SaaS (Software as a Service): Das steckt hinter den Cloud-Anwendungen im Mietmodell

Technologie

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Datum 25.05.2021
Lesezeit 7 Min.

SaaS (Software as a Service): Das steckt hinter den Cloud-Anwendungen im Mietmodell

Bei SaaS-Lösungen handelt es sich um Softwareangebote aus der Cloud. Hierbei werden Programme meist nicht lokal installiert, sondern laufen als „Software-as-a-Service”-Anwendungen im Web. Neben dem standardmäßigen und teils sogar kostenlosen Funktionsumfang solcher Angebote lassen sich meist weitere Features flexibel als Module hinzubuchen – und genau wie die gesamte Software auch wieder abbestellen.

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IaaS, PaaS und SaaS: Die drei beliebtesten Arten von Cloud-Dienstleistungen sind nicht ohne Grund so erfolgreich. In vielen Unternehmen steht die IT-Infrastruktur bis heute als erheblicher Ausgabeposten in der jährlichen Bilanz. Sie muss in Form von Servern, Rack-Schränken, Routern und anderen physischen Gütern nicht nur über Jahre hinweg abgeschrieben werden, sondern verursacht auch kaum planbare Folgekosten für Wartung, Betrieb und notwendige Updates. Solche Investitionen in unternehmenseigene Hardware sind sowohl in der Anschaffung, als auch im laufenden Betrieb teuer und für so manches Unternehmen neben dem Kerngeschäft kaum finanzierbar.

 

SaaS – Was ist das?

Mit SaaS („Software as a Service”, auf Deutsch in etwa: Software als Web-Dienst) können Sie sich sowohl Server-Hardware als auch Client-Installationen, sowie entsprechende Wartungsarbeiten weitgehend (er-)sparen. Ein SaaS-Anwendungsdienstleister stellt Ihnen genau die Menge an Leistungen online bereit, die Sie auch benötigen – und Sie bezahlen auch nur hierfür. Streng genommen handelt es sich bei SaaS um eine Weiterentwicklung des sogenannten ASP („Application Service Provider”)-Modells aus den 1990er-Jahren, bei denen ein Anwendungsdienstleister eine Software oder ein ganzes Softwarepaket verwaltet und hostet. Die eigentliche Bedienung und der Betrieb der Software erfolgt im ASP-Modell jedoch meist auf dem Rechner des Benutzers. Erst durch die sogenannte Mandantenfähigkeit bei Software-as-a-Service ist es möglich, Cloud-Angebote für Jedermann zu vergleichsweise geringen Kosten bereitzustellen und das notwendige Hosting in riesigen Rechenzentren zu bündeln – mit entsprechenden Kostenvorteilen für den Anbieter.

Große Rechenzentrumsbetreiber wie Google mit seiner Workspace-Lösung, der Mailanbieter GMX, aber auch Microsoft, Lexware und SAP – sie alle bieten schon seit Langem Software zur Nutzung im Web an – teils sogar ohne jeglichen Download-Client. Die gute alte CD-/DVD-Installationslösung hat somit schon lange ausgedient und wurde fast überall durch Abo-Modelle auf Cloud-Basis ersetzt. Das flexible „Pay as you go”-Bezahlverfahren, bei dem derartige Dienstleistungen leistungsgerecht abgerechnet werden, ist dabei zu einem nicht unerheblichen Teil für den Erfolg verantwortlich. Das Abrechnungsmodell ist besonders flexibel, meist monatsweise kündbar und entlastet Unternehmer aller Art, was ihre hauseigene IT-Infrastruktur und den Personalbedarf für deren Betrieb und Wartung angeht.

Die Verwendung von SaaS-Angeboten kommt sowohl für Kleinbetriebe, als auch für Großunternehmen in Frage, da die benötigten Ressourcen vom Anbieter ohnehin vorgehalten werden und somit keine Aufschläge für „kleinere” Umgebungen anfallen.

 

SaaS („Software as a Service”): Das sind die Vorteile

Gegenüber herkömmlichen Lizenzmodellen und dem klassischen ASP-Modell ergeben sich durch SaaS gleich mehrere Vorteile:

  • Überall verfügbar: Die Software läuft von jedem Ort der Welt aus und in beinahe jedem beliebigen Webbrowser – oft sind auch Apps für Android oder iOS verfügbar.
  • Kein Installationsaufwand: Es sind keine Installationsarbeiten, beispielsweise auf Client-Rechnern, notwendig – es sei denn, der verwendete Browser benötigt bestimmte Plug-ins für die Nutzung der SaaS-Anwendung
  • Keine Infrastruktur notwendig: Für den Betrieb der Mietsoftware muss keine eigene Hardware angeschafft werden
  • Volle Datensicherheit: Der Nutzer muss sich nicht um Backups seiner Daten kümmern, da diese in der Cloud gespeichert werden
  • Immer aktuell: Patches und Updates sind automatisch verfügbar, da die Software nicht heruntergeladen, sondern ebenfalls in der Cloud betrieben wird
  • Entlastung der IT-Mitarbeiter: Der laufende Betrieb von SaaS-Modulen bindet kein Personal und spart somit Kosten

