SIP Trunk: Was ist ein SIP Trunk und wie funktioniert SIP-Trunking?

Technologie

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Datum 10.03.2021
Lesezeit 3 Min.

SIP Trunk: Was ist ein SIP Trunk und wie funktioniert SIP-Trunking?

Das alte PSTN-Telefonnetz („Public Switched Telephone Network“) ist ein Auslaufmodell. Immer mehr Unternehmen tauschen ihre alten Analog- oder ISDN-Telefonanlagen gegen moderne VoIP-Anlagen. Damit verbunden ist die Umrüstung auf einen SIP-Anlagenanschluss, den sogenannten SIP-Trunk.

Was ist ein SIP-Trunk? Wie funktioniert SIP-Trunking und welche Rolle spielt diese Technologie beim Umstieg auf die VoIP-Telefonie? Das erfahren Sie im Folgenden. Außerdem erklären wir Ihnen im Folgenden, welche Vorteile ein solcher SIP-Trunk für Sie hat.


Was ist ein SIP-Trunk?

Ein SIP-Trunk (englisch: „Baumstamm“ (mit Ästen)) ist ein Telefonanschluss, der Gesprächsdaten aus einer lokalen TK-Anlage an einem bestimmten Punkt bündelt und an das Internet, beziehungsweise einen Cloud-Dienst weiter leitet. Die mit dem SIP-Trunk verbundene Telefonanlage muss jedoch mit dem SIP-Standard kompatibel sein. Die Abkürzung SIP steht für das sogenannte „Session Initiation Protocol“, also ein Netzprotokoll, das Kommunikationssitzungen auf- und abbaut. Der Betrieb einer lokalen Telefonie-Infrastruktur durch einen SIP-Trunk wird als „SIP-Trunking“ bezeichnet.

Anbieter von VoIP-Telefonie stellen bei Bedarf mehrere SIP-Trunks zur Verfügung, an die ihre Kunden ihre firmeninterne Telefonanlage anschließen. Die geschieht jedoch nicht mit Hilfe von herkömmlichen Telefonkabeln, sondern über das Internet. Neben Gesprächsdaten werden auch Videodaten oder etwa Softwareupdates durch diesen virtuellen Telefonanschluss geleitet.

 

Wie funktioniert SIP-Trunking?

Der VoIP-Anbieter verknüpft per SI-Protokoll einen oder mehrere Sprachkanäle mit der TK-Anlage des Kunden. Von der Bandbreite der IP-Verbindung hängt die Anzahl der möglichen Sprachkanäle ab. Dank des SIP-Trunks wird durch einen einzigen Zugang eine Durchwahl auf mehrere Telefone möglich.

Auf dem Server des Anbieters werden nicht einzelne Rufnummern, sondern ganze Rufnummernblöcke registriert. Dadurch ist es möglich, alle Endgeräte einer TK-Anlage durch einen zentralen statt durch jeweils eigene Accounts zu betreiben. So ergibt sich ein großer Vorteil: Die Rufnummernblöcke können eine fast schon hohe Zahl an Durchwahlnummern zur Verfügung stellen.

Ausklappbare Informationsgrafik

Ein SIP-Trunk bündelt die Daten einer lokalen Telefonleitung und leitet sie ins Internet

Diese technischen Voraussetzungen benötigen Sie

Wir empfehlen Ihnen dringend, vor der Installation eines SIP-Trunks und der Umstellung Ihrer Nebenstellenanlage auf moderne VoIP-Telefonie die maximale Bandbreite Ihres Internetanschlusses zu überprüfen. Damit bei gleichzeitiger Benutzung des Internets, etwa durch Videochats, Streaming und so weiter keine Engpässe in der VoIP-Telefonie Ihres Unternehmens entstehen, sollten Sie auf einen Internetanschluss mit möglichst hoher Bandbreite setzen – sowohl bei Down- als auch beim Upload. 

Eventuell kann es sinnvoll sein, dass Sie in Ihrem Unternehmen SIP-Trunking über eine eigene Internetleitung betreiben. Dadurch erreichen Sie eine möglichst gute Leistung bei der VoIP-Telefonie – zum Beispiel mit dem „Vodafone Business Internet Connect“-Tarif – und halten gleichzeitig die andere Leitung für übliches, auch hohes Datenaufkommen frei.

Wenn Sie eine ISDN-Anlage besitzen, können Sie den SIP-Trunk anstelle einer herkömmlichen ISDN-Leitung verwenden oder als Ergänzung zu den bereits bestehenden ISDN-Anschlüssen.

Video: YouTube / Technology Accelerated

 

Welche Vorteile hat SIP-Trunking?

Kein Rufnummernwechsel: Bei einem Standortwechsel behalten dank der SIP-Trunking-Technologie alle Telefonnummern Ihrer Nebenstellenanlage weiterhin ihre Gültigkeit. Ein kostenintensives Aktualisieren, beispielsweise von Kundenbroschüren oder Visitenkarten, entfällt. Auch der Wechsel zu einem neuen Provider verläuft weitgehend unproblematisch: Die meisten VoIP-Anbieter bieten Ihnen bei einem Anschlusswechsel die Portierung Ihrer Rufnummern.

Leichte Administration: Viele SIP-Trunk-Anbieter stellen Ihnen ein leicht bedienbares Online-Menü zur Verfügung. Dadurch haben Sie Rufnummern, Anruflisten sofort im Blick und können beispielsweise Rufweiterleitungen mit wenigen Klicks selbst verwalten. 

Kostenersparnis: Umfangreiche Installationen von physischen TK-Anlagen entfallen. Darüber hinaus ist die Nutzung von mehreren Leitungen und Durchwahlnummern mittels eines SIP-Trunks günstiger als bei Analog- oder ISDN-Telefonanlagen. 

Beliebig viele Sprachkanäle: Bei alten ISDN-Anschlüssen stehen pro Leitung zwei oder bis zu 30 Kanäle pro Leitung zur Verfügung. Bei einem SIP-Trunk können Sie beliebig viele Sprachkanäle an den SIP-Trunk anschließen. Wie viele Anschlüsse Sie benötigen, legen Sie selbst fest. Und wenn Ihr Unternehmen wächst, können Sie dank der SIP-Trunking-Technologie schnell und flexibel neue Telefonnebenstellen einrichten.

VoIP-Gateways werden überflüssig: Dank des SIP-Trunks müssen Sie keine VoIP-Gateways in einer lokalen Telefonanlage einsetzen. Alle Anrufe werden via IP geführt. Es findet keine Umwandlung von „analog” zu „digital” mehr statt. Dadurch verbessert sich außerdem häufig die Tonqualität der Telefonate.

 

Nutzen Sie bereits die SIP-Trunk-Technologie? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gern in die Kommentare.

 


Alexander Stati
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