Startup-Marketing: Innovative Ideen erfolgreich am Markt platzieren

Digitales Business

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Datum 28.08.2020
Lesezeit 7 Min.

Startup-Marketing: Innovative Ideen erfolgreich am Markt platzieren

Eine innovative Idee ist der Anfang für eine Unternehmensgründung, eine Erfolgsgarantie ist sie jedoch nicht. Erfahrene Gründer wissen, dass junge Unternehmen mehr als eine zündende Idee für den Durchbruch brauchen. Eine dieser weiteren elementaren Voraussetzungen ist effektives Startup-Marketing.

Der Businessplan steht, die Finanzierung und das Team ebenso. Auch die Standortfrage ist geklärt und die erste Handvoll Kunden gefunden. Doch abgesehen von diesen ersten Aufträgen tut sich trotz aller Bemühungen nicht viel? Das kann am fehlenden Marketing liegen. Warum Gründer von Anfang Absatzförderung brauchen und wie Sie das Thema gezielt angehen, erfahren Sie hier.


Startup-Marketing braucht eine Strategie 

Marktreife ist eines, Markterfolg etwas anderes: Das musste schon so mancher Gründer erfahren, dessen unternehmerisches Projekt gescheitert ist. Oft passiert das sogar unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil ein mangelnder Bekanntheitsgrad für das Scheitern mitverantwortlich ist. Das beste Angebot nützt nämlich nichts, wenn es den potenziellen Abnehmern nicht bekannt ist.

Deshalb ist durchdachtes Marketing gerade für Gründer so wichtig. Gut umgesetzt macht es Ideen sichtbar, Produkte greifbar und Marken namhaft – im Idealfall sogar, bevor es sie gibt. 

Ein Beispiel für frühe Verkaufsförderung ist die Finanzverwaltungs-Plattform Mint. Das US-Startup begleitete seinen Markteintritt mit einem Newsletter: Registrierte Nutzer wurden über den Start benachrichtigt. Mint startete mit 20.000 potenziellen Kunden. AirBnB kontaktierte zu Beginn massenhaft Vermieter, die auf der US-Anzeigenplattform Craigslist nach neuen Mietern suchten. Und der Social-News-Seite Reddit gelang ein erfolgreicher Launch mit Hilfe eines prominenten Bloggers: Er erwähnte Reddit in einem Essay. Hier kam also erfolgreiches Influencer-Marketing zum Einsatz.

Solche Coups gelingen natürlich nicht immer. Aber die Beispiele zeigen, dass gutes Startup-Marketing möglichst von langer Hand strategisch geplant sein sollte. Dann zieht es bereits im Vorfeld Aufmerksamkeit auf sich. 

Vorteile von frühem Startup-Marketing:

  • Das Interesse von potenziellen Kunden und Partnern wird geweckt.
  • Mit guten Erfolgsaussichten steigt die Unternehmensbewertung.
  • Damit gelingt die Finanzierung leichter.
  • Das mögliche Medienecho ist größer.
  • Die Bekanntheit in der Zielgruppe steigt weiter an.

Spätestens jedoch zum Debüt sollte ein zugkräftiges Konzept stehen. Ob ein dauerhafter Erfolg gelingt, hängt entscheidend von der Glaubwürdigkeit der Kampagne ab. Deshalb sollten Neugründungen nicht nur an pfiffigen Aktionen feilen. Denken Sie daher schon in der Gründungsphase langfristig: Die Kommunikation sollte zu jedem Zeitpunkt zu den Unternehmenszielen, den Produkten und den Zielgruppen passen.

Grundlagen für seriöses Startup-Marketing:

  • Überprüfen Sie immer wieder die eigene Haltung und den Zweck Ihres Startups.
  • Reagieren Sie auf Entwicklungen und passen Sie das Marketing daran an. 
  • Bleiben Sie dabei innovativ. 
  • Halten Sie immer Ausschau nach weiteren Lösungen und zusätzlichen Märkten.
  • Behalten Sie die zukünftigen Kunden und ihre Bedürfnisse im Fokus.

Video: YouTube / Felix Thoennessen

Strukturiert planen und vorgehen

Startup-Marketing ist also von großer Bedeutung und will gut vorbereitet sein. Doch in der entscheidenden, meist turbulenten Anfangsphase gerät das Thema leicht in den Hintergrund, weil Sie sich als Gründer so intensiv mit Ihrem Vorhaben befassen. Da scheint es kaum vorstellbar, dass nicht alle anderen Menschen ebenso gut informiert und von der Sache überzeugt sind wie Sie selbst. 

