Ethernet: So funktioniert kabelgebundene Datenübertragung

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Datum 19.04.2021
Lesezeit 7 Min.

Ethernet: So funktioniert kabelgebundene Datenübertragung

Ethernet – dieses Wort taucht im Zusammenhang mit Vernetzung, Datenübertragung und dem Internet immer wieder auf. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff und welcher Zusammenhang besteht zu LAN-Kabeln, Switches und WLAN? Wir klären auf, was der Standard für kabelgebundene Datenübertragung in geschlossenen Netzwerken bedeutet, wie ein Ethernet-Paket aufgebaut ist und welche Kabelarten es für die Verbindung gibt.

Das Internet, so wie wir es heute kennen, wäre ohne die Ethernet-Technologie kaum denkbar. Zwar laufen immer mehr Internetverbindungen mobil ab, aber im Grunde findet die gesamte Datenübertragung in Serverfarmen, in Büronetzwerken und in vielen Heimumgebungen über sogenannte Ethernet- oder LAN-Kabel statt. Für weitere Strecken wiederum kommen heutzutage fast ausschließlich Glasfaserkabel mit sehr hohen Übertragungsraten zum Einsatz. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Funktionsweise und die verschiedenen Übertragungsraten im Ethernet-Bereich – auch in der Industrie.

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Ethernet: Was ist das eigentlich?

Die zugrunde liegende Technologie für Ethernet-Verbindungen zwischen Computern wurde 1973 von Robert Melancton Metcalfe am Xerox Palo Alto Research Center in den USA entwickelt und skizziert. Obwohl der Name „Ethernet” in Anlehnung an den „Äther” eine Funkübertragung vermuten lässt und es tatsächlich auf dem drahtlosen „ALOHAnet” (eine Pionierarbeit der Universität von Hawaii) basiert, ist das Ethernet eine Bezeichnung für rein kabelgebundene Datennetzwerke.

Über die Jahre wurde die Übertragungstechnologie im Ethernet fortlaufend weiterentwickelt und von etwa drei Megabit pro Sekunde am Anfang auf bis zu 400 Gigabit pro Sekunde (Stand: 2019) gesteigert. Sie wird vorwiegend in lokalen Netzwerken (LAN) eingesetzt, dient teils aber auch für den Datentransport im Wide Area Network (WAN) und inzwischen auch für industrielle Echtzeit-Anwendungen. Das heutige Ethernet basiert trotzdem nach wie vor auf den Prinzipien, die zunächst als IEEE 802.1, dann als IEEE 802.2 und heute im IEEE 802.3-Standard definiert sind. IEEE steht hierbei für das „Institute of Electrical and Electronics Engineers”, einen weltweiten Berufsverband von Elektrotechnik- und Informationstechnik-Ingenieuren mit Sitz in New York und Piscataway, New Jersey, USA.

Ethernet-Verbindungen ab 1.000 Megabit pro Sekunde werden als Gigabit-Ethernet bezeichnet, darunter und ab zehn Megabit pro Sekunde als Fast Ethernet. Bei Übertragungsraten von mehr als 100 Gigabit pro Sekunde wiederum spricht man von Terabit-Ethernet.

 

Welche Vorteile bietet eine Ethernet-Verkabelung?

Als vor einigen Jahren Drahtlosnetzwerke, also sogenannte WLANs (Wireless Local Area Networks), eingeführt wurden, wurde bereits das Ende der bis dato üblichen Ethernet-Verkabelung vorausgesagt. Doch das Gegenteil ist der Fall: Via WLAN lassen sich zwar theoretisch jede Menge Geräte drahtlos mit einem zentralen Knotenpunkt verbinden, doch in der Praxis funktioniert das nicht immer reibungslos.

Das Problem bei WLAN: Innerhalb von Wohn- oder Bürohäusern konkurrieren häufig mehrere WLAN-Router um dieselben Frequenzen. Außerdem können andere Geräte in der Umgebung für Störungen sorgen – Mikrowellen, Garagenöffner, Funklautsprecher und so weiter. Das kabelgebundene Ethernet ist dank ineinander verdrillter Adernpaare und einem zusätzlichen Schutzmantel gegen solche Einflüsse besser geschützt. Erst der neue Mobilfunkstandard 5G ist – auch, aber nicht nur dank deutlich höherer Übertragungsfrequenzen – in der Lage, die typischen Schwachstellen von WLANs sinnvoll zu adressieren und beispielsweise sehr geringe Latenzzeiten (also Verzögerungszeiten beim Datentransport) zu garantieren.

