompetent wirken oder einfach ihrem Berufsalltag nachgehen.

Mitarbeiter-Fotos können sowohl auf der Homepage als erster „Blickfänger“ sinnvoll sein, als auch auf der Karriereseite, auf der Kontaktseite und unter der Kategorie „Über uns“. Existiert ein unternehmenseigener Blog oder ein Intranet, profitieren diese Kanäle von der Auflockerung durch Bilder von Firmenevents und Szenen aus dem Tagesgeschäft.

 

Rechtliche Voraussetzungen für die Veröffentlichung von Mitarbeiter-Fotos

Nicht jeder Mitarbeiter wird es gutheißen, wenn ein Bild von ihm ohne Rücksprache öffentlich zur Schau gestellt wird. Deshalb haben wir Ihnen die wichtigsten rechtlichen Aspekte für die Veröffentlichung von Mitarbeiter-Fotos zusammengefasst.

  • Unternehmen müssen sich ohne andere rechtliche Grundlage (wie beispielsweise Verträge) immer eine schriftliche Einverständniserklärung des Mitarbeiters einholen. So steht es in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Ohne eine solche Einwilligung ist es nicht gestattet, Bilder der Person zu verbreiten. Denn das Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiter steht über dem Interesse des Unternehmens, sich ansprechender zu präsentieren.
  • Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG, § 26) ergänzt die Regelungen der DSGVO zum Beschäftigtendatenschutz noch, insbesondere hinsichtlich der freiwilligen und bedingungslosen Einwilligung. Verweigert ein Mitarbeiter sein Einverständnis, darf das keine keine negativen Konsequenzen zur Folge haben. 

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  • Zudem muss der Arbeitgeber seine Mitarbeiter möglichst detailliert und transparent in Kenntnis setzen, wofür er die Aufnahmen verwenden möchte und wo genau sie veröffentlicht werden. So spielt es keine Rolle, ob das Foto im Internet, im firmeneigenen Intranet oder auf analogem Wege anderen Menschen zugänglich gemacht wird. Ein Beispiel: Auch das Foto vom „Mitarbeiter des Monats“ darf nur nach dessen ausdrücklicher Zustimmung aufgehängt oder im Internet veröffentlicht werden.
  • Hat ein Mitarbeiter die Einwilligungserklärung einmal unterschrieben, gilt diese auch im Falle seines Ausscheidens aus dem Unternehmen. Allerdings dürften die meisten Firmen gar kein Interesse haben, ehemalige Mitarbeiter auf ihren digitalen Kanälen abgebildet zu haben. Um sicherzugehen, dass sein Foto gelöscht wird, muss der Mitarbeiter die Einwilligung von sich aus widerrufen. Es ist aber sinnvoll, im Vorwege festzulegen, was mit den Fotos geschieht, wenn der betroffene Mitarbeiter das Unternehmen verlässt.
  • Unabhängig vom Ausscheiden aus der Firma kann ein Mitarbeiter seine Einwilligung jederzeit zurückziehen. Eingeschränkt ist die Widerrufsmöglichkeit nur dann, wenn er sein Einverständnis für die Veröffentlichung zu journalistischen oder wissenschaftlichen Zwecken gegeben hat. Dann bedarf die Rücknahme triftiger Gründe. Ebenso wäre es nicht angemessen, im Falle eines Widerrufs eine Firmenbroschüre sofort neu drucken zu lassen, nur weil für dieses Produkt ein Mitarbeiter-Foto verwendet wurde.

 

Passfotos von Mitarbeitern

Fotos von Mitarbeitern geben Ihrer Firma ein Gesicht. Verweigert ein Mitarbeiter jedoch seine Einwilligung zur Verwendung, darf das keine keine negativen Konsequenzen haben.

Urheberrecht des Fotografen

Unternehmen müssen bei der Veröffentlichung von Mitarbeiter-Fotos nicht nur das Persönlichkeitsrecht des (oder der) Abgebildeten beachten, sondern auch das Urheberrecht des Fotografen. Die rechtliche Grundlage hierfür ist im Kunsturhebergesetz (KUG) zu finden. Auch in diesem Gesetz finden sich Regelungen, die besagen, dass Fotos grundsätzlich nur mit Einverständnis des oder der Abgebildeten veröffentlicht werden dürfen – abgesehen von den Ausnahmen des § 23 KUG.

Unternehmen sollten sich aber an den strengeren Auslegungen der neueren DSGVO orientieren. Bei Mitarbeiterfotos würde das KUG ohnehin nur bedingt zur Anwendung kommen, denn die Fotos sind in der Regel nicht für künstlerische Zwecke gedacht.

 

Ausnahmen von der gesonderten Einwilligung

Ausnahmen von der Regel gibt es, wenn die Veröffentlichung des Bildes ein notwendiger Bestandteil des Jobs ist. Eine Modelagentur beispielsweise wird Fotos ihrer Modelle veröffentlichen müssen, um Aufträge zu bekommen. Dies wird dann aber schriftlich festgehalten. 

Ein entscheidender Aspekt bei der Beurteilung, ob ein Foto veröffentlicht werden darf, ist zudem eine etwaige Entlohnung des Mitarbeiters für das Erstellen eines Fotos. Bekam der Fotografierte eine Gage für das Shooting, kann der Arbeitgeber in der Regel von einer Einwilligung ausgehen. Ebenfalls ist keine Einwilligung notwendig, wenn ein Mitarbeiter auf einem Foto als Teilnehmer einer Versammlung oder nur als Beiwerk zu sehen ist, nicht klar erkannt werden kann oder das Bild beispielsweise für einen obligatorischen Betriebsausweis benötigt wird.

 

Nutzen Sie Mitarbeiter-Fotos auf Ihren digitalen Kanälen? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Wir sind gespannt auf Ihren Kommentar.

 


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