Augmented Reality – Definition, Anwendungsfelder und Zukunftspotenziale

Technologie

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Datum 11.01.2022
Lesezeit 7 Min.

Augmented Reality – Definition, Anwendungsfelder und Zukunftspotenziale

Augmented Reality (AR) bedeutet „erweiterte Realität”. Dabei wird die tatsächliche Realität durch eine digitale Zusatzebene angereichert bzw. erweitert (englisch: Augmentation). Benutzer:innen nehmen diese virtuellen Darstellungen und Objekte zum Beispiel über das Smartphone, eine Augmented-Reality-Brille oder Datenhandschuhe wahr.

Zum Beispiel in der Produktion, der Wartung und Reparatur oder im Marketing: Die Erweiterung der physischen Welt mit digitalen Informationen und Elementen führt in immer mehr Wirtschaftsbereichen zu einer neuen „Realität” – der Augmented Reality. Doch was genau steckt hinter dieser Technik und wie profitieren Sie davon? Wir erläutern die Hintergründe und zeigen auf, wie Sie diese „erweiterte Realität” sinnvoll für Ihr Business nutzen.

 

Was ist Augmented Reality?

Augmented Reality (AR) kann alle menschlichen Sinne ansprechen, wird aber vorrangig für visuelle Wahrnehmungen genutzt. Sie fügt realen Bildern oder Videoaufzeichnungen virtuelle Zusatzinformationen oder computergenerierte Objekte hinzu. Also erschafft AR im Gegensatz zur Virtual Reality (VR) keine komplett virtuelle Welt, sondern eine „erweiterte” Realität.

Die Ursprünge der AR-Technik liegen in den 1960er-Jahren: 1965 entwickelte der Harvard-Student Ivan Sutherland das Konzept eines Ultimate Displays, das die Grundlage für den Prototyp des Head-Mounted Displays (HMD) bildete. Dieser Vorläufer einer VR-Brille projizierte computergenerierte Objekte auf ein Display direkt vor dem Auge. Allerdings waren damals aufgrund der geringen Rechenleistung lediglich einfache geometrische Formen möglich, wie etwa ein Würfel.

 




Video: YouTube / Digitalzentrum Berlin

 

Die wegweisenden Konzepte von Sutherland waren eine gute Grundlage: In den Folgejahren entstanden dank leistungsfähiger Computertechnik weiterentwickelte Formen der bis dato klobigen Head-Mounted Displays. Federführend war hierbei das US-Militär, das zunächst Head-up-Displays (HUDs) in Kampfflugzeuge integrierte. Diese stellten den Pilot:innen in Echtzeit wichtige Flugdaten zur Verfügung, beispielsweise einen künstlichen Horizont oder die Flughöhe – alles im direkten Sichtfeld. Die erweiterte Realität wurde im militärischen Bereich außerdem als Zielerfassungssystem erprobt.

Wenige Jahre später implementierten Entwickler:innen des Flugzeugherstellers Boeing diese Technik zum ersten Mal in den Fertigungsprozess: Sogenannte AR-Datenbrillen mit halbdurchsichtigen Displays sollten den Arbeiter:innen wichtige Informationen liefern, zum Beispiel beim Zusammenbau komplizierter Bauteile. Dieses System setzte sich in den frühen 1990er-Jahren nicht durch, hinterließ aber einen bis heute prägenden Begriff: die Augmented Reality, die Verschmelzung von realer Umgebung und Computerrealität.

 

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Augmented Reality als Teil der Mixed Reality (MR)

Die erweiterte Realität (Augmented Reality = AR) fasst man gemeinsam mit der erweiterten Virtualität (Augmented Virtuality = AV) in der sogenannten gemischten Realität (Mixed Reality = MR) zusammen. Ausgeschlossen davon sind die tatsächliche Realität und die reine Virtualität (VR). Diese Begriffe und Abgrenzungen haben unter anderem die Informatiker Paul Milgram und Hario Takemura im Jahr 1994 in ihrem Realitäts-Virtualitäts-Kontinuum (RV) definiert (siehe Grafik).

In den beiden Sphären der MR werden tatsächliche und virtuelle Realität miteinander kombiniert, wobei sie sich teilweise überlagern. Möglich machen das spezielle Sensoren. Sie fungieren als eine Art Erweiterung der menschlichen Sinnesorgane und integrieren computergenerierte Objekte zum Beispiel in das Bild einer Smartphone-Kamera – und zwar in Echtzeit und in 3D. Alltägliche Beispiele hierfür sind Navigations- und Shopping-Apps.