Ethernet ist und bleibt also weiterhin der de-facto-Standard bei der Vernetzung von Computern, Druckern und anderen Geräten und 

  • ist besonders störungsresistent
  • ermöglicht niedrige Bandbreiten und Latenzzeiten
  • gewährleistet schnelle Datenübertragungen

 


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Über Ethernet können Sie somit störungsfreie Übertragungsraten von mehreren Gigabit pro Sekunde auch über weitere Strecken hinweg erreichen. Bei WLAN ist die mögliche Übertragungsgeschwindigkeit sowohl in der Theorie als auch in der Praxis deutlich geringer. Darüber hinaus steht jedem angeschlossenen Gerät die volle Bandbreite gemäß des verwendeten Standards bis zum nächsten Knotenpunkt (beispielsweise einem Switch) zur Verfügung und wird nicht geteilt. Im Vergleich zu WLAN ist Ethernet obendrein weitgehend abhörsicher, was gerade bei unverschlüsselten WLANs nicht der Fall ist.

Ein weiterer Vorteil: Über konventionelle Ethernet-Kabel (mit Kupferadern, siehe unten) können Sie sogar Telefone mit Strom versorgen. Wie das geht, verraten wir Ihnen in unserem separaten Ratgeber zu Power-over-Ethernet (PoE).

 

Welche Nachteile hat eine Ethernet-Verkabelung?

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Eine Ethernet-Verkabelung zu realisieren, kann sehr aufwändig sein. Wände müssen gegebenenfalls durchbohrt, Kabel verlegt und Switches zur Verteilung der Netzwerkdaten eingesetzt werden. Die benötigte Länge an Ethernet-Kabel in einem Unternehmensgebäude kann außerdem schnell mehrere hundert Meter oder gar Kilometer betragen. Insgesamt ist ein Ethernet-Netzwerk also deutlich starrer, was die Flexibilität angeht und in der Anschaffung teurer als beispielsweise eine WLAN-Verkabelung oder ein 5G-Campusnetz. Hinzu kommt, dass beispielsweise Smartphones, Tablets oder sogar manche Notebooks nicht zwingend über einen kabelgebundenen Ethernet-Anschluss verfügen. Daher wird in Büros häufig auf eine Kombination aus Ethernet-Verkabelung und WLAN-Zugriffspunkten gesetzt.

 

Video: YouTube / René Stelljes – Freude an der IT

 

Welche Arten von Ethernet-Kabeln gibt es?

Grundsätzlich werden drei Kabelarten für die Übertragung unterschieden:

  • Ethernet über Koaxialkabel („Token-Ring-Kabel”, „BNC”) – heute kaum noch verwendet
  • Ethernet über achtadrige Kupferkabel (auch als LAN-Kabel, CAT-Kabel oder RJ-45-Kabel bekannt)
  • Ethernet über optische Glasfaserkabel

Die bekannten, achtadrigen LAN-Kupferkabel mit RJ-45-Steckern übertragen die Daten über sogenannte verdrillte Adernpaare („Twisted-Pair-Leitungen”), die normalerweise von einer Ummantelung aus Aluminium und Kunststoff geschützt sind. Dies gewährleistet neben einer hohen Datenübertragungsrate gleichzeitig minimale Übertragungsverluste und Schutz gegen äußere Störeinflüsse. Die einzelnen Adern des Kabels haben üblicherweise einen Durchmesser von 0,4 oder 0,6 Millimetern.

Ein Glasfaserkabel wiederum besteht aus einem inneren Kern und einem Mantel aus Quarzglas oder polymeren optischen Fasern. Auch diese Kabelart ist mit Kunststoff ummantelt und gegebenenfalls noch mechanisch verstärkt. Im Zentrum des Kabels findet die Lichtführung statt, während der Mantel vor allem dazu dient, das Kabel biegen zu können, ohne dass das Lichtsignal unterbrochen wird.

