Was versteht man unter einer Hybrid Cloud?

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Datum 08.06.2021
Lesezeit 7 Min.

Was versteht man unter einer Hybrid Cloud?

Längst nicht jedes Unternehmen verfügt über die nötigen Ressourcen und hauseigenen Tools, um Big-Data-Auswertungen durchzuführen oder umfangreiche Web-Anwendungen zu hosten. Eine mögliche Abhilfe bieten öffentlich verfügbare, sogenannte Public Clouds. Doch hier kommt schnell der Datenschutz ins Spiel