 

Ausklappbare Informationsgrafik

Das Realitäts-Virtualitäts-Kontinuum der Informatiker Milgram und Takemura definiert die Mixed Reality in Abgrenzung zur tatsächlichen und virtuellen Realität.

 

Wie funktioniert Augmented Reality?

Augmented Reality kommt heutzutage in einer Vielzahl unterschiedlicher Geräte zum Einsatz. In Smartphones und Tablets bedient sich die AR-Technik der eingebauten Kameras und stellt die digitalen Zusatzinformationen auf dem Display dar. Die Produktion, Wartung und Reparatur komplexer technischer Geräte kann damit genauer und effektiver werden. Expertise kann im Bedarfsfall zudem direkt an der Maschine oder dem Produkt hinzugeschaltet werden.

AR findet sich nicht nur bei Prozessen innerhalb eines Unternehmens, wie zum Beispiel in der Entwicklung, Produktion, Wartung/Reparatur oder Schulung. Daneben kommt sie auch extern im direkten Kontakt mit Kund:innen zum Einsatz (u. a. Reparatur, Marketing oder Ratgeber im Do-it-yourself-Bereich).

Auch in Geschäften findet diese Technik zunehmend Anwendung, zum Beispiel in sogenannten intelligenten Schaufenstern, um Produkte mit virtuellen Zusatzinhalten zu präsentieren. AR wird auch in der Unterhaltungsindustrie und im Sport eingesetzt: In einem mit 5G ausgestatteten Fußballstadion bietet AR während eines Spiels in Echtzeit Statistiken zu Spielverläufen und Spieler:innen.

Moderne Head-up-Displays (HUDs), die zum Beispiel in Autos oder anderen Fahrzeugen zum Einsatz kommen, bedienen sich eines anderen Prinzips. Es geht unter anderem auf die Technologie von Videobeamern zurück. In den meisten Fällen besteht das HUD in Fahrzeugen aus einem LCD-Bildschirm, der von hinten durchleuchtet wird, ähnlich wie ein analoger Diaprojektor. Dieser Bildschirm wirft das Bild mithilfe eines Klappspiegels auf die Windschutzscheibe. Nur dort, wo die LCD-Pixel auf Durchsicht geschaltet sind, erscheint Licht auf der Scheibe – zum Beispiel in Form einer Geschwindigkeitsanzeige. Einen anderen Ansatz verfolgt die DLP-Technik (Digital Light-Processing): Hier wird das Licht des Projektors über tausende winzige Spiegel nach vorne auf die Frontscheibe geleitet.

Die nächste Stufe der AR-Funktionen in Fahrzeugen ist schon in Planung: Einige Autohersteller arbeiten an HUDs, die mit zusätzlichen Kameras den Augenbewegungen der Fahrer:innen folgen. Dadurch erzeugen sie ein perspektivisch korrektes Halbbild für jedes Auge, sodass im Gehirn ein dreidimensionaler Sinneseindruck entsteht.

 

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Vorteile und Potenziale von AR

Augmented Reality kommt in immer mehr Einsatzfeldern zur Anwendung. Das bringt für nahezu jede Unternehmensgröße und Branche Vorteile mit sich – und zwar nicht nur für den Wirtschaftssektor: Auch für Bildungseinrichtungen und den Gesundheitssektor bietet AR viele bislang ungenutzte Potenziale.

Die Möglichkeiten, wie Sie AR gewinnbringend einsetzen können, liegen im Wesentlichen in diesen drei Bereichen:

  • Marketing und Verkauf
  • Produktion und Wartung
  • Kundenservice

Mit AR-Anwendungen haben Sie vor allem zwei Vorteile: Sie können zusätzliche Informationen genau dort anbieten, wo sie gebraucht werden. Und Sie machen ausgewählte Objekte oder Erfahrungen digital erlebbar. Dabei variiert der Umfang des gebotenen AR-Contents stark: Von vereinzelt eingefügten Zusatzinhalten bis zu nahezu kompletten virtuellen Überlagerungen der Realität ist alles möglich.

