Business-Cloud-Speicher im Vergleich

Digitales Business

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Datum 05.07.2021
Lesezeit 7 Min.

Business-Cloud-Speicher im Vergleich

Kaum ein Service hat sich in den letzten Jahren in der IT- und Mobilfunkwelt so schnell durchgesetzt wie Cloud-Speicher. Viele Unternehmen nutzen das Auslagern von Daten in der Wolke und dezentrale Services, um die eigene Produktivität zu steigern und die Datensicherheit zu erhöhen. Hier lesen Sie, wie Sie den richtigen Cloud-Anbieter für Ihre Anforderungen finden.

 

Die Vielfalt der Cloud-Angebote: Von Festplatte bis Funktion

Sicher haben Sie auch schon zahlreiche Cloud-Angebote gesehen und fragen sich, welcher Cloud-Speicher zu Ihrem Business passt. Denn Cloud ist nicht gleich Cloud. Bei den Anbietern und Cloud-Modellen gibt es große Unterschiede. Jedes angebotene Paket ist anders: Haben Sie beispielsweise eine eigene Unternehmens-IT, die lediglich zusätzliche administrierbare Hardware braucht, die nicht unbedingt am Unternehmens-Standort stehen sollte? Dann ist ein IaaS- oder PaaS-Anbieter richtig für Sie. Oder möchten Sie eine aktuelle Branchen-Software nutzen, ohne diese für jeden Arbeitsplatz einzeln zu lizenzieren? Dann sind Sie eher Kunde für eine SaaS-Cloud.

Brauchen Sie ganz gezielt nur einzelne Funktionen, beispielsweise das Errechnen großer Render-Grafiken mittels dedizierter Grafik-Hardware oder eine multilinguale Spracherkennung? Dann kommt für Ihre Cloud ein FaaS-Dienstleister für infrage.

Bevor Sie einen Cloud-Speicher buchen, sollten Sie also Ihr Anforderungsprofil genau festlegen. Nur ganz wenige Anbieter können alle Cloud-Modelle abdecken. Spätestens bei der Festlegung auf eine Branchen-Software gibt es meist nur einen dazu passenden Anbieter – in der Regel den Hersteller dieser Software selber.

Wichtig: Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung für eine Cloud unbedingt auch mögliche zukünftige Geschäftsprozesse. Sonst stoßen Sie an die Grenzen Ihres Anbieters, wenn Sie sich neue Geschäftsfelder erschließen oder zusätzliche IT-Aufgaben in die Cloud auslagern möchten.

YouTube / Büro-Kaizen digital

 

Auf diese Punkte sollten Sie beim Vergleich der Business-Cloud-Speicher achten

Haben Sie das Cloud-Modell definiert, das zu Ihrem Unternehmen passt, sollten Sie folgende Punkte bei den verbleibenden Cloud-Anbietern näher prüfen. Lassen Sie sich dabei nicht vom Preis oder groß beworbenen Flatrates täuschen. Wer nur auf das Gigabyte schaut, kann leicht die wirklich wichtigen Punkte übersehen:

Datensicherheit: Achten Sie darauf, dass Ihr Anbieter Ihre Daten regelmäßig sichert. Wo dies nicht geschieht, müssen Sie selber Prozesse aufsetzen können, die die Datensicherung übernehmen. Ihr Backup sollte unbedingt an einem anderen Standort in einem anderen Rechenzentrum erfolgen. Der Brand eines Rechenzentrums des Betreibers OHV in Straßburg im März 2021 etwa hat gezeigt, dass Cloud-Inhalte mitunter nicht ausreichend gesichert werden.

Dabei muss es nicht einmal ein Feuer sein, das ihre Firmendaten vernichtet. Jedes Jahr gehen digitale Unternehmenswerte in Milliardenhöhe verloren, weil Mitarbeiter versehentlich Viren und Würmer hereinlassen und auch andere Attacken von außen Erfolg haben. Auch das Verschlüsseln von Firmendaten durch Schadprogramme (Ransomware) mit anschließender Lösegeldforderung ist ein Problem. Bedenken Sie: Das Speichern in der Cloud allein bedeutet noch keine Datensicherheit. Erst das regelmäßige, verteilte Backup gewährleistet Schutz gegen den Verlust Ihrer Daten. Mit Vodafone Cloud Backup sichern Sie beispielsweise E-Mails und mit Microsoft 365 generierte Daten mehrmals täglich.

Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei der Kommunikation mit Ihrem Cloud-Anbieter gibt Ihnen zusätzliche Sicherheit. Denn so sind unterwegs abgefangene Daten für Dritte unbrauchbar.

Rechtssicherheit: Terabytes an Daten werden täglich über Landesgrenzen transferiert. Doch in jedem Land gelten andere Gesetze für den Datenschutz oder den Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Während Sie in dem einem Land Buchungsdaten für das Finanzamt zehn Jahre aufbewahren müssen, könnten dieselben Daten in einem anderen Land als persönliche Daten Ihrer Kunden gelten, die Sie nach kürzerer Frist löschen müssen. Achten Sie daher darauf, den physischen Standort Ihrer Cloud-Daten zu kennen. Prüfen Sie ob, das von Ihnengewählte Rechenzentrum DSGVO-konform arbeitet.

