UltraVNC: PC- und Server-Fernsteuerung im Open-Source-Umfeld

Digitales Business

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Datum 17.09.2021
Lesezeit 7 Min.

UltraVNC: PC- und Server-Fernsteuerung im Open-Source-Umfeld

Das Fernsteuern eines PC von einem anderen Computer-Arbeitsplatz aus gehört wohl zu den nützlichsten Funktionen, die es für Administrator:innen überhaupt gibt. Mit UltraVNC ist das Fernbedienen unter Windows ein Kinderspiel.

Aus der Ferne Anwender:innen eine Programmfunktion auf deren eigenem System vorführen oder sich gemeinsam eine Fehlermeldung anschauen, die auf einem Arbeitsplatz-PC zu Problemen führt: Der Zugriff per Remote Access auf einen anderen Rechner gehört zu den unverzichtbaren Werkzeugen für Administrator:innen. Besonders in Unternehmen mit verteilten Standorten und einer zentralen IT sind IT-Wartungsarbeiten häufig nur via Fernsteuerung sinnvoll realisierbar. Hier spielen Lösungen wie UltraVNC ihre Vorteile aus: Sie eignen sich dank zahlreicher Fernwartungs-Funktionen gleichermaßen gut für den Support und die Server-Administration.

Auch Privatnutzer:innen können von der UltraVNC-Remote-Zugriffstechnik profitieren. Sei es, um Freunden und Verwandten telefonisch bei einem Problem auf deren Computer zu helfen oder eine neue Software aus der Ferne für sie einzurichten. Oder beispielsweise, um den Haustechnik-Server im Smart Home aus der Ferne zu administrieren. Kurz: Die Bandbreite an möglichen Anwendungsfällen ist so groß wie bei kaum einer anderen Applikation.

 

VNC – was ist das überhaupt?

UltraVNC errichtet – wie es der Name des Programmes bereits ausdrückt – per VNC (Virtual Network Computing) eine Fernsteuerungsverbindung zwischen zwei Computern. Die hinter VNC stehende Software-Technik ist schon mehrere Jahrzehnte alt und dementsprechend  verbreitet. So gibt es VNC-Clients für zahlreiche Plattformen – von Windows über Android, MacOS, iOS, Raspberry Pi bis hin zu Solaris und AIX.

Die Verbindung per VNC ist wie bei den Tools für die Remote-Server-Administration hierarchisch ausgelegt. Das bedeutet: Ein Gerät ist „dienend“ und wird ferngesteuert (Server). Das andere Gerät wiederum übernimmt die Kontrolle über das dienende Gerät (Client-Rechner). Die Verbindung kann aber auch so konfiguriert sein, dass vom kontrollierenden Gerät aus nur eine reine „Sichtverbindung” besteht und kein Zugriff auf Gerätefunktionen des dienenden Gerätes möglich ist.

Das ist praktisch für Seminare und Schulungen, wenn beispielsweise auf den Computern der Dozent:innen etwas vorgeführt werden soll, ohne dass die Schulungsteilnehmer:innen dabei versehentlich auf die Präsentations-Computer zugreifen.

Die grundlegende VNC-Software ist quelloffen. Das Programm kann also kostenlos von Dritten genutzt werden. Auf dieser Basis gibt es daher viele Weiterentwicklungen unterschiedlicher Anbieter, darunter auch UltraVNC. Auch diese Software ist wiederum frei unter GPU-Lizenz und Sie können sie kostenlos nutzen.

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Alternativen für den Remote-Zugriff

Für den Remote-Zugriff zwischen Computern gibt es inzwischen eine große Bandbreite an Software-Lösungen und Übertragungsprotokollen. Allerdings haben diese häufig Schwächen. Microsoft beispielsweise bietet mit Remote Desktop eine eigene Fernsteuerungssoftware an, die auf dem hauseigenen Remote Desktop Protocol (RDP) basiert. Doch die Software wird nicht mit allen Windows-Versionen ausgeliefert und erwartet unter Windows 10 die Einrichtung eines Microsoft-Kontos für die gegenseitige Authentifizierung von Server und Client.

Wer eine Home-Version des Microsoft-Betriebssystems nutzt, findet die Remoteunterstützung zudem nicht mehr in der Systemsteuerung. In den Tiefen des Betriebssystems sind sie jedoch noch vorhanden, wenn auch etwas versteckt. Auch die Software Teamviewer der Teamviewer AG ist sehr beliebt für die Fernwartung und ist weltweit auf vielen Millionen Computer installiert. Sie basierte ursprünglich ebenfalls auf VNC.

Auch Betrüger nutzen Remote-Software

Die große Beliebtheit der Marktführer bringt es allerdings mit sich, dass auch Betrüger:innen diese Programme gerne für ihre Zwecke nutzen. Besonders gefürchtet ist der sogenannte Technical Support Scam, bei dem angebliche Service-Mitarbeiter:innen von Microsoft anrufen und versuchen, ihre Opfer zur Installation einer Fernwartungssoftware zu bewegen. Über diese Verbindung werden dann Passwörter und Bankverbindungen ausspioniert oder Schadsoftware installiert.