Gut zu wissen: AR-Inhalte sind zum einen für speziell gefertigte Mobile-Devices verfügbar (zum Beispiel Google Glass), zum anderen für zeitgemäße Smartphones und Tablets. Da die Hardware-Anforderungen vergleichsweise gering sind, ist die Technologie für alle Nutzer:innen gut zugänglich.


Toan Ngyuen ist sich sicher: Ein neuer Multimilliarden-Dollar-Markt entsteht, und nur wenigen Brands ist dies bewusst. Es geht um sogenannte NFT (Non-Fungible Token). Der Geschäftsführer von Jung von Matt NERD erklärt in dieser Folge von Digitale Vorreiter:innen unter anderem, warum solche NFTs immer mehr zu angesagten Statussymbolen werden. Als selbsternannter Nerd sagt Ngyuen außerdem, warum Batman und Super Mario prominenter sind als Christiano Ronaldo oder Thomas Müller – und wieso Unternehmen ein Auge auf das sogenannte Metaverse werfen sollten. Das und mehr erfahren Sie in diesem Podcast mit Christoph Burseg.

 

Herausforderungen von AR

Augmented Reality entwickelt sich gerade hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten und Potenziale massiv weiter. Folgende Herausforderungen müssen allerdings für die Nutzung durch Unternehmen oder Privatpersonen bewältigt werden:

  • AR-Anwendungen laufen heute schon auf vielen Endgeräten, aber noch nicht auf allen.
  • Die Darstellungen von Inhalten wird immer besser und detailgetreuer, stellt aber vor allem im Unternehmensbereich zunehmende Anforderungen an die Hardware.
  • Da AR-Anwendungen große Datenmengen benötigen, werden entsprechend leistungsstarke Netze benötigt.
  • Die Ergonomie und der Tragekomfort von AR-fähigen Devices werden weiter optimiert.
  • Auch die Usability passt sich den Bedürfnissen ungeübter Anwender:innen immer besser an.
  • Bewegliche virtuelle Inhalte und Umgebungen verursachen bei manchen Nutzer:innen Übelkeit oder Schwindelgefühle.
  • Für den Einsatz von AR müssen unterschiedliche Bestimmungen hinsichtlich des Datenschutzes berücksichtigt werden.

Haben Sie Fragen oder weiteren Informationsbedarf zum Einsatz von Augmented Reality auf Ihren Endgeräten? Unsere Spezialist:innen des Vodafone AR-Teams helfen Ihnen gerne weiter.

 

Eine Frau arbeitet mit einer Augmented-Reality-Brille

Künftig wird Augmented Reality in immer mehr Unternehmen und Wirtschaftszweigen eingesetzt werden.

 

AR-Anwendungsbereiche für Ihr Unternehmen

Seit einigen Jahren integrieren immer mehr Unternehmen aller Größen aus vielen Wirtschaftsbereichen AR-fähige Geräte in ihre Geschäfts- oder Produktionsprozesse. Beispielsweise in produzierenden Branchen wie dem Maschinen- oder Automobilbau, aber auch im Bauwesen, der Medizin sowie in vielen Bereichen der Unterhaltungsindustrie setzt man auf die Integration von AR in die Geschäftsprozesse.

Auch für kleine und mittelständische Unternehmen bieten sich viele Einsatzmöglichkeiten für AR-Anwendungen an. Diese werden sowohl in internen Prozessen als auch an der Schnittstelle zu Kund:innen eingesetzt.

  • Entwicklung: Bei der Planung neuer Produkte überprüfen Sie mittels AR-Darstellungen die Spezifikationen und Anwendbarkeit, ohne zeitaufwendig teure Modelle zu erstellen.
  • Produktion: Produktionsprozesse werden in den vorhandenen Räumlichkeiten mit AR-Modellen simuliert und optimiert. Teure Investitionen in neue Anlagen lassen sich auf diese Weise besser planen, während die konkreten Abläufe in einem Fertigungsprozess geplant und analysiert werden können.
  • Wartung und Reparatur: Mithilfe von AR-Tutorials oder zugeschalteten Expert:innen werden Wartungs- und Reparaturaufgaben an Maschinen oder Produkten schneller und zielgerichteter durchgeführt. Dies geschieht sowohl unternehmensintern als auch vor Ort bei Kund:innen.
  • Schulung und Weiterbildung: AR-Devices (wie zum Beispiel Smart Glasses) erleichtern Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Mitarbeiter:innen profitieren dabei von derselben Trainingseinheit am (virtuellen) Objekt.
  • Beratung und Kundenservice: Bereits beim Verkaufsgespräch kann Kund:innen ein Produkt und dessen Anwendung im jeweiligen Einsatzumfeld vorgeführt werden. Kund:innen profitieren auch bei der Wartung und Reparatur durch schnellen und effektiven Einsatz von AR. Teure Vor-Ort-Besuche entfallen, wenn Kund:innen mittels AR-Tutorials Hilfe bei der Selbstreparatur erhalten.

