Was sind Cloud-Anwendungen und welche gibt es?

Technologie

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Datum 10.08.2021
Lesezeit 5 Min.

Was sind Cloud-Anwendungen und welche gibt es?

Vorbei sind die Zeiten, in denen beispielsweise IT-Techniker fremder Firmen in zeit- und kostenintensiven Prozessen Software auf Firmenrechner aufspielen mussten. Flexible Cloud-Lösungen bieten Rechenleistung und Speicherplatz. Sie werden mit Hilfe von Cloud-Anwendungen kundenorientiert und beliebig skalierbar über die „Wolke“ gebucht und von den Kunden genutzt.

Was Cloud-Anwendungen sind, mit welchen Bereitstellungsmodellen sie verfügbar gemacht werden und wie Ihr Unternehmen von ihnen profitieren kann erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Was ist eine Cloud-Anwendung?

Eine Cloud-Anwendung ist ein Programm, bei dem ein Teil oder die gesamte Verarbeitungslogik und Datenspeicherung in der Cloud verarbeitet wird, also in einem Rechnerverbund im Internet. Die Benutzer:innen interagieren mit der Anwendung normalerweise über eine API (Programmierschnittstelle), einen Webbrowser oder eine mobile Anwendung. Die Datenverarbeitung wird meist durch eine Kombination aus dem lokalen, zugreifenden Gerät und einer Cloud-Computing-Lösung verwaltet.

Das Besondere hierbei ist, dass dem/der Anwender:in meist nicht genau bekannt ist, wo die Datenverarbeitung erfolgt. Häufig erfolgt diese über mehrere physische Rechenzentren verteilt und parallel, was nebenbei für mehr Sicherheit vor möglichen Datenverlusten sorgt. Hieraus entstand auch der Begriff der „Cloud”, bei der man wie in einem Nebel nicht genau sieht, wo gerade was passiert.

 

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Welche Verbreitungsmodelle für Cloud-Anwendungen gibt es?

Function-as-a-Service (FaaS): Bei Function-as-a-Service (FaaS) bezahlt der Kunde nicht für Speicher oder Software auf Zeit, sondern dreht die Cloud-Nutzung gewissermaßen um. FaaS verlagert gezielt einzelne Funktionen (meist Teile der Geschäftslogik) in die Datenwolke. Der Kunde „erwirbt” hier allein das Errechnen eines Ergebnisses.

FaaS-Dienste arbeiten nach dem sogenannten Request-Response-Prinzip: Die gewünschte Funktion wird jeweils einzeln durch ein Event (also eine Abfrage) vom Kunden aufgerufen. Sie liefert ihr Ergebnis zurück und fällt wieder in den vorherigen Zustand. Die eigentlichen Daten für die Funktion und das Ergebnis der Berechnung(en) werden kundenseitig gespeichert.

Mit AWS Lambda gehörte Amazon zu einem der ersten FaaS-Anbieter. Microsoft bietet mit Functions serverloses Computing für Azure an. Googles FaaS-Service heißt Cloud Functions und startete im Jahr 2018.

Infrastructur-as-a-Service (IaaS): Bei IaaS-Anwendungen stellt ein Drittanbieter die Infrastruktur und den Infrastruktursupport in der Cloud bereit. Der Softwaredesigner hingegen kümmert sich um die Middleware, die Anwendungen und den Anwendungssupport. Der Begriff Middleware bezeichnet die Software zwischen dem Betriebssystem und der Anwendung.

Ein Beispiel dafür ist Googles Compute Engine, ein Unterprodukt der Google Cloud Platform. Sie soll Entwicklern den Zugriff auf dieselbe Infrastruktur ermöglichen, die Google bei eigenen Produkten verwendet, um bei Bedarf Nutzungsspitzen zu bewältigen.

Containers-as-a-Service (CaaS): CaaS beschreibt ein weiteres Bereitstellungsmodell aus dem Cloud Computing. Mit Hilfe von CaaS lassen sich Anwendungen in Cloud-Containern verpacken und sowohl über lokale Rechenzentren, als auch aus der Cloud heraus bereitstellen und verwalten.

CaaS eignet sich besonders für Entwickler, die containerbasierte Anwendungen (wie beispielsweise Apps) sicherer und skalierbar machen wollen und dabei auf integrierte Entwicklungsumgebungen oder andere, zusätzliche Cloud-Dienstleistungen verzichten können oder wollen. Bekannte Beispiele für CaaS-Lösungen sind Azure Container Service von Microsoft, Google Container Engine und Amazon EC2 Container Service.

 

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Software-as-a-Service (SaaS): Mit dieser Form für Cloud-Anwendung sind wahrscheinlich die meisten Nutzer:innen bereits vertraut. Hierbei handelt es sich um die Cloud-Anwendung eines Drittanbieters, bei der der Anbieter nicht nur die Hardware zum Ausführen der Anwendung, sondern auch die Software liefert sowie für deren Aktualität und Sicherheit sorgt.