Administrierbarkeit: Jeder Cloud-Betreiber hat andere Regeln, was Ihre Möglichkeiten im Umgang mit seiner Cloud betrifft. Manche Clouds dienen nur als reine Datenspeicher, die Sie über vorgegebene Web-Interfaces mit Daten befüllen können. Auf anderen Cloud-Spaces können Sie eigene Software ausführen. Klären Sie vor Anmietung eines Cloud-Speichers, ob dieser zu Ihren Anforderungen passt und ob Sie ihn so administrieren können, wie Sie es mit Ihrem eigenen Speicher am Firmenstandort („on premise“) auch machen. Bedenken Sie: Funktioniert die Administration Ihres Cloud-Speichers nur über unpraktische  Web-Oberflächen, die langsam und umständlich sind, verlieren Sie wertvolle Arbeitszeit. Diese könnten dann den Kostenvorteil einer günstigen Cloud in Teilen wieder „auffressen”.

Skalierbarkeit: Egal, ob Ihr Unternehmen mit den Jahren organisch wächst oder ob Sie saisonale Schwankungen im Speicherbedarf auffangen möchten: Ihre Cloud sollte stets mit Ihnen wachsen. Außerdem sollten Mitarbeiter und Kunden zu allen Zeiten auf die für sie freigegeben Applikationen und Daten zugreifen können. Eine gute Cloud bleibt dabei auch bei DDoS-Attacken aus dem Internet stabil und produktiv.

Verfügbarkeit: Ein gut organisierter Cloud-Anbieter informiert Sie frühzeitig über geplante Wartungsarbeiten an seinen Cloud-Spaces und legt eventuelle Wartungsfenster idealerweise in Zeiten, in denen Sie möglicherweise eher auf den entsprechenden Dienst verzichten können. Details hierzu entnehmen Sie dem Service Level Agreement (SLA), das Teil Ihres Vertrages ist. Das SLA legt exakt fest, wie viele Stunden beispielsweise Ihre in der Cloud gehostete Webseite im Jahr offline sein darf, weil gerade seitens des Anbieters Updates erfolgen. Es regelt auch, wie schnell Ihr Anbieter Anfragen reagieren muss, wenn es Probleme gibt. Ähnliche SLA kennen Sie vielleicht schon vom Anbieter Ihrer Business Software.

Bedenken Sie: Kaum etwas ist so ärgerlich für Ihr Unternehmen, wie die Abwanderung von potenziellen Neukunden, die Ihre Webseite nicht erreichen können, weil Ihr Cloud-Anbieter gerade neue Updates einspielt. Vergleichen Sie Cloud-Anbieter also sorgsam und schauen Sie nicht nur auf den Preis.

Ein Tipp: Redundanz und Verfügbarkeit von Rechenzentren sind in TIER-Klassen eingeteilt. Je höher die Klasse, desto besser sind Ihre Daten gegen Ausfälle geschützt. Als Gewerbekunde sollten Sie Ihre Daten nicht unter TIER 3 verwahren lassen.

Einfachheit: Eine Cloud sollte für Sie und Ihre Mitarbeiter möglichst intuitiv und umfassend nutzbar sein. Ist dies nicht der Fall, werden Ihre Mitarbeiter bald improvisieren und andere Dienste nutzen (Stichwort: Schatten-IT). Mal eben einem Kunden eine wichtige Projektdatei bereitstellen, aber die Cloud ist gerade wegen Wartung heruntergefahren oder akzeptiert keine ausführbaren Dateien auf dem Laufwerk? Schon ist die Datei über das private E-Mail-Postfach Ihres Mitarbeiters versandt und Sie haben möglicherweise ein Sicherheitsproblem. Achten Sie daher darauf, dass Ihre Cloud für alle Aufgaben getestet ist und auch aus Sicht Ihrer Mitarbeiter das beste Speicher- und Arbeitsmedium für deren Tagesgeschäft ist. Nur so wird die Cloud auch wirklich von Ihren Teams genutzt.

YouTube / Vodafone Deutschland

 

Diese Anbieter von Business Cloud Speicher finden Sie am Markt

Wahrscheinlich nutzen Sie bereits Cloud-Angebote. Sei es die virtuelle Telefonanlage, über die Sie im Unternehmen telefonieren, oder der Online-Datenspeicher, der Ihnen als gewerblicher Vodafone-Mobilfunkkunde zur Verfügung steht. Neben den reinen Anbietern von Rechenleistung und Speicherplatz gibt es zahlreiche Spezial-Dienstleister, die beispielsweise Branchen-Lösungen bereitstellen. Manche sind nur kurzzeitig am Markt. Eine Übersicht aller Angebote kann es daher nicht geben. Hier eine Auswahl etablierter Cloud-Services:

Dropbox: Ein Klassiker unter den Cloud-Anbietern ist der 2007 als reiner Filehoster gestartete Dienstleister Dropbox. Millionen Privatanwender weltweit haben sich eine  persönliche oder geschäftliche Dropbox eingerichtet und nutzen die 2 GB Basisspeicher des kostenlosen Einsteigerpakets. Mit Diensten wie seinem 2016 gestarteten Collaborative Tool wendet sich der Service mittlerweile vermehrt an kleine und mittelständische Unternehmenskunden, die einzelne Team-Aufgaben über die Cloud abwickeln möchten.