Deshalb haben wir hier für Gründer einen kurzen Marketing-Fahrplan zusammengestellt, mit dem Sie in neun Schritten Ihr Startup-Marketing auf den Prüfstand stellen können:

Top Mittelstands Dienstleister 2020

Top Mittelstands Dienstleister 2020

Vodafone wurde von der WirtschaftsWoche mit dem Siegel zum Top Mittelstands Dienstleister 2020 ausgezeichnet.

  1. Klären Sie möglichst früh, wofür Sie und Ihr Unternehmen stehen wollen. Was ist Ihnen wichtig? Was möchten Sie bewirken? Welche Probleme lösen Sie? Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?
  2. Leiten Sie aus den Antworten Ihre Zielgruppe ab.
  3. Nutzen Sie Marktforschung, um mehr über die Wünsche und das Kaufverhalten ihrer angepeilten Kundschaft zu erfahren. Wiederholen Sie das bei Bedarf regelmäßig und behalten Sie die daraus gewonnenen Erkenntnisse als Richtschnur stets im Blick.
  4. Stecken Sie geschäftliche Meilensteine und Wegmarken ab, die Sie erreichen wollen.
  5. Verfolgen Sie Ihren Fortschritt mittels messbarer Marketingziele, z. B. zu Umsatz, Marktanteilen, Kundenanzahl, Menge von Followern in sozialen Netzwerken.
  6. Stellen Sie eine Wettbewerbsanalyse an, um mehr über das Marktumfeld sowie die Stärken und Schwächen der Mitspieler zu erfahren.
  7. Entwerfen Sie darauf aufbauend ein Business-Konzept, mit dem Sie beispielsweise eine Qualitäts- oder Kostenführerschaft verfolgen.
  8. Entscheiden Sie sich an diesem Punkt für die Art und Weise des Vertriebs. Je nach Produkt oder Dienstleistung kommen dafür der direkte (Online-)Vertrieb oder ein indirekter Weg über einen (Online-)Zwischenhändler infrage.
  9. Wählen Sie je nach Vertriebskonzept, Zielgruppe und -richtung die passenden Kommunikationskanäle für Ihr Startup-Marketing. Richten Sie dementsprechend Ansprache, Inhalt und Form Ihres Auftritts aus.

Natürlich braucht Ihr Unternehmen noch einen Namen, weil er ein zentrales Marketing-Element sein wird. Im Idealfall erfüllt er mehrere Kriterien: Er vermittelt auf den ersten Blick den Nutzen Ihres Angebots, wirkt positiv und ist ebenso einzigartig wie einprägsam.

 

Vier Praxis-Tipps für erfolgreiches Startup-Marketing 

Anregungen aus der Praxis können für Gründer und ihre Startups wertvoll sein: Im Mittelpunkt stehen vergleichsweise kostengünstige Ansätze im Online-Marketing, weil Startups in der Regel nur wenig Budget zur Verfügung haben.

  • Vertrauen und Nachhaltigkeit: Jede nachhaltige Geschäftsbeziehung basiert auf Vertrauen. Das müssen Neueinsteiger sich verdienen. Dabei können bereits vorhandene und zufriedene Kunden helfen – obwohl es anfangs nur wenige sein dürften. Sammeln Sie von ihnen Empfehlungen ein, um damit Ihre Glaubwürdigkeit zu unterstreichen. Veröffentlichen Sie die Referenzen über Print- oder Internet-Kanäle. Nutzen Sie auch weitere Möglichkeiten im Online-Marketing wie Share-Buttons, Gamification, Einbindung von Nutzerkommentaren oder User-Generated-Content, um Ihr Standing zu verbessern.
  • Kompetenz auf Augenhöhe: Präsentieren Sie sich von Anfang an als kompetenter Partner, zum Beispiel auf Messen oder vergleichbaren Events im Internet. Seien Sie offen für Kollaborationen mit anderen Mitspielern oder engagieren Sie sich mit eigenem Know-how an fremden Projekten. Veröffentlichen Sie fachspezifischen, aber leicht konsumierbaren Content wie beispielsweise Studien, Umfragen, Whitepaper oder Videos. Das kann in eigenen Blogs oder als Gastkommentar auf Websites anderer Anbieter geschehen.
  • Solide Arbeit hinter den Kulissen: Nutzen Sie die Möglichkeiten der Suchmaschinenoptimierung (SEO), um Ihr Startup im Netz sichtbar zu machen. Finden Sie also heraus, wonach Ihre Zielgruppe per Google und Co. sucht. Greifen Sie die Fragen auf und beantworten Sie sie auf Ihrer Website. Verwenden Sie dafür beispielsweise Texte, Videos und andere Formate.
  • Aufmerksamkeitsstarke Partnerschaften und Wettbewerbe: Beteiligen Sie sich an Initiativen, die zusätzliche Aufmerksamkeit erregen. Nehmen Sie an Startup-Wettbewerben teil oder gehen Sie strategische Partnerschaften mit bekannten und reichweitenstarken Unternehmen ein. Alternativ können Sie für Ihr Produkt eine publikumswirksame Crowdfunding-Aktion starten.

