Kabel oder DSL? Vergleich der beiden Internet-Technologien

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Datum 09.04.2020
Lesezeit 7 Min.

Kabel oder DSL? Vergleich der beiden Internet-Technologien

Was ist für Ihre Bedürfnisse besser geeignet: ein Kabel- oder ein DSL-Internetanschluss? Im Laufe der Jahre hat sich sowohl beim ehemaligen Telefonkabel als auch bei der Koaxialtechnik viel getan. Was hinter den Technologien steckt und wo die jeweiligen Vor- und Nachteile liegen, erfahren Sie hier. 

Beim Festnetz-Internetanschluss via Koaxialkabel sind inzwischen bis zu ein Gigabit pro Sekunde im Download möglich – bis zu zehn Gigabit sind hier in Planung. Im DSL-Bereich dagegen sind aktuell maximal 250 Megabit pro Sekunde möglich. Für viele Anwendungsfälle ist das ausreichend, doch mit fortschreitendem Datenaufkommen kommt die Technologie langsam an ihre Grenzen.

Laut statista nutzten in Deutschland 2019 ganze 30,34 Millionen Teilnehmer DSL-Technik für ihren Internetanschluss. 9,77 Millionen setzten bereits auf Kabel-Internet. Wiederum 1,59 Millionen Anschlüsse sind über Glasfaser oder andere Technologien wie Satellitentechnik oder MPLS verbunden. Damit hat DSL aktuell einen Marktanteil von über 70 Prozent – Kabel-Internet holt jedoch besonders bei den Neuanschlüssen auf.


DSL (und VDSL): Der direkte ISDN-Nachfolger

Der Begriff „DSL” steht für „Digital Subscriber Line” oder frei übersetzt „Digitaler Teilnehmeranschluss”. Auch der Vorgänger ISDN („Integrated Services Digital Network”) arbeitete bereits digital. Allerdings verlor ISDN mit Einführung der sogenannten NGN-Technik („Next Generation Network”) im Jahr 2003 immer mehr an Bedeutung. 

Grund hierfür ist unter anderem, dass DSL einen deutlich breiteren Frequenzbereich nutzt als ISDN und dabei dieselben Dienste wie Telefon, Fax und (verglichen mit ISDN sehr schnelles) Internet bereitstellt.

Die maximal mögliche DSL-Geschwindigkeit ist durch verschiedene Faktoren begrenzt

In der Praxis ist die Übertragungsleistung trotz des erweiterten Frequenzspektrums jedoch begrenzt. Limitierende Faktoren sind etwa die Länge der Leitung bis zur nächsten Vermittlungsstelle, die dort unterstützte DSL-Technologie und der Leitungsdurchmesser.

Technisch gesehen handelt es sich beim DSL-Kabel um ein doppeltes, verdrilltes Kupferkabel mit vergleichsweise geringem Durchmesser (unter einem Millimeter). Es wird bis zur sogenannten TAE-Dose („Telefon-Anschlusseinheit”) in die jeweilige Wohn- oder Geschäftseinheit verlegt und dort an einen DSL-fähigen Internet-Router angeschlossen. 

Eine gewisse Störfestigkeit erreicht das Kabel dadurch, das die Adern ineinander verdreht sind. Dieses sogenannte „Verseilen” des Kabels sorgt ähnlich wie bei Ethernet-Kabeln dafür, dass sich mögliche Störeinflüsse von außen (sowohl elektrischer als auch magnetischer Art) nicht so leicht im Kabel auswirken können. Auch das sogenannte „Übersprechen” zwischen den eng aneinander liegenden Kabeladern wird so verhindert. 

Die Koaxialkabel, die dagegen bei Kabel-Internet zum Einsatz kommen, sind nochmals deutlich besser abgeschirmt und können daher zwischen zwei Endpunkten wesentlich länger sein. Mit anderen Worten: Koaxialkabel können deutlich länger als DSL-Kabel sein, ohne dass sie mit Störeinflüssen zu kämpfen haben.