Die einzelnen Klassen der Ethernet-Kabel

Je nach Verlegeart, Kabellänge und Qualität werden Ethernet-Kabel in verschiedene Kategorien („Cat-”X) unterteilt. Außerdem werden Netzwerke auf Basis dieser Kabelart(en) in besonderer Weise benannt: Hierbei steht vorne immer die maximale Übertragungsgeschwindigkeit, gefolgt vom Wort „Base”-X für „Basisband”, also der Übertragungstechnik, und einem Buchstaben für die Kabelart:

  • Cat-1- bis Cat-4-Kabel (10Base2, 10Base5 und 10Base-T): Netzwerke auf Basis dieser Kabelart verwenden herkömmliche, relativ dünne Ethernet-Kabel, die obendrein meist ungeschirmt sind („Unshielded Twisted Pair”, UTP). Sie kommen vorwiegend bei herkömmlichen ISDN-Telefonen zum Einsatz. Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt bis zu 100 Megabit pro Sekunde über kurze Entfernungen hinweg. Eigentlich ist diese Kabelart aber für nicht mehr als zehn Megabit pro Sekunde im dauerhaften Einsatz konzipiert.
  • CAT-5-/5e-Kabel (100Base-T, 1000Base-T): Diese Kabelart ermöglicht höhere Datenübertragungsraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde. Während Cat-5e-Kabel immer bis zu 1.000 Megabit (ein Gigabit) pro Sekunde (auf Strecken unter 45 Metern auch mehr) übertragen können, schaffen Cat-5-Kabel dies nicht in allen Fällen und sollten vor entsprechender Verwendung überprüft werden.
  • Cat-6(A)-Kabel (1000Base-T und 10GBase-T): Diese Kabel ermöglichen eine noch höhere Datenrate von zehn Gigabit pro Sekunde über eine Strecke von bis zu 100 Metern. Sie sind häufig bei bestehenden Gebäudeinstallationen und zwischen Knotenpunkten verlegt, werden aber mehr und mehr durch Glasfaserkabel abgelöst.
  • Cat-7- und Cat-8-Kabel (1000Base-T und 10GBase-T): Diese Kabel sind für noch höhere Übertragungsraten ausgelegt. Mit ihnen sind (im Falle von Cat-8) Übertragungsraten von 40 Gigabit pro Sekunde und mehr möglich. Erreicht wird dies unter anderem durch die separate Abschirmung jedes einzelnen Adernpaars anstatt „nur” des gesamten Kabels.
  • Glasfaser (1000Base-FX, SX und LX sowie 10GBase-SR, SW, LR, LW, ER, EW und LX4): Diese derzeit modernste Art der Datenübertragung basiert nicht auf elektrischen, sondern auf Lichtimpulsen, die durch ein flexibles Kabel aus Glasfaser, basierend auf Quarzglas, realisiert wird. Mit ihnen können nicht nur Daten über mehrere Kilometer Entfernung hinweg nahezu verlustfrei übertragen werden. Es sind auch Datenübertragungen von bis zu 400 Gigabit pro Sekunde und pro Farbe bei geringer Störanfälligkeit möglich.

Eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Ethernet-Verbindungsarten, den zugehörigen IEEE-Standard und das Entwicklungsjahr finden Sie auf den Seiten von elektronik-kompendium.de.

Die jeweiligen Kabel werden über genormte Steckverbinder mit den passenden Ports am Router, Wand- oder Bodenauslass oder am zugehörigen Datenverarbeitungsgerät verbunden. Welcher Kabelstandard heutzutage wo verlegt wird, hat sich teilweise verändert: Früher waren es zum Beispiel in Büroumgebungen Cat-4- oder Cat-5-Verbindungen, heute sind dort mindestens Cat-6 oder Cat-7, oder sogar Glasfaserleitungen der übliche Standard.

Im Büro und im Heimbereich liegt die maximale interne Übertragungsrate normalerweise bei bis zu einem Gigabit pro Sekunde – was für die meisten Anwendungen dort ausreichen dürfte. Der eigentliche „Flaschenhals” bei der Datenübertragung in Gigabit-Netzwerken sind häufig nicht mehr die verwendeten Ethernet-Kabel, sondern die Geschwindigkeit der beteiligten Rechner, speziell die der eingebauten Festplatte(n) – aber auch die Switches, an denen mehrere Gigabit-Ports gleichzeitig versorgt werden müssen. 

 

Welche Voraussetzungen muss ein Ethernet-Netzwerk erfüllen und was brauche ich?