Voraussetzung für den reibungslosen Einsatz derartiger Lösungen ist natürlich eine leistungsfähige und dauerhaft verfügbare Internetanbindung beim SaaS-Kunden. Außerdem muss der Einsatz solcher Komponenten dem geltenden Datenschutzgesetz entsprechen. Beispielsweise dürfen Kundendaten nicht unverschlüsselt oder auf Servern außerhalb der EU übertragen werden (Stichwort: DSGVO). Dies stellen die meisten Anbieter entsprechender Lösungen für Unternehmen in ihren Dienstleistungsvereinbarungen (SLAs, „Service Level Agreements”) und gegebenenfalls ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen sicher. Ist dies nicht der Fall, dürfen SaaS-Angebote nur für nicht-kritische Anwendungen eingesetzt werden (also beispielsweise ohne sensible, personenbezogene Daten).




Video: YouTube / marketingminute.digital

 

Die bekanntesten SaaS-Lösungsanbieter im Überblick

Inzwischen hat sich ein riesiger Markt für SaaS-Anwendungen entwickelt. Nicht nur Google betreibt fast alle hauseigenen Anwendungen wie Gmail, Google Workspace und AdSense ausschließlich im Web – auch und gerade für unternehmensspezifische Anwendungen gibt es ein breites Angebot.

Beispiele für SaaS-Lösungen aus der Cloud sind:

Im Folgenden stellen wir Ihnen exemplarisch einige der größeren SaaS-Anbieter näher vor:

 

Microsoft 365: Kluge Mischung aus Desktop- und SaaS-Anwendungen

Microsoft hat sein bekanntes Office-Paket 365 nicht nur um Kollaborationsfunktionen wie Teams und Skype for Business (ehemals Lync) erweitert. Darüber hinaus wurde gleich das gesamte Angebot in die Microsoft-eigene OneDrive-Cloud verlagert. So können Sie inzwischen mit den bekannten Office-Anwendungen wie Word, Excel, PowerPoint und Co. nicht nur am eigenen Desktop arbeiten. Auf Wunsch begeben Sie sich einfach in die integrierte Cloud-Umgebung und arbeiten dort innerhalb einer Organisation mit Kollegen gemeinsam an Dokumenten.

Wie für andere SaaS-Anwendungen gilt auch hier, dass Updates und Patches automatisch eingespielt werden. Auch für die weiterhin zum Download erhältlichen, üblichen Office-Komponenten werden Updates automatisch bereitgestellt. Die Software wird für einen gewissen Zeitraum einfach angemietet.

 




Video: YouTube / MicrosoftBusiness

 

Salesforce: Intelligente Vertriebssteuerung aus Kalifornien

Salesforce ist eine webbasierte CRM-Plattform aus den USA, die nach eigenen Angaben ihren Kunden bei der Leadgeneration hilft. Auch soll die Software Vertriebsprozesse vereinfachen. Zu jedem potentiellen oder bestehenden Kunden lässt sich ein umfassendes Dashboard anlegen, das die wichtigsten Informationen auf einen Blick darstellt. Gerade, wenn Ansprechpartner häufiger wechseln oder Sie sich einen schnellen Überblick über die wichtigsten Kundendaten verschaffen wollen, kann Salesforce wertvolle Unterstützung leisten.

Das Unternehmen selbst sieht sich sowohl als SaaS- als auch als PaaS („Platform-as-a-Service”)-Anbieter, was bedeutet, dass Drittentwickler eigene Module für Salesforce beisteuern können.

Das dazugehörige Unternehmen erzielte für das Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz von 21,3 Milliarden US-Dollar (Quelle: statista), was für die enorme Bedeutung von CRM-Lösungen als Online-Mietsoftware spricht.

 

SAP: Mehr und mehr Module kommen aus der Cloud

Auch der Softwareriese SAP bietet mehr und mehr seiner Module als SaaS-Lösungen an. Das Angebot des weltweit erfolgreichen Anbieters für Unternehmensanwendungen umfasst dabei Lösungen für fast alle relevanten Unternehmensbereiche wie ERP, Procurement, CRM, HR und viele weitere mehr.

Im sogenannten SAP App Center erhalten Sie einen Überblick über die vielfältigen Module für verschiedene Einsatzbereiche. Die Angebote beginnen bei kostenlosen Zusatzmodulen, meist als Freemium-App, und reichen bis hin zu komplexen Anwendungsmodulen mit fünfstelligen Euro-Bereitstellungspreisen pro Jahr.

Zertifizierte SAP-Partner unterstützen Sie außerdem im Rahmen von Auftragsprogrammierung, falls die angebotenen SaaS-Module individuell erweitert werden müssen.