Deswegen sind bestimmte Remote-Programme an vielen Arbeitsplätzen bereits verboten oder technisch von der Unternehmens-IT gesperrt. Auch die entsprechenden Verbindungs-Ports für die TCP/IP-Verbindung, über die die Fernsteuerung erfolgt, werden von vielen Firewalls standardmäßig geblockt.

 

Viele Funktionen für jeden Anwendungsfall mit UltraVNC

UltraVNC bietet Ihnen ein reiches Portfolio an Funktionen und Auswahlmöglichkeiten. Hier eine Auswahl der wichtigsten Programm-Features:

Zwei-Fenster-Dateiübertragung

In UltraVNC können Sie in der Zweifenster-Ansicht Dateien direkt zwischen Server und Client übertragen. Das geht übrigens in beide Richtungen – praktisch, wenn Sie beispielsweise als Administrator:in schnell und unkompliziert neue Treiber oder Plugins auf den Server-Rechner verschieben und im selben Durchgang gleich installieren möchten. Gut für die Sicherheit: Wenn Sie das Verschlüsselungs-Plugin zuvor eingerichtet haben, werden alle Dateien bei der Übertragung im Netz Ende-zu-Ende verschlüsselt.

Ideal für Schulungszwecke geeignet

Über den integrierten Textchat können Sie eine direkte Kommunikationsverbindung zwischen Server und Client herstellen. Praktisch, wenn gerade kein Telefon greifbar ist oder längere Eingabe-Sequenzen oder Passwörter übermittelt werden sollen, die sonst am Telefon mühsam buchstabiert werden müssten.

 Mehrere Clients können zeitgleich auf den Bildschirminhalt eines gemeinsamen Servers zugreifen. Damit sind beispielsweise Software-Präsentationen oder Schulungen an verteilten Orten durchführbar. Möglich ist somit auch, dass von mehreren Arbeitsplätzen in IT oder Produktion zeitgleich per Viewer auf die Oberfläche eines Servers zugegriffen wird, ohne dass die Anwender:innen sich gegenseitig blockieren oder ungewollt die Viewer-Verbindung abschalten. Denn genau dies würde in einem System mit exklusiver Server-Viewer-Verbindung passieren.

 Die Übertragung einzelner Desktop-Fenster reduziert die Datenlast der Verbindung und erlaubt es, nur bestimmte Bildschirminhalte zu teilen. Auch dies ist nützlich für Schulungen, wenn etwa eine neue Software im Fenster vorgeführt wird, während gleichzeitig in anderen Fenstern Inhalte über die Präsentation hinausgehen und nicht geteilt werden sollen.

Verbindungssicherheit

UltraVNC bietet verschiedene Authentifizierungsverfahren, beispielsweise per DES verschlüsselte Passwörter oder MS Logon I und II. Die gesamte Verbindung kann mit einem benutzerdefinierten Key verschlüsselt werden. Beachten Sie aber, dass Sie trotzdem regelmäßig Ihre Passwörter ändern sollten. Das Verfahren ist nicht unknackbar.

 Hilfreich: Durch Sperren des Serverbildschirms ist eine reine Viewer-Verbindung ohne Fernzugriff auf das Server-System möglich. Diese Einstellung können Sie auch jederzeit während der laufenden Verbindung ändern.

Einrichtung als System-Dienst möglich

Sie können UltraVNC auf Wunsch dauerhaft als System-Dienst einrichten. Das Programm fährt dann bei jedem Windows-Start automatisch mit hoch. Diese Funktion ist vor allem für reine Fernzugriffs-Rechner interessant, die ganz ohne Monitor und Tastatur auskommen. Das ist beispielsweise für die Remote-Server-Administration im 64-Bit-Umfeld praktisch. An klassischen Arbeitsplatz-Rechnern, an denen auch Produktionsdaten bearbeitet werden, sollte diese Option aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden!




Video: YouTube / mipvideos4u

 

UltraVNC – schnell installiert und eingerichtet

Das Programmpaket enthält gleichzeitig Server-Software und Client-Software, die Sie nach der Installation einzeln starten können. Möchten Sie auch Servercomputer im Netzwerk per UltraVNC administrieren, setzen Sie einfach im Installer ein Häkchen bei „Ultra VNC Server Silent“.

Die Server-Software starten Sie nach dem Einrichten auf dem Rechner, den Sie fernsteuern möchten. Den Viewer öffnen Sie auf dem Computer, von dem aus Sie darauf zugreifen. Beachten Sie, dass es die Software als 32- und 64-Bit-Version gibt. Welche Sie benötigen, hängt von Ihrem PC (beziehungsweise Server) und Ihrem Betriebssystem ab.

UltraVNC ist ein echter Alleskönner und läuft auf allen Windows-Ausgaben ab Windows 95. Download-Links zu älteren Versionen von UltraVNC finden Sie unten auf der Startseite der Programm-Homepage.