Wenn Sie ein Ethernet-Netzwerk „aus dem Nichts” aufbauen oder eine vorhandene, veraltete Büroverkabelung modernisieren wollen, können Sie sich ganz auf die Vodafone-Netzwerkspezialisten verlassen. Diese helfen Ihnen, was die Planung, die Installation und die Inbetriebnahme Ihres hausinternen Ethernet-Netzwerks oder sogar eines standortübergreifenden Firmennetzwerks mit Unterstützung durch MPLS und SD-WAN angeht. Ansonsten benötigen Sie neben einem Verlegeplan für Ihr Netzwerk unter anderem Folgendes:

  • Eine ausreichende Menge an Verlegekabel, am besten CAT-6 oder höher für die Gebäudeinstallation (oder Glasfaser)
  • Eine entsprechende Anzahl fertig konfektionierter Cat-5e-Kabel für die Verbindung zwischen Hausinstallation und dem eigentlichen Computer oder Gerät
  • Eine Bohrmaschine mit Aufsatz für Wanddurchbrüche (Brandschutz beachten!)
  • Eines oder mehrere Patch Panels in einem Anschlussraum und/oder Ihrem Serverraum, an dem die Gebäudeinstallation anliegt und mit Portnummern versehen ist
  • Eine passende Anzahl von Gigabit-Switches, passend zu der verlegten Kabelart pro Etage oder Bereich
  • Eine entsprechende Anzahl an Bodentanks oder Wanddosen für die Aufnahme von Ethernet-Ports
  • Ein passendes Crimp-Set, um Kabel abzulängen und mit Ethernet- oder Glasfaser-Steckern zu versehen

Was nach viel Arbeit klingt, ist in der Praxis je nach Umfang der Installation und Besonderheiten vor Ort von Profis innerhalb weniger Tage erledigt. Anschließend verfügen Sie über ein eigenes, hausinternes Ethernet-Netzwerk, das Sie anschließend softwareseitig gegenüber dem öffentlichen Internet abschirmen können und sollten.

 

Video: YouTube / Heimwerker SPEZIAL

 

Wie ist ein Ethernet-Paket aufgebaut?

Unabhängig von der zugrunde liegenden Kabelart (Glasfaser, Kupferkabel, oder (veraltet): Koaxialkabel) müssen die Ethernet-Daten in standardisierter Form durch die Leitungen geschickt werden. Schließlich sollen alle beteiligten Sender und Empfänger (dazu gehören auch Drucker und andere Geräte) mit den Informationen etwas anfangen können und die übrigen Geräte nicht stören.

Die eigentlichen Daten werden daher in kleineren „Portionen” mit Hilfe sogenannten Ethernet-Frames in etwas größere Ethernet-Pakete „eingepackt” und dann auf die Reise geschickt. Grund hierfür ist unter anderem, dass die Datenübertragung in kleineren Portionen weniger fehleranfällig ist. Bei einer Störung ist nicht gleich das gesamte Datenpaket betroffen, sondern nur eine kleine Teilzahl von klar eingegrenzten Paketen. Außerdem lässt sich nur auf diese Art wie oben beschrieben ein „fairer” Zugriff auf das gemeinsame Medium sicherstellen. Wäre dies nicht der Fall, würde ein Rechner, der riesige Datenmengen verschickt, für die Dauer dieses Sendevorgangs einen Großteil des Ethernet-Netzwerks blockieren und andere Computer könnten weder etwas versenden noch empfangen.

Wie ein solches Ethernet-Paket grundsätzlich aufgebaut ist, zeigt nachfolgende Darstellung (die Hexadezimalzahlen in den einzelnen Datenfeldern des Pakets dienen nur der Veranschaulichung):

 

Ausklappbare Informationsgrafik

Infografik: Eigenkreation / Wikipedia / IEEE

 

Das Bild zeigt den Paketaufbau nach dem aktuellen Ethernet-II- und IEEE-802.3-Standard. Dieser Standard steht inzwischen synonym für den Begriff Ethernet, da Ethernet-I schon seit Längerem überholt ist.

Die Ethernet-Pakete haben jeweils einen einheitlichen Aufbau: Sie haben eine bestimmte Größe und beinhalten neben den eigentlichen Daten auch eine Prüfsumme sowie die Start- und Zieladresse des Pakets in Form von sogenannten MAC-Adressen. Hierbei handelt es sich um die sechs Byte langen und weltweit eindeutigen Adressen der Quell- und Zielrechner, die an der Kommunikation beteiligt sind. Im Unterschied zu den dynamisch vergebenen IP-Adressen liegt den MAC-Adressen jeweils eine bestimmte Netzwerkkarte zugrunde, deren Hardware-Adresse zumindest in der Theorie nicht änderbar ist.