Ein typisches Beispiel für SaaS-Anwendungen ist Google Workspace (vormals G Suite), das  Gmail, Google Drive, Google Docs und so weiter beinhaltet. Durch die Verwendung einer SaaS-Lösung müssen keine teuren Geräte oder Lizenzen gekauft werden. Darüber hinaus können Kund:innen vom konstanten Support für Hardware und Software profitieren.

Everything as a Service (XaaS): Everything as a Service ist unter anderem eine Bezeichnung für Dienste und Anwendungen, auf die Nutzer:innen auf Anfrage im Internet zugreifen können. Die Bezeichnung Anything as a Service (ein anderer Name für XaaS) ist jedoch nicht auf digitale Produkte beschränkt. Durch die Nutzung bestimmter Online-Dienste können Sie praktisch alles erhalten, etwa medizinischen Beratungen, ohne Ihr Zuhause oder Büro verlassen zu müssen. Daher stammt das „Alles“ im Namen.

Platform-as-a-Service (Paas): Eine PaaS-Plattform wird von Kunden aus dem Entwicklerbereich gemietet, um beispielsweise Apps für Smartphones, aber auch komplexe Webdienstleistungen und native Software für Mac oder PC in der Cloud entwickeln zu können. Der Anbieter der PaaS-Lösung kümmert sich dabei um die entsprechende Entwickleroberfläche, führt notwendige Updates durch und sorgt dafür, dass Ihre wertvolle Programmierarbeit durch Back-ups gesichert ist. Das Hosting Ihrer Entwürfe, Quellcodes und Daten erfolgt auf Cloud-Servern, die je nach Anbieter weltweit verteilt sein können.

Datacenter-as-a-Service (DCaaS): Eine noch recht neue Cloud-Anwendung sind ganze Datencenter „als Dienstleistung”, beziehungsweise SDDC (Software-Defined Data Centers). Bei dieser Cloud-Anwendung werden im Gegensatz zum IaaS-Modell nicht nur Rechenleistung und Speicherplatz gemietet, sondern ganze Rechenzentren frei konfiguriert und für Kund:innen zur Verfügung gestellt.

Workplace-as-a-Service (WaaS): WaaS ähnelt der SaaS-Lösung, geht jedoch noch einen Schritt weiter: Statt den Kund:innen „nur” Speicher- und Rechenressourcen sowie eine Software zur Verfügung zu stellen, wird der komplette Arbeitsplatz durch die Anbieter eingerichtet. Dies beinhaltet neben der Software auch Hardware. WaaS-Arbeitsplätze werden nicht „einmalig bezahlt”, sondern meist, wie andere Cloud-Dienstleistungen auch, im Monatsabo gemietet.

 

Welche Vorteile haben Cloud-Anwendungen?

Oben haben wir Ihnen verschiedene Bereitstellungsmodelle für Cloud-Anwendungen sowie einige Beispiele bestimmter Hersteller vorgestellt. Welche Vorteile sich für Ihr Unternehmen durch den Einsatz von Cloud-Anwendungen ergeben können, haben wir im Folgenden kurz zusammengefasst:


Kosten niedrig halten: Da der Großteil der Rechenleistung und des Storage aus der Ferne abgewickelt wird, können Cloud-Anwendungen die Kosten Ihrer firmeneigenen IT-Infrastruktur senken: Sie müssen keine eigenen Server warten. Außerdem entfallen die Kosten für die Instandhaltung Ihrer Anwendungen vor Ort. Je nachdem, welche Software Sie lokal verwenden, kann beispielsweise das Abonnement eines vergleichbaren SaaS-Produkts auch Ihre Lizenzkosten drastisch senken.

Einfacher Zugriff: Cloud-Anwendungen sind nicht an einen einzelnen Computer gebunden – Ihr Unternehmen kann von einer Vielzahl von Geräten aus über jede Internetverbindung sicher auf die jeweiligen Anwendungen zugreifen und mit ihnen agieren.

Hohe Skalierbarkeit: Wenn Sie etwa einen Webshop betreiben, kann es zu bestimmten Zeiten wie um Weihnachten herum zu einer Mehrbelastung Ihrer Rechen- und Storagekapazitäten kommen. In einer Cloud-IT stellt dies jedoch kein Problem mehr dar: Sie können bei Ihrem Cloud-Anbieter jederzeit zusätzliche Kapazitäten dazu- und wieder zurückbuchen.

 

Benutzen Sie in Ihrem Unternehmen bereits Cloud-Anwendungen? Über Ihre Erfahrungsberichte in den Kommentaren freuen wir uns!

 


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