Mann dreht Erklärvideo

Tutorials, Produktvideos und Crowdfunding-Kampagnen sind für Startups gute Möglichkeiten, Kompetenz zu zeigen.

Marketing-Kosten für Startups 

Startup-Marketing ist anspruchsvoll. Nicht jeder Gründer oder jedes Teammitglied verfügt über die dafür erforderlichen zeitlichen Ressourcen oder das notwendige Know-how. Dann kann es sinnvoll sein, die Aufgabe initial (oder längerfristig) an spezialisierte Agenturen zu übertragen. Für deren Dienste wird natürlich Honorar fällig. Aber auch Startup-Marketing in Eigenregie gibt es nicht umsonst. 

Kosten-Faktoren im Startup-Marketing

  • Eine Website lässt sich mit einem Open-Source-CMS (wie etwa WordPress) bereits mit wenig Budget selbst aufbauen. Professionelle Webdesigner verlangen für ein Ergebnis mit größerer Funktionalität und schickerer Optik schnell vierstellige Euro-Beträge. Je nach Anspruch an die individuelle Gestaltung des Internetauftritts geht der Preis in die Höhe.
  • Es lohnt sich, am Anfang in eine SEO-Analyse und Beratung zu investieren, damit Ihre Website von den richtigen Interessenten gefunden wird. Planen Sie als Anfangsinvestition einen kleinen vierstelligen Betrag ein – die genaue Höhe hängt vom Umfang der Webseite ab.    
  • Online-Druckereien bieten Visitenkarten, verschiedene Flyerformate und gestaffelte Stückzahlen zu sehr kleinen Preisen an. Hier liegen die Hauptkosten in Design, Druckdatenerstellung und bei Flyern auch in der Verteilung der Werbemittel.
  • Die Teilnahme an geeigneten Messen und Konferenzen zahlt sich oft schon kurzfristig aus, wenn Sie im persönlichen Gespräch potenzielle Kunden oder Partner überzeugen können. Die Kosten hängen von Teilnahmegebühren und dem Veranstaltungsort ab. 
  • Vergessen Sie dabei nicht: Diese Aufwände sind in der Regel steuerlich absetzbar. Bis zum Einsetzen der Geschäftstätigkeit und den ersten Umsätzen müssen Sie allerdings in Vorleistung treten.

Die Basis-Maßnahmen lassen sich erheblich erweitern. Sinnvoll sind beispielsweise bezahlte digitale Anzeigen bei Google Ads oder –  je nach Branche und Produkt – auch Print-Inserate in Fachmedien, Außenwerbung oder andere klassische Werbeformen. Investieren Sie auch in professionelle Fotos von Produkten und gute Porträts des Gründungsteams. Und kommen Sie bei der Namenssuche für Unternehmen und Produkte nicht weiter, helfen Ihnen ebenfalls Spezialisten weiter. Alternativ können Sie Ihr Startup-Marketing vollständig einer Agentur überlassen. Durchschnittlich investieren Startups drei bis fünf Prozent von ihrem erwarteten Bruttoumsatz in Marketingmaßnahmen.

 

Wie haben Sie Ihr Startup-Marketing aufgebaut? Teilen Sie uns mit, was dabei gut lief oder wo es hakte. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

 

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