Social Media für kleine Unternehmen: Tipps für Ihren Erfolg

Digitales Business

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Datum 29.09.2020
Lesezeit 7 Min.

Social Media für kleine Unternehmen: Tipps für Ihren Erfolg

Twittern Sie? Nutzen Sie Facebook für den Dialog mit Ihren Kunden? Zeigen Sie sich auf LinkedIn und XING als interessanter Arbeitgeber? Viele Unternehmen nutzen die verschiedenen Social Media-Plattformen, um mit ihren Kunden in Verbindung zu bleiben. Dafür müssen Sie nicht zwingend eine eigene Abteilung beschäftigen: Soziale Medien können auch für kleine Unternehmen interessant sein. Wir geben Ihnen einen kleinen Überblick und ein paar praktische Tipps. 


Eine solide Präsenz und gute Kommunikation über Social Media-Plattformen ist auch mit begrenzten Ressourcen möglich. So können Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen positionieren. Zudem ist der direkte Dialog mit den Kunden so ganz einfach, und Sie erhalten zügiges Feedback von Ihrer Zielgruppe.

 

Wichtige Social Media-Kanäle und ihre Schwerpunkte

Selbst wenn Sie der Meinung sind, dass Sie mit einem kleinen Unternehmen nur wenig „zu sagen“ haben, sollten Sie das Thema nicht aus den Augen verlieren. Vielleicht glauben Sie, dass bei Ihnen kaum interessante Inhalte für die sozialen Medien zu finden sind? Wir geben Ihnen ein paar Anregungen, welche Bilder, Videos und Geschichten Sie teilen können. Eigene Social Media-Aktivitäten sind auf jeden Fall empfehlenswert, denn zumindest sollten Sie verfolgen, was über Sie geschrieben wird. Wir stellen Ihnen hier die wichtigsten Medien und die jeweilige Ausrichtung vor:

Instagram

Instagram lebt von Bildern und kurzen Videoclips. Sie können auch sogenannte „Stories“ mit aktuellen Inhalten veröffentlichen, die nur 24 Stunden lang angezeigt werden und danach verschwinden. So lassen sich beispielsweise geänderte Öffnungszeiten über Feiertage, Sonderangebote und Neuigkeiten im Sortiment kommunizieren. Das funktioniert auch für kleine Einzelhändler recht gut, wie das verlinkte Beispiel zeigt.

Kreieren Sie einen eigenen „Hashtag“ (mit dem #-Zeichen vorangestellt), mit dem Sie Ihre Inhalte versehen, und laden Sie Ihre Kunden dazu ein, Ihnen zu folgen. Wenn Ihre Kommunikation dort gut funktioniert, laden Ihre Kunden vielleicht sogar eigene Bilder und Videos auf Instagram und „taggen“, also verlinken, Ihren Instagram-Account.

Instagram ist aktuell einer der wichtigsten Social Media-Kanäle. Falls Sie hier noch kein Profil haben, sollten Sie über ein Instagram Business-Profil nachdenken.

Twitter

Der Kurznachrichtendienst Twitter ist seit vielen Jahren ungeschlagen populär. Früher nur 140, inzwischen maximal 280 Zeichen lang dürfen die Botschaften – sogenannte „Tweets“ – sein. Viele Medien sind mit Accounts vertreten, aber ebenso Unternehmen und Privatleute. Ähnlich wie auf Instagram sind die Hashtags wichtig, denn damit verschlagworten Sie Ihre Botschaften.

Twitter eignet sich besonders gut, um Serviceanfragen von Kunden zu verfolgen und zu beantworten. Accounts wie der Kundendienst der Deutschen Bahn (@DB_Info) oder von der Berliner Verkehrsgesellschaft (@BVG_Kampagne) zeigen, wie man Twitter für diesen Zweck einsetzt:


Facebook 

Die Relevanz von Facebook hat nachgelassen, die Nutzerzahlen in jüngeren Zielgruppen sinken: Dennoch kann eine Unternehmensseite auf Facebook sinnvoll sein. Das hängt ja davon ab, wie sich Ihre Kundenstruktur zusammensetzt. Sie können sich mit Ihren Kunden auf Facebook ganz einfach vernetzen und austauschen. Ein weiterer Vorteil von Facebook ist die zielgerichtete Werbung: Lesen Sie hier mehr über den Werbeanzeigenmanager und wie Sie die gewünschten Zielgruppen erreichen.