Tipp: Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie ein 32- oder 64-Bit-System haben, gehen Sie wie folgt vor: Klicken Sie auf dem Desktop unten links auf das Windows-Logo und dann auf Einstellungen. Unter „System“ im Untermenü „Info“ sehen Sie Ihren „Systemtyp“. Keine Sorge: Sie können bei der Installation nichts beschädigen. 64-Bit-Software startet auf 32-Bit-Systemen gar nicht erst. 32-Bit-Software hingegen läuft auf 64-Bit-Geräten, aber geringfügig langsamer als 64-Bit-Versionen derselben Programme.





Video: YouTube /  Hibos Videos

 

UltraVNC silent einrichten für die Remote-Server-Administration im 64-Bit-Umfeld

Mit den oben beschrieben Funktionen ist UltraVNC gleichermaßen ideal für den IT-Support wie für das Verwalten von Servern im Netzwerk. Bereits bei der Installation können Sie das Programm per Batchdatei „silent“ auf anderen Geräten remote installieren, ohne dass hierfür Benutzer-Bestätigungen nötig sind. In der Kommandozeile rufen Sie die .exe-Datei einfach mit den Parametern „/VERYSILENT“ und „/NORESTART“ auf.

Für die Remote-Server-Administration setzen Sie außerdem im letzten Auswahl-Fenster des Installers Häkchen hinter „UltraVNC Server als System-Dienst registrieren“ und „UltraVNC Dienst (erneut) starten“. Damit ist sichergestellt, dass die Software auf diesem Gerät permanent im Hintergrund läuft und sich nach einem unerwünschten Programm-Abbruch auch wieder startet.

 

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Erste Hilfe bei Problemen mit UltraVNC

Der Viewer meldet „Failed to connect to server!“

Prüfen Sie, ob auf dem fernzusteuernden Gerät die Server-Variante der Software läuft und beide Geräte im selben Netzwerk sind. Kontrollieren Sie auch die eingegebene IP-Adresse des Servers. Hilft dies nicht, prüfen Sie, ob Ihre Firewall möglicherweise den Zugriff abblockt. Standardmäßig verbindet sich UltraVNC über den Port 5900. Dieser muss also bei Ihnen für die Dauer der Verbindung freigegeben sein.

Der Viewer meldet „authentification rejected“

Server und Viewer haben sich im Netzwerk gefunden, aber der Server lehnt die Verbindung ab. Häufige Gründe sind Fehler im Verbindungspasswort. Prüfen Sie dieses in der Server-Software.

Auf dem Remote-System sind Fensterinhalte schlecht zu lesen oder werden abgeschnitten

Probieren Sie andere Bildschirmauflösungen auf beiden Geräten aus. Besonders, wenn das fernsteuernde Gerät eine geringere Auflösung hat als der andere Computer, treten leicht Grafikfehler auf. Klicken Sie im Viewer auf „Show Options“ und probieren Sie unter „Display“ die Funktion „Change Server Resolution“.

Auf dem Viewer-Rechner öffnet sich eine Kaskade von Remote-Fenstern

Sie haben versehentlich auf Ihrem eigenen Rechner Viewer und Server zugleich gestartet und als Server-IP Ihre eigene IP-Adresse eingegeben. Die Software läuft somit in einer Rekursionsschleife und „sieht” sich permanent selbst.

Die Verbindung zwischen beiden Endgeräten ist langsam und der Mauszeiger ruckelt


Dies ist leider ein Problem vieler Remote-Verbindungen und keine Besonderheit von UltraVNC. Wenn Sie im lokalen Netzwerk arbeiten, vermeiden Sie möglichst Verbindungen über WLAN und Repeater, sondern nutzen nach Möglichkeit eine Kabelverbindung via Ethernet. Schalten Sie grafische Desktop-Verschönerungen wie Aero Glass aus und setzen Sie in UltraVNC serverseitig ein Häkchen bei „Remove Wallpapers for Viewers“. 

Es lohnt sich außerdem, im Viewer im Menü „Encoder“ verschiedene Einstellungen auszuprobieren und gegebenenfalls auch die Farbtiefe der Verbindung herunterzusetzen. Prüfen Sie außerdem, ob Sie vielleicht nur die Übertragung einzelner Fenster benötigen. Auch dadurch wird die Verbindung entlastet.

Sie erhalten beim Anklicken des Server-Programms die Meldung „Another Instance of WinVNC is already running.“

Sie versuchen offenbar, die Server-Software auf dem fernzusteuernden Computer ein zweites Mal zu starten. Das führt zu einem Konflikt beider Instanzen. Möglicherweise haben Sie UltraVNC so eingerichtet, dass es bei jedem Neustart von Windows mit hochfährt und dauerhaft im Hintergrund läuft. Ein nochmaliges, händisches Starten ergibt dann die oben genannte Fehlermeldung.

 

Arbeiten auch Sie regelmäßig mit mehreren Computern per Remote-Zugriff? Ob Schulung, Fernsteuerung von Netzwerkservern oder Mitarbeiter:innen-Support: Schreiben Sie uns in den Kommentaren, wofür Sie UltraVNC nutzen.

 


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