 

Wrike, Sage und Scopevisio: Enterprise Resource Planning leicht gemacht

Für die Planung von Unternehmensressourcen gibt es verschiedene, ebenfalls Cloud-basierte SaaS-Angebote. Beispielsweise bietet sich Wrike als Allround-Tool für die Verwaltung von Aufgaben an. Sie können verschiedene Mitarbeiterprofile anlegen und Berechtigungen für das Anlegen, Bearbeiten, Administrieren und Bewerten von Arbeitsergebnissen vergeben. Außerdem können Sie den jeweiligen Grad der Zielerreichung festhalten und so alle wichtigen Aufgaben des Unternehmens oder einer Abteilung an einem zentralen Ort verwalten. Weiterhin können Sie Standardaufgaben als Formular vorstrukturieren und der interne Auftraggeber muss dieses dann nur mit Details ausfüllen. Dieses Vorgehen eignet sich beispielsweise für wiederkehrende Übersetzungsaufgaben oder Grafikarbeiten.

Wie für andere SaaS-Lösungen gilt auch für Wrike und Co., dass die Abrechnung grundsätzlich im Mietmodell erfolgt. Allerdings handelt es sich bei Wrike um einen Vertreter des Freemium-Modells, das Sie mit begrenztem Funktionsumfang auch dauerhaft kostenlos nutzen können. Die Bedienung ist komplett über einen beliebigen, aktuellen Webbrowser möglich. Außerdem gibt es native Wrike-Apps für iOS und Android.

 




Video: YouTube / Christian Drumm

 

Mit „Pay as you go” zu leistungsbezogener Abrechnung

Die Bezahlung für Software-Dienstleistungen im SaaS-Modell kann auf verschiedene Arten erfolgen, wobei es auch Mischformen zwischen diesen Abrechnungsmodellen gibt:

  • nach der Anzahl der benötigten Benutzer
  • nach dem benötigten Funktionsumfang
  • nach der Anzahl der Transaktionen (beispielsweise bei Webshops)

Manche SaaS-Anbieter bieten ihre Lösungen auch als sogenannte „Freemium”-Modelle an. Bei diesen ist ein gewisser, grundlegender Funktionsumfang kostenlos verfügbar, weitergehende Funktionen hingegen werden gegen Entgelt angeboten. Beispiele hierfür sind Google Drive oder Mail-Anbieter wie GMX und web.de: Nach der kostenlosen Anmeldung für den Dienst erhält der Nutzer eine gewisse Menge an Speicherplatz gratis zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gehender Bedarf ist kostenpflichtig und wird monatsweise abgerechnet.

Im Zusammenhang mit SaaS ist häufig auch von „Pay as you go (PAYG)” als Abrechnungsmodell die Rede. Die Idee ähnelt in vielen Punkten dem Prepaid-Modell bei Smartphone-Tarifen: Sie bezahlen am Ende des Abrechnungszeitraums immer nur diejenige Menge an Dienstleistung, die Sie auch abrufen beziehungsweise verbrauchen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Investitionsmodellen ergeben sich eine ganze Reihe von Vorteilen:

  • Die Abrechnung erfolgt nur für die Dienstleistungen, die Sie tatsächlich in Anspruch nehmen
  • Die meisten Modelle sind monatlich kündbar
  • Sie profitieren jederzeit von aktuellen Software- und Hardware-Updates und müssen sich IT-betreiberseitig um nichts kümmern
  • Hohe Einmalinvestitionen mit unklarem Amortisationszeitraum (ROI) entfallen

 

Digitaler Arbeitsplatz, Zeiterfassung und soziales Forum: Cloud-Lösungen gehört die Zukunft

Immer mehr Geschäftsbereiche werden von Cloud-Lösungen erobert. Vorbei sind die Zeiten langwieriger Downloads und Installationsprozesse, von Hardwareanschaffungen für passende Server einmal ganz abgesehen. Es ist somit nur noch eine Frage der Zeit, bis unternehmenseigene Server für den Betrieb von Software nicht mehr nötig sein werden.

Unter dem Schlagwort IaaS („Infrastructure as a Service”) beispielsweise werden skalierbare Serverarchitekturen genau wie bei SaaS zur Miete angeboten. Im PaaS-Bereich („Platform as a Service”) wiederum können Entwickler gar eigene Cloud-Anwendungen entwickeln und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

 

Ausklappbare Informationsgrafik

 

Die Verlagerung von mehr und mehr Unternehmensanwendungen in die Cloud schafft neben den genannten Effizienz- und Kostenvorteilen auch mehr Flexibilität für die Mitarbeiter. Immerhin lässt sich durch dieses Vorgehen viel Arbeit optional auch im Home-Office oder von einem anderen Ort der Welt aus erledigen. Die notwendige Interaktion mit den Kollegen findet dann einfach via Chat, Videokonferenz oder E-Mail statt.

 

Welche SaaS-Komponenten haben Sie bereits im Einsatz? Welche Software könnte noch von einem Mietmodell profitieren? Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

 


Alexander Stati
Binasa Gicic
Carlo Kramer
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