Auch andere Bereiche nutzen bereits Augmented Reality: Neben dem Gesundheitswesen kommt die Technik zum Beispiel im Katastrophenschutz zum Einsatz. Deutsche Hochschulen entwickeln im Auftrag des Bundesforschungsministeriums AR-Systeme, mit denen Krisenstäbe für Katastrophenszenarien trainieren können. Dabei werden passend zum Übungsszenario relevante Informationen zum Wetter oder zu den Einsatzkräften vor Ort in eine 360-Grad-Visualisierungen eingespielt. So sollen Übungen realistischer und erlebbarer werden, sodass Abläufe für den Ernstfall besser im Gedächtnis bleiben.

Nicht zuletzt bei Unterhaltungsmedien spielt AR eine wichtige Rolle – prominentes Beispiel ist der weltweite Erfolg des AR-Spiels „Pokémon Go”.

 

Support mit Augmented-Reality-Unterstützung

Support mit Augmented-Reality-Unterstützung

Der AR Assistant bietet ortsunabhängige, fachliche Unterstützung für Support-Anbieter und Anwendungen in der Fernwartung. Erweitern Sie klassische Video-Telefonie um visuelle und interaktive Anleitungselemente – für weltweiten Support, ohne vor Ort sein zu müssen. 

  • Markierung von Bauteilen im Video
  • Chat via Text und Voice möglich
  • Einfaches Übersenden von Dokumenten

 

Innovatives Marketing mit Augmented Reality

Immer mehr Unternehmen setzen AR im Marketing und Verkauf ein oder nutzen die Möglichkeit, Kund:innen mit eigenen AR-Angeboten Produkte zu präsentieren oder stärker an sich zu binden. Neben speziellen AR-Apps für Handys und Tablets bietet sich dabei der Einsatz von AR-Anwendungen im Browser an – etwa um die neue Brille direkt im Onlineshop „anzuprobieren“.

Auch in Bezug auf Ihre Kund:innen kann Augmented Reality eine wichtige Rolle spielen. Die Zielgruppe hierfür ist riesig. Denn heutzutage verfügt fast jede:r über ein Smartphone – und damit über ein AR-fähiges Gerät. Diese große Zielgruppe erreichen Sie durch die Integration von AR in Ihre Marketingmaßnahmen auf sehr direkte und eindrückliche Art und Weise.

  • Bereits 2013 verknüpfte beispielsweise das Einrichtungshaus IKEA seinen gedruckten Möbelkatalog mit einer hauseigenen App, die einige der angebotenen Möbel visualisierte und animierte. Seit 2017 können IKEA-Kund:innen Einrichtungsgegenstände vor dem Kauf über eine AR-App direkt ins eigene Wohnzimmer projizieren.
  • Auch Spielzeughersteller Lego, der die Kund:innen schon seit einigen Jahren mit kleineren AR-Installationen in seinen Filialen begeistert, setzt auf die neue Technologie. Die aktuellen Bausätze der „Lego Boombox”-Serie können mit einer von Lego entwickelten App auf dem Smartphone-Bildschirm zum Leben erweckt werden. So entsteht schon für Kinder ein fließender Übergang von der realen Spielwelt zur erweiterten Welt der Augmented Reality.

 

Konkrete Vorteile von AR-Technik im Marketing: 

  • Ihre Produkte werden visuell eindrucksvoll dargestellt. Dadurch steigt der Wiedererkennungswert.
  • Kund:innen treffen Kaufentscheidungen vermehrt auf emotionaler Ebene, da sie mit individuellen Visualisierungen direkt angesprochen werden.
  • AR erzeugt damit ein positives Markenbild und eine hohe Interaktivität mit Ihren potenziellen Kund:innen.
  • Das Kaufrisiko für die Nutzer:innen sinkt durch digitales „Testen” und virtuellen Kontakt.
  • Komplexe Produkte werden mithilfe grafischer Darstellungen und zusätzlicher Informationen besser vermittelt.