Bytes versus Bits: Die Ethernet-Geschwindigkeitsangaben

100 Mbit/s sind nicht 100 Megabyte pro Sekunde: Während für den Anwender vor allem die Information spannend ist, wie viele Megabyte pro Sekunde auf den eigenen Rechner übertragen werden können, wird die Datenübertragungsrate in Megabit pro Sekunde angegeben. Ein Byte entspricht hierbei acht Bit und so schafft ein 100-Megabit-Anschluss in der Praxis etwa 12,5 Megabyte pro Sekunde an Downloadrate – sofern keine anderen Geräte diesen zeitgleich nutzen und es keine anderen Störeinflüsse gibt.

Über die Informationen, die gemäß der Abbildung im Sektor „VLAN” (Virtual Local Area Network) enthalten sind, können Geräte innerhalb eines virtuellen Subnetzes separat adressiert werden. In größeren Netzwerkstrukturen verbessern solche Subnetze die Performance, da die Grundlast des Datenaustausches zwischen den vernetzten Geräten auf das VLAN beschränkt bleibt. 

Weitere Bereiche des Ethernet-Pakets enthalten Informationen zur Netzwerkart und zur Art der Daten – etwa Protokolldaten oder Nutzdaten – und schließlich die eigentlichen Daten im Umfang von bis zu 1.500 Byte. Das PAD-Feld (wie „Padding”, also „Auffüllen”) ist variabel und dient nur dazu, den eingebetteten Ethernet-Frame auf die erforderliche Minimalgröße von 64 Bit zu bringen. Anschließend wird noch die sogenannte CRC („Cyclic Redundancy Check”)-Prüfsumme übertragen, mit der die Datenübertragung selbst kontrolliert wird.

Ein Ethernet-Paket gilt erst dann als vollständig zugestellt, wenn es komplett empfangen wurde und die mitgeschickte Prüfsumme korrekt ist. Ist das nicht der Fall, könnten die Daten unterwegs beispielsweise durch Signalstörungen verfälscht worden sein. In dem Fall wird das Ethernet-Paket erneut gesendet.

Sogenannte Switches sorgen im Ethernet dafür, dass die Pakete jeweils an die passenden Zielports zugestellt werden und kein unnötiger Datenverkehr mit Rechnern erfolgt, die gar keine Daten erwarten. Heute übliche, sogenannte Full-Duplex-Switches sind in der Lage, Pakete gleichzeitig zu senden und zu empfangen, was die Datenübertragungsrate deutlich verbessert hat.


CSMA/CD: So funktioniert die Ethernet-Datenübertragung „kollisionsfrei”

Es handelt sich bei Ethernet um eine paketorientierte Übertragungstechnik, die ursprünglich für Koaxialkabel (Token-Ring-Systeme) entwickelt wurde. Jedem Paket, das übertragen werden soll, wird für eine gewisse Zeit das Medium exklusiv reserviert.

Damit mehrere Geräte wie beispielsweise Computer, Drucker oder Smart-TVs untereinander kommunizieren und Pakete austauschen können, ist somit eine Zugriffskontrolle auf das physische Medium für die Datenübertragung, also das LAN-Kabel an sich, notwendig. Diese ist auch unter dem Namen „Carrier Sense Multiple Access with Collision Detection” (CSMA/CD) bekannt.

Hierbei „wartet” das Sendemedium zunächst eine „freie” Zeitspanne ab, um mit der Übertragung zu beginnen und reserviert sich dann das Medium. Versuchen hier zwei Geräte gleichzeitig, die Übertragung zu beginnen, warten sie jeweils eine zufällige Zeitspanne ab und beginnen dann erneut mit der Übertragung. So werden Paketüberlagerungen im Kabel und damit Fehlübertragungen vermieden.

 

Klassisches Ethernet und Industrial Ethernet – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Wo Maschinen und Anlagen miteinander vernetzt werden, kommt es häufig unter anderem auf garantierte, maximale Latenzzeiten an. Hier ist Ethernet gegenüber (herkömmlichen) drahtlosen Standards wie EDGE oder 4G zwar grundsätzlich im Vorteil – wirkliche Garantien für bestimmte Netzwerkeigenschaften gibt es jedoch nur, wenn ein sogenanntes Bussystem oder eine Ringverkabelung mit speziellen Protokollen zum Einsatz kommen. Solche speziellen Anforderungen sind im Standard-Büro-Netzwerk normalerweise kein Thema – im Bereich der Robotersteuerung oder etwa der Tele-Chirurgie können sie aber von entscheidender Bedeutung sein.