Die Installation: Nach wie vor ist häufig ein Besuch vor Ort notwendig

Für die Installation von DSL ist heute oft noch der Besuch eines Technikers notwendig. In diesen Fällen erfolgt die sogenannte Aufschaltung nicht volldigital in der Vermittlungsstelle. Sofern die Anschlussdaten des vorigen Nutzers allerdings bekannt sind, kann auf den Technikerbesuch in vielen Fällen auch verzichtet werden.

Die explizite, hardwareseitige Freischaltung des DSL-Anschlusses hat den Vorteil, dass die Kupferleitung eines bestimmten Kunden nur von diesem genutzt werden kann. Die übertragenen Daten sind somit schon vom physikalischen Grundaufbau der Verbindung her gut gegen äußere Einflüsse geschützt. Der Sicherheitsaspekt spielt allerdings wegen gängiger Mechanismen wie VPN und https in der Praxis aber kaum noch eine Rolle. 

Mit VDSL2 sind bis zu 250 Megabit pro Sekunde möglich

Der schnellste derzeit verfügbare DSL-Standard ist VDSL2. Das „V” steht hier für „Very High Data Rate” und ist auch die Basis aktueller Vodafone Internetanschlüsse via DSL.

Mit Vodafone Red Internet & Phone DSL für Geschäftskunden erreichen Sie eine Übertragungsrate von maximal 250 Megabit im Downstream (also beim Download oder Streaming) und 40 Megabit im Upstream (also beim Hochladen von Daten ins Internet). Dies ist gut geeignet für die meisten Anwendungen und den gleichzeitigen Betrieb von einer Vielzahl an Internet-Arbeitsplätzen. 

Zweidraht-Schaltschrank mit vielen Kabeln

In einem solchen Schaltschrank werden ankommende Leitungen aus der Vermittlungsstelle bestimmten DSL-Internetanschlüssen zugeordnet.

Kabel-Internet: Gigabit für alle mit dem DOCSIS-Protokoll

Ursprünglich wurden in ganz Deutschland Mitte der 1980er-Jahre jede Menge Koaxialkabel unter die Erde gebracht. Ziel war es, die störanfällige analoge Funk-Fernsehtechnik durch eine Kabelverbindung in jeden Haushalt zu ersetzen. Bis auf wenige Ausnahmen im ländlichen Raum ist dieser Prozess abgeschlossen – und so liegt inzwischen in beinahe jedem Haushalt ein zweiadriges Koaxialkabel mit entsprechender Anschlussdose. Diese Kabel können seit Anfang der 2000er-Jahre auch für Internetverbindungen genutzt werden.

Telefonleitungen aus Zweidraht-Kupferkabeln, wie sie für DSL-Anschlüsse verwendet werden, existieren schon seit ungefähr 100 Jahren. Dagegen sind Kabel-Internetanschlüsse also vergleichsweise neu.

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Je nach Internet-Anschlusstechnologie werden verschiedene Kabelarten ins Gebäude verlegt. Manchmal auch mehrere auf einmal.

Kabel-Internet wird meist zusammen mit Glasfaser am Gebäude ausgeführt

In einem Gebäude mit mehreren Parteien nutzen die Haushalte meist nur einen einzigen Kabelanschluss für alle zusammen. Im digitalen Kabel-TV-Bereich geht das ohne Weiteres, da die Daten nur in eine Richtung übertragen werden. Soll jedoch ein solches Haus mit Kabel-Internet versorgt werden, müssen sogenannte Rückkanäle her. In der Summe kommen also leicht mehrere Gigabit pro Sekunde am Hausanschlusspunkt zusammen. Daher erfordert die Einrichtung von Kabel-Internet meist einen eigenen Glasfaser-Anschluss bis an das Gebäude heran („Fiber to the Building”, FTTB).