 

Intelligente Schaufenster der Zukunft

Forscher:innen arbeiten derzeit an transparenten OLED-Displays, die bald als durchsichtige AR-Bildschirme funktionieren könnten, zum Beispiel als smarte Schaufenster im Einzelhandel. Auf diese Weise sehen Betrachter:innen etwa die Kleidungsstücke im eigentlichen Schaufenster und lesen gleichzeitig Zusatzinformationen zu den gezeigten Produkten auf dem Display ab. 

Das Abrufen von zusätzlichen digitalen Informationen im Einzelhandel funktioniert bereits mit dem Smartphone: Das Start-up getbaff hat eine App für Marketing mit Augmented Reality entwickelt.

 

Eine Frau arbeitet mit einer smarten Datenbrille an einem Monitor

Smarte Datenbrillen gehören längst zum Arbeitsalltag dazu: Ob in der Produktion oder der Entwicklung – sie erleichtern und beschleunigen viele Prozesse erheblich.

So integrieren Sie AR in Ihr Unternehmen

Mehr als ein Drittel der produzierenden Unternehmen in Deutschland setzt bereits AR in der Produktfertigung ein. Viele weitere möchten die Technik in naher Zukunft in den Produktionsprozess integrieren. Doch welche Voraussetzungen sind überhaupt nötig, um Augmented-Reality-Anwendungen und -Geräte in Ihrem Unternehmen zu etablieren?

Tatsächlich können Sie AR nicht ad hoc in einem Betrieb einsetzen. Um eine sinnvolle Integration zu gewährleisten, bedarf es der nötigen technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Zunächst sollten Sie innerhalb Ihrer IT-Abteilung ein spezialisiertes Team bilden. Idealerweise bringen die ausgewählten Teammitglieder bereits Qualifikationen auf dem Feld der AR mit. Dann kennen sie sowohl die bestehenden Prozesse in Ihrem Unternehmen als auch die Anforderungen und Besonderheiten von Augmented Reality. Stattdessen oder ergänzend können Sie aber auch externe Berater:innen hinzuziehen (zum Beispiel von Vodafone).

Da AR nicht bei jeder Tätigkeit in einem Unternehmen gewinnbringend eingesetzt werden kann, sollten Sie Anwendungsfälle definieren:

  1. Wo lassen sich Prozesse durch AR beschleunigen?
  2. Wie kann AR sinnvolle Hilfestellungen liefern?
  3. Wie viel Zeit (und Geld) können Sie tatsächlich dauerhaft durch den AR-Einsatz einsparen? 

Erfolgversprechende Bereiche, in denen Sie AR integrieren können, sind beispielsweise die Entwicklung, Konstruktion und Montage, daneben nahezu der gesamte Wartungsbereich sowie das Marketing.

Wenn diese Grundüberlegungen abgeschlossen sind, sollten Sie die Infrastruktur Ihres Unternehmens auf AR-Geräte und -Anwendungen vorbereiten: Ein leistungsfähiges 5G-Netz auf Ihrem Unternehmensgelände sowie die Integration Ihrer AR-Devices in das Internet of Things (IoT) sind dabei die Grundvoraussetzungen. Wenn Sie bereits über eine entsprechende Infrastruktur verfügen, fallen die Investitionskosten für die Einführung von AR-Technik gering aus.

An anderer Stelle bei uns erfahren Sie noch mehr über Anwendungsmöglichkeiten von AR in verschiedenen Geschäftsfeldern und Branchen.

Smart Glasses – so nutzen Sie AR für Ihr Business

Um AR in Ihrem Unternehmen beispielsweise im Umfeld der Industrie 4.0 oder in einer Smart Factory zu nutzen, benötigen Sie die passenden Devices. Obwohl auch Smartphones und Tablets AR-fähig sind, entfaltet die Mixed Reality nur mit speziell hierfür entwickelten Wearables alle ihre Vorzüge. Eine mittlerweile gängige Methode, um AR-Anwendungen in die Arbeitswelt zu integrieren, sind sogenannte Smart Glasses (AR-fähige Datenbrillen).