Es muss nicht immer ein professionelles Studio sein, und nicht für jeden Post muss ein ganzes Team bereitstehen. Dieses Online-Tutorial zeigt Ihnen, wie Sie ganz einfach mit Hilfe Ihres Smartphones interessante Inhalte für Ihre Socia-Media-Aktivitäten erstellen:

Video: YouTube / Vodafone Deutschland

Google My Business

Hat Ihr Unternehmen eine Präsenz vor Ort, sollten Sie unbedingt einen Google-My-Business-Eintrag anlegen. Das ist beispielsweise interessant für Läden, Restaurants, Veranstaltungsstätten, Hotels oder Anbieter von Dienstleistungen (wie etwa Friseure oder Physiotherapeuten). Sie können so Nutzerbewertungen bekommen und diese auch beantworten: Sich für Lob bedanken, auf eine Kritik sachlich und freundlich reagieren. Außerdem können Sie Öffnungszeiten, Kontaktdaten und einen Link auf Ihre Webseite hinterlegen.

Xing und LinkedIn

Für viele Unternehmen ist ihre Präsenz in Business-Netzwerken relevant. Sie können sich dort mit neuen Geschäftspartnern und Kunden vernetzen und sich gleichzeitig als interessanter Arbeitgeber positionieren. Legen Sie sich auch als kleiner Unternehmer oder Solo-Selbständiger Profile an, um besser gefunden zu werden. Sie können damit auf Ihre Geschäftstätigkeit hinweisen und (Fach-)Beiträge veröffentlichen. Die beiden großen Netzwerke bieten kostenlose Profile an, so dass Sie nur etwas Zeit aufwenden müssen.

Bewertungsportale 

Es gibt eine ganze Reihe von Bewertungsportalen, manche sind branchenspezifisch: Zu den bekannteren gehören beispielsweise Yelp, Jameda, Tripadvisor oder Holidaycheck. Vielleicht gibt es auch für Ihre Branche relevante Bewertungsportale? Da es so viele unterschiedliche Plattformen mit jeweils eigenen Mechanismen gibt, liegt die Beurteilung in Ihrer Hand.

Andere soziale Medien

Neben den genannten Beispielen gibt es noch viele andere Plattformen. Manche können, je nach Nutzerstruktur, auch für Ihre Interaktion mit Kunden geeignet sein. Beispielsweise WhatsApp: Die Story-Funktion und Gruppenchat-Option des Messengerdienstes werden zunehmend auch von Unternehmen genutzt. Dennoch ist WhatsApp kein echtes „Social Network”. Gruppen-Chats werden schnell unübersichtlich, wenn sich viele Teilnehmer zu Wort melden, zudem ist die Größe auf 256 Teilnehmer beschränkt. Und Reaktionen auf „Stories” sehen nur Sie, aber nicht andere verbundene Kontakte.

Der chinesische Videodienst TikTok wird zunehmend auch von professionellen Anbietern „bespielt”, darunter die ARD Tagesschau und ein Computermagazin aus München. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, denn Werbung ist nur eingeschränkt möglich. Bisher ist das Portal vor allem für lustige und schräge Inhalte von privaten Nutzern und einigen Influencern bekannt.

Daneben gibt es etwa noch Snapchat, Pinterest, Tumblr und reddit. Manche davon sind nicht mehr, noch nicht oder nur regional relevant.

Unser Rat: Halten Sie beständig Augen und Ohren offen, wie sich der Social-Media-Kosmos weiterentwickelt.

 

Strategie für Ihre Social-Media-Kommunikation

Hier kommen einige grundlegende Tipps, wie Sie das Thema Social Media strategisch angehen können:

Relevante Netzwerke auswählen

Lassen Sie sich von der Vielfalt im Netz nicht verunsichern: Sie müssen keinesfalls überall aktiv sein. Entscheiden Sie in Ruhe, was Sie kommunizieren können und wollen. Gerade als kleineres Unternehmen müssen Sie den Aufwand in einem machbaren Rahmen halten. Bei der Entscheidung, wo Sie aktiv sein wollen, sollten Sie die Vorlieben Ihrer Kunden berücksichtigen: Sind diese eher auf Facebook oder Instagram aktiv? Ist doch Xing die relevantere Plattform? Daran können Sie sich bei Ihrer Wahl sinnvoll orientieren.