Dank VPN und https gehören Sicherheitsbedenken der Vergangenheit an

Im Bereich Kabel-Internet kommt eines der modernsten derzeit verfügbaren Internet-Protokolle zum Einsatz: Mit DOCSIS 3.1 sind Übertragungsraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde an jedem Anschluss möglich. Und dank der inzwischen quasi-verpflichtenden https-Verschlüsselung beim Surfen im Internet, Firewall-Mechanismen sowohl im Router als auch in der Vermittlungsstelle und Verschlüsselungsmechanismen wie VPN-Einwahlen sind Ihre Daten obendrein wirksam vor Cyber-Angriffen geschützt.

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Die Up- und Downstreamgeschwindigkeit bei Kabel-Internet ist gegenüber DSL deutlich höher.

NGN: Das steckt dahinter

NGN steht für Next Generation Network. Damit werden vorhandene Leitungsnetze für neue Anwendungsbereiche nutzbar, auch wenn sie ursprünglich auf bestimmte Dienste ausgelegt waren. So werden über Telefondrähte, Kabelfernseh-Leitungen und das Mobilfunknetz inzwischen fast ausschließlich Internet-Daten übertragen. Deren jeweilige Zuordnung zu bestimmten Diensten wie Internet, Telefon und TV erfolgt auf Internet-Protokollebene (Stichwort All-IP).

Das Fazit: Für jede Anwendung die passende Verbindung

Die Frage, ob Kabel-Internet oder DSL die bessere Übertragungstechnik sei, lässt sich pauschal nicht wirklich beantworten. Jede der Übertragungsarten hat ihre eigenen Vor- und Nachteile und eignet sich, besonders in Kombination mit Glasfaser im Backbone, jeweils für fast alle gängigen Anforderungen. An vielen Orten in Deutschland ist zudem die mobile Datennutzung gut ausgebaut und bietet schnelles, leistungsstarkes Internet. Wo kein physikalischer Anschluss möglich ist, kann das also auch eine praktikable Alternative sein. 

Während DSL eine Art physikalische Datensicherheit durch eigene Leitungen bis zur Vermittlungsstelle herstellt, punktet Kabel-Internet gegenüber DSL mit schneller, volldigitaler Einrichtung und sehr hohen Downstream-Geschwindigkeiten. Gerade in Kombination mit dem leistungsstarken Glasfaser-Backbone von Vodafone ist diese Übertragungstechnologie derzeit wohl die beste Datenverbindung, sofern sie am Wunschstandort verfügbar ist.  

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Kabel-Internet punktet gegenüber DSL unter anderem im Downstream-Bereich.

Die Alternativen: Internet via FTTD, LTE, 5G und SD-WAN

Es gibt für spezielle Anforderungen und Anwendungen auch weitere Optionen für schnelle und zuverlässige Internetverbindungen. Diese sind unter anderem: 

  • FTTD (Fiber to the Desk): Hierbei wird eine eigene Glasfaserleitung mit bis zu zehn Gigabit pro Sekunde direkt an jeden Unternehmens-Arbeitsplatz verlegt.
  • Internet via LTE (beispielsweise mit dem GigaCube 5G): Hier sind schon jetzt bis zu 500 Megabit pro Sekunde und mit 5G sogar bis zu ein Gigabit pro Sekunde möglich.
  • MPLS (Multiprotocol Label Switching): Diese Technologie ist speziell für Hybrid-Cloud-Anwendungen mit besonderen Anforderungen an geringe Latenzzeiten und jederzeit garantierte Bandbreiten interessant.
  • SD-WAN (Software-Defined Wide Area Network): Hier wählt eine intelligente Steuerungssoftware den jeweils besten Übertragungsweg für eine bestimmte Anforderung aus. 

Während Sie diesen Text lesen, investiert Vodafone fortlaufend weiter in den Netzausbau und das Zusammenwachsen der verschiedenen Technologien, um allen Kunden die bestmögliche Technologie zugänglich zu machen. Wir unterstützen Sie gern bei der Migration ins Kabel-Internet oder zu anderen Anschlussarten.

 

Welche Technologie nutzen Sie derzeit: Kabel- oder DSL-Internet? Mobile Daten im starken Vodafone-Netz? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

 


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