Die aktuell bekannteste ist Google Glass, doch auch andere große Hersteller haben mittlerweile Smart Glasses im Portfolio (unter anderem Microsoft mit HoloLens). Sie tragen sich wie normale Brillen und ermöglichen größtmögliche Immersion im jeweils eingesetzten Umfeld, ohne die Träger:innen von ihrer Umgebung zu isolieren. Gleichzeitig lassen sie die Hände frei, um mit der tatsächlichen Realität zu interagieren – ein entscheidender Faktor bei der Nutzung von AR in der Arbeitswelt.

In einer Produktionsumgebung der Industrie 4.0 beispielsweise wird durch den Einsatz von Smart Glasses eine sogenannte Assisted Reality geschaffen. Das ist eine Umgebung, in der Arbeiter:innen mit Smart Glasses sowie virtuellen Hilfestellungen und Informationen an einem Produkt arbeiten. Neben ergänzenden Daten liefert die Brille bei Bedarf auch Remote-Support oder integriert Videocalls in das Display (zum Beispiel via Microsoft Teams). Der Einsatz kann sich von konkreten Produktionsschritten über die Wartung und Inspektion von Geräten bis hin zur Logistik erstrecken.

Aus dem Ingenieurs- und Entwicklungsbereich sind Smart Glasses kaum noch wegzudenken. AR-Brillen visualisieren und begleiten fast jeden Schritt bei der Planung eines Gebäudes oder eines Produkts. Die Nutzer:innen haben so die Freiheit, Dinge auszuprobieren, Optionen zu prüfen, Fehler frühzeitig zu erkennen und zu jedem Zeitpunkt weitere Meinungen einzuholen. Planungs- und Entwicklungsprozesse verkürzen sich dadurch erheblich und die Wahrscheinlichkeit für (mitunter teure) Fehler wird reduziert.

Gleichermaßen halten Smart Glasses mit AR-Applikationen immer häufiger Einzug in Labore, das Gesundheitswesen und Bildungseinrichtungen.

 




Video: YouTube / Vodafone Deutschland

 

AR-Trends – ein Blick in die Zukunft

Augmented Reality erobert immer mehr Bereiche und wird in Zukunft eine entscheidende Rolle in vielen Unternehmen sowie in unserem Alltag einnehmen. Der Ausbau der Datennetze mit 5G-Geschwindigkeit sorgt künftig dafür, dass AR-Anwendungen an vielen Orten ohne Zeitverzögerung genutzt werden können.

Mit dem Ausbau der digitalen Infrastruktur der Industrie 4.0 werden AR-Devices die Fertigungsprozesse in vielen Produktionsketten beschleunigen. Auch die Wartung und Reparatur komplexer Geräte wird durch AR-Unterstützung deutlich einfacher und effektiver: Zum Beispiel entfallen Anfahrtswege – Expertise an Maschinen oder Produkten kann ortsunabhängig zur Verfügung gestellt werden.

Gleichzeitig werden Innovationen erleichtert und Ideen gelangen schneller zur Produktreife. Was für viele Architektur- und Ingenieurbüros längst zum Alltag gehört, kommt mittlerweile auch in anderen Branchen an: Beispielsweise mit den AR-Apps von Möbelhäusern können Küchen oder Wohnungseinrichtungen passgenau angeordnet und ohne langwierige Planungstermine beauftragt werden.

Auch die Vermarktung von Produkten und Angeboten läuft durch AR-Applikationen künftig visueller und informativer ab – und orientiert sich näher an den potenziellen Kund:innen. Umgesetzt wird dies mithilfe von speziellen Smartphone-Apps oder intelligenten Schaufenstern.

Gleichzeitig können Nutzer:innen digitale Zusatzinformationen durch kleinere und leistungsfähigere AR-Wearables in den Alltag integrieren: Diese finden sich zunehmend am Arbeitsplatz oder im eigenen Haushalt. Das betrifft zum Beispiel intelligente Displays auf innerstädtischen Shoppingmeilen und Steuerungsfunktionen smarter Fahrzeuge.

Und nicht zuletzt in der Unterhaltungs- und Freizeitindustrie ist Augmented Reality künftig in viele Angebote organisch integriert: Ob beim Spielen mit Lego, bei der Jagd nach virtuellen Schätzen in der „echten” Wildnis oder beim Besuch eines Bundesligastadions – die Mixed Reality ist vermutlich schon bald in deutlich mehr Lebensbereichen präsent als bisher.

 

Integrieren Sie bereits Augmented Reality in Ihre unternehmerische Tätigkeit? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.

 


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