Individuelle Inhalte

Bilder und Texte, die Sie veröffentlichen, sollten überwiegend mit Ihnen und Ihrem Geschäft zu tun haben. Es sollte sich dabei möglichst um Ihre eigenen Inhalte handeln. Einerseits, weil Sie dann selbst die Urheberrechte haben. Andererseits macht der eigene Content Sie und Ihr Angebot unverwechselbar. Sicher bietet es sich gelegentlich an, relevante Branchen-News erneut zu teilen – etwa einen Link auf ein spannendes Grundsatzurteil, neue Gesetze und Verordnungen. Aber das sollten nur Ausnahmen und nicht die Regel sein. Vor allem sollten Sie niemals fremden Content als eigenen Inhalt ausgeben! Sie handeln sich damit nicht nur juristischen Ärger ein, sondern vergrämen möglicherweise auch Ihre Kunden.

Es ist übrigens völlig in Ordnung, den gleichen Content auf mehreren Plattformen zu nutzen. Instagram beispielsweise bietet die Option, ein neues Posting gleichzeitig auf dem verknüpften Facebook- und Twitter-Account zu veröffentlichen. Das zeigt Konsistenz und stärkt die Wiedererkennung – Ihre Kunden folgen Ihnen vielleicht auf verschiedenen Kanälen. Überlegen Sie allerdings, ob das Inhaltsformat für den entsprechenden Medienkanal geeignet ist.

Wichtig: Bleiben Sie in Sachen gesetzlicher Vorschriften und Datenschutzfragen auf dem Laufenden. Ihre Social-Media-Aktivitäten und professionellen Nutzerkonten auf den jeweiligen Plattformen können beispielsweise – wie Ihre Unternehmenswebseite – einer Impressumspflicht unterliegen.

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Mit Berater sprechen

Sie haben Fragen? Gerne sind wir kostenlos in unserem V-Hub Chat oder telefonisch für Sie da.

Erreichbarkeit und Reaktionszeit

Die sozialen Medien sind rund um die Uhr erreichbar – das können Sie in einem kleinen Unternehmen natürlich kaum abdecken. Allerdings sollten Sie Ihre Accounts auch außerhalb der normalen Geschäftszeiten im Auge behalten. Besonders dann, wenn Sie bemerken, dass der Austausch mit Ihren Kunden gut angenommen wird.

Sie können sich Benachrichtigungen auf Ihr Smartphone senden lassen, so dass Sie wichtige Mitteilungen und Reaktionen auch zwischendurch lesen und beantworten können. Manchmal reicht schon ein kurzes „Wir kümmern uns so schnell wie möglich“.

 

Beziehungspflege und Persönlichkeit: Was wirklich zählt

Gerade in kleinen Unternehmen ist der Gründer oder Inhaber die „Seele“ des Geschäfts. Bleiben Sie sich also weitgehend treu, wenn Sie über Social Media-Kanäle mit Ihren Kunden und Interessenten kommunizieren. Wenn Sie im geschäftlichen Umfeld eher als sachlicher Zahlenmensch gelten, dann sind süßliche Texte in Ihren Postings nicht glaubwürdig: Versuchen Sie, einen freundlichen Mittelweg zu finden. Authentizität zahlt sich langfristig aus.

Bleiben Sie dabei beständig und besonnen. Reagieren Sie auf Beschwerden immer sachlich und ruhig – auch im Netz gilt im übertragenen Sinne „wer schreit, hat Unrecht“. Versuchen Sie lieber, lösungsorientiert zu handeln und nehmen Sie die Kundenperspektive ein. Denn: Aufrichtige Kommunikation und Hilfsbereitschaft kann aus Kritikern treue Kunden machen, die Sie und Ihr Geschäft weiterempfehlen.

 

Wie handhaben Sie den Umgang mit den sozialen Medien? Welche Social Media-Kanäle pflegen Sie? Wir sind gespannt auf Ihre Anmerkungen. 

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