Die oben beschriebene CSMA/CD-Kollisionserkennung als Teil des Ethernet-Standards sorgt normalerweise dafür, dass Datenpakete nur dann übertragen werden, wenn der benötigte Leitungsabschnitt „frei” ist. So entstehen in der Praxis Verzögerungszeiten von meist unter zehn Millisekunden. Trotzdem kann es vorkommen, dass „Datenstaus” entstehen – was bei industriellen Anwendungen zum Problem werden kann. Aus diesem Grund wurde der Ethernet-Standard nach und nach um (teils nicht standardisierte) Anforderungen in der Industrie erweitert. Zu ihnen zählen beispielsweise:

  • Garantierte Paketübertragung innerhalb einer bestimmten Zeit
  • Garantierte Netzwerk-Bandbreiten
  • Hohe Störsicherheit gegenüber elektromagnetischen Feldern
  • Erweiterter Betriebstemperaturbereich
  • Höhere IP-Schutzklasse bei den Steckverbindungen, beispielsweise in feuchten, öligen oder sterilen Umgebungen
  • Schnelle Störungserkennung und Absicherung von Bauteilen durch potentialfreie Meldekontakte
  • Feldbusbasierter Sensoren- und Aktorenanschluss zur Vermeidung von Datenkollisionen

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurden besondere Hardware-Komponenten wie sogenannte „Industrial Ethernet Hubs” entwickelt, die passend abgeschirmt sind. Außerdem gibt es spezielle, staub- und spritzwassergeschützte RJ45-Stecker und echtzeitfähige Protokolle auf IP-Basis wie SERCOS III, Profinet, Powerlink und EtherCAT. Des weiteren kann es notwendig sein, von der üblichen Sternverkabelung (oder Baumverkabelung bei mehreren Netzabschnitten) in Standard-Ethernet-Umgebungen abzuweichen:

Bus- und Ringverkabelung versus Sternverkabelung

Häufig wird in Industrial-Ethernet-Umgebungen auf eine Bus- oder die lange Zeit kaum mehr übliche Ringverkabelung zurückgegriffen. Im Gegensatz zur Sternverkabelung, bei der von einem zentralen Punkt aus alle Geräte miteinander verbunden werden, werden die Netzwerkkomponenten entweder über ein spezielles Zentralsystem (den „Feldbus”) oder als Ring hintereinander verschaltet. Letztere Art von Verkabelung bietet den entscheidenden Vorteil, dass bei zusammenhängenden Komponenten die dazwischen liegende Leitung immer nur von einem einzelnen Sender und Empfänger benutzt wird. Datenpaket-Kollisionen und demzufolge Verzögerungen sind somit praktisch (oder wie der Fachmann sagt: „by design”) ausgeschlossen.

 

Ethernet – eine Erfolgsgeschichte im Überblick

  • Beim Ethernet handelt es sich um eine kabelgebundene Übertragungstechnologie, die als Standard moderner Netzwerke gilt.
  • Sie wird bis heute in den meisten Büro- und Serverinfrastrukturen verwendet und dort sternförmig ausgeführt.
  • Der Ethernet-Standard wurde ursprünglich in den 1970er-Jahren entworfen und seither kontinuierlich weiterentwickelt.
  • Inzwischen sind dank modernster Glasfasertechnologie Datenübertragungsraten von bis zu 400 Gigabit pro Sekunde möglich.
  • Gegenüber WLAN punktet Ethernet mit höheren Geschwindigkeiten, mehr Stabilität und größerer Abhörsicherheit.
  • Beim Thema Flexibilität sind hingegen WLAN-Umgebungen, auch in Kombination mit Mobilfunk, im Vorteil.
  • Der ideale Kompromiss ist meist eine Kombination aus mehreren Technologien.
  • In Industrial-Ethernet-Umgebungen wird häufig auf spezielle Zusatzprotokolle, besonders geschützte Bauteile und Sonderformen der Verkabelung wie Bus oder Ring zurückgegriffen.

 

Bei weitergehenden Fragen zum Thema Ethernet-Verkabelung und für Ihren konkreten Bedarf hilft Ihnen gern das Vodafone Ethernet Business Services-Team weiter. Rufen Sie uns an: 0800 – 444063 3869, Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr, außer an Feiertagen.

 


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