Festplatte löschen – so lassen Sie keine Daten zurück

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Datum 24.01.2021
Lesezeit 4 Min.

Festplatte löschen – so lassen Sie keine Daten zurück

Daten sind ein wertvolles Gut vieler Unternehmen, denn die Sicherheit von Informationen ist im wahrsten Sinne Geld wert. Ob auf Festplatten gespeicherte Informationen über Kunden, Produktionsdaten oder sensible Personaldaten: nichts davon sollte jemals in die Hände von Dritten fallen. Doch Datendiebstahl kommt häufig dort vor, wo niemand ihn vermutet: Bei der Entsorgung oder dem Verkauf gebrauchter Firmenrechner.

Vermeintlich gelöschte Daten auf Festplatten wurden häufig nicht, falsch oder viel zu oberflächlich entfernt. Kriminelle haben leichtes Spiel, an diese Daten zu gelangen. Wie Sie Ihre Festplatten richtig löschen und worauf Sie sonst noch unbedingt achten sollten, erklären wir im Folgenden.

Die Daten sind weg und doch noch da

Stellen Sie sich ein Buch vor. Der Inhalt dieses Buches entspricht den Daten, die auf Ihrer Festplatte gespeichert sind. Mit herkömmlichen Löschmethoden, wie etwa dem Verschieben einer Datei in den Papierkorb, löschen Sie jedoch nicht den gesamten Text des Buches. Lediglich die Inhaltsangabe vorne im Buch wird entfernt. Der Inhalt ist noch vorhanden und kann mit spezieller Software wieder gelesen werden.

 Genau dies geschieht, wenn Sie Daten auf Ihrem PC mit Hilfe der gängigen Verfahren löschen und sie etwa nur in den Papierkorb schieben. Alle Daten sind noch vorhanden. Selbst Laien können die Daten mit Software-Tools wie „Recuva“ (kostenlos) oder „Ashampoo Undeleter“ (kostenpflichtig) unter bestimmten Umständen wieder herstellen. Wie also können Sie Ihre sensiblen Daten endgültig von einer Festplatte löschen?


Wie Sie Daten wirklich löschen

Beim einfachen Löschen von Daten werden diese zunächst nicht überschrieben. Das ist jedoch nötig, damit die auf dem Speichermedium vorhandenen Information für Dritte unlesbar werden. Erst, wenn zuvor gelöschte Dateien ein- oder mehrfach überschrieben werden, sind sie „nicht wiederherstellbar” gelöscht. Wir empfehlen Ihnen daher, sensible Daten vor der kompletten Formatierung der Festplatte einzeln zu löschen.

Mit Hilfe eines sogenannten „Daten-Shredders“ können Sie Daten einzeln sicher löschen. Dazu geeignete Tools finden Sie im Internet, zum Beispiel die Freeware-Tools „Eraser“ (für Windows) oder „CCleaner“ (für Windows und Mac).

Diese Programme bieten Ihnen nach der Installation eine Übersicht über die auf Ihrem Rechner gespeicherten Daten, die Sie einzeln löschen können. Darüber hinaus bieten viele Shredder-Programme die Möglichkeit, den Grad der Lösch-Sicherheit auszuwählen, also die Anzahl, wie häufig die Daten überschrieben werden.

 

Video: Youtube / KreativEcke

Meist überschreibt das Tool den jeweiligen Speicherplatz mit einer zufälligen Zahlenkombination. Achtung: Bei den meisten Daten-Shredder-Programmen müssen Sie eventuell angelegte Partitionen auf Ihrer Festplatte einzeln löschen. Erst, nachdem Sie ihre sensiblen Daten auf diese Weise gelöscht haben, sollten Sie die Festplatte letztendlich formatieren. Worauf Sie dabei achten müssen, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Einfaches Überschreiben wohl ausreichend

Gut zu wissen: Aus einer Forensik-Studie aus dem Jahr 2009 geht hervor, dass einmaliges Überschreiben ausreicht, um die Daten für Dritte unlesbar zu machen. Unter Laborbedingungen wurden die Inhalte verschiedener Festplatten überschrieben und die magnetischen Oberflächen anschließend mit einem Magnetkraftmikroskop untersucht. Die Untersuchung ergab, dass bereits nach einmaligem Überschreiben im Nachhinein die ursprünglich auf der Platte gespeicherten Daten nicht wiederhergestellt werden konnten.

 

Festplatte formatieren – darauf müssen Sie achten

Wir empfehlen, eine Festplatte vor der Weitergabe an Dritte immer komplett mit Hilfe eines Shredder-Tools zu löschen und erst danach zu formatieren. Ein einfaches Zurücksetzen des Betriebssystems genügt oft nicht. Windows löscht beim Formatieren einer Festplatte niemals die Bereiche, auf denen das Betriebssystem hinterlegt ist. So können sensible Daten auf der Festplatte in die Hände Dritter gelangen.

Für das Formatieren der Festplatte mit der Windows-eigenen Formatierungsfunktion gilt daher: Um auch die mit dem Betriebssystem belegten Teile der Festplatte löschen zu können, sollten Sie Windows auf einen USB-Stick oder eine CD aufspielen und von dort aus die Formatierung starten. Noch besser: Sie bauen die Festplatte in einen anderen Rechner ein und löschen (überschreiben) sie dort komplett.

Video: Youtube / KreativEcke

 

Sonderfall SSD-Festplatte

SSD-Festplatten können Sie nicht wie „normale“ Festplatten mit den oben genannten Methoden löschen. Mit Hilfe des sogenannten „Wear leveling“ verteilen SSD-Festplatten Daten auf den einzelnen Speicherzellen. Die gängigen Daten-Shredder-Programme bekommen jedoch keinen Zugang. Das gezielte Löschen einzelner Dateien wird dadurch unmöglich.

Daher können Sie Daten auf Ihrer SSD-Festplatte nur mit Hilfe der herstellereigenen Löschprogramme bereinigen. Diese speziellen, auf die jeweiligen SSD zugeschnittenen Tools ermöglichen Ihnen neben dem sicheren Löschen von Daten auch die Aktualisierung der festplatteneigenen Firmware.

 

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Löschen von Dateien gemacht? Schreiben Sie es uns in die Kommentare!

 


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