Google: Als Cloud-Anbieter ist Suchmaschinenbetreiber Google vielen Privatkunden bereits gut bekannt. Auf der Plattform Google Cloud Plattform (GCP) liegen auch viele eigene Inhalte des Dienstleisters, zum Beispiel die Video-Inhalte von YouTube. Bei Google gibt es sowohl die grundlegenden Cloud-Modelle IaaS und PaaS, aber auch das gezielte Buchen einzelner Funktionen per FaaS ist mit Google Functions möglich.

Microsoft: Der Software-Hersteller hat mit zahlreichen zum Teil zugekauften Branchen-Lösungen eine Software-Umgebung für Unternehmen geschaffen, die vom Betriebssystem (Windows) bis hin zu Büro-Anwendungen (Microsoft 365) und Enterprise- und CRM-Tools (Microsoft Dynamics 365) reicht. Die Cloud-Dienste von Microsoft sind unter der Dachmarke Azure gebündelt. In Windows 10 ist zudem der Zugriff auf Microsoft-Cloud OneDrive standardmäßig als File-Speicher vorbereitet, sodass auch viele Privatkunden diesen Microsoft-Dienst nutzen.

Tresorit: Der Schweizer Anbieter Tresorit – der Name lässt es bereits vermuten – legt seinen Fokus besonders auf die Absicherung Ihrer Firmendaten. Zum Geschäftsmodell gehören Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, 2-Stufen-Verifizierung bei der Anmeldung und zahlreiche per Passwort geschützte Unterfunktionen. Ebenso ist es möglich, als Geschäftskunde den Datenspeicher gezielt auf bestimmte Rechenzentren zu beschränken, etwa um nationale Sicherheitsvorgaben zu erfüllen. Dabei garantiert Tresorit an jedem Standort Datensicherheit gemäß den strengen Schweizer Datenschutzgesetzen.

Amazon: Auch beim weltgrößten Online-Händler ist das Cloud-Geschäft längst eines der am schnellsten wachsenden Geschäftsfelder. Mit Amazon Drive erhält jeder Amazon-Kunde 5 Gigabyte Speicherplatz, zum Beispiel für Fotos oder Videos. Prime-Kunden profitieren sogar von Bilderspeicher ganz ohne Größenlimit. Besonders für Geschäftskunden aus dem E-Commerce sind die Amazon Web Services (AWS) interessant, die alle verbreiteten Cloud-Modelle nach Kundenwunsch abbilden. Hier sind zum Beispiel auch FaaS-Angebote buchbar.

Eine Hand hält ein mit einem Vorhängeschloss gesichertes Wolkensymbol

Viele IT-Firmen bieten Cloud-Lösungen für unterschiedlich Anforderungen an. Maßgeblich ist dabei nicht der Preis.

 

IBM: Hard- und Software-Hersteller IBM bietet für Business-Kunden mit IBM Cloud und IBM Cloud Functions Cloud-Lösungen über den gesamten vertikalen Bedarf von IaaS bis FaaS an – verteilt auf 60 Rechenzentren weltweit. Die IBM-Infrastruktur läuft auf der serverlosen Apache OpenWhisk-Infrastruktur. Über eigene Lernprogramme führt der Anbieter durch die Einrichtung und Administration seiner Cloud-Dienste, die weniger durch einfache Erlernbarkeit als durch ihre Skalierbarkeit für Großkunden punkten.


Apple: Apples Cloud-Angebot iCloud wendet sich primär an Privatkunden. Bis zu fünf Gigabyte an Datenspeicher können hier für bis zu zehn Apple-Geräte oder Windows-Rechner freigegeben werden. Die Plattform ist für den Abgleich von E-Mails, Kontakten und Termineintragungen sowie von Fotos oder Videos gedacht. Daneben funktioniert die iCloud auch als Backup-Medium. Über den Apple Business Manager können Firmenkunden die Apple-Geräte ihrer Mitarbeiter verwalten und ihnen auch gezielt Cloud-Speicher hinzubuchen. Trotzdem ist die iCloud primär als Datenspeicher konzipiert und weniger als Business-Cloud.

Vodafone: Vodafone bietet Ihnen eine breite Palette an Cloud-Diensten an. Mit dem Vodafone Cloud-Backup für Microsoft 365 sichern Sie Ihre Geschäftsdaten gegen Verlust oder Schadsoftware. Über die Alibaba Cloud steht Ihnen nach TIER 3+ zertifizierter, leistungsfähiger Hybrid-Cloud-Speicher in einem deutschen Rechenzentrum zur Verfügung. Auch als Privatkunde profitieren Sie von zwei Gigabyte an Datenspeicher, die Sie mit Ihrem Mobilfunkvertrag zusammen erhalten.

 

Wie haben Sie herausgefunden, welche Cloud am besten zu Ihrem Business passt? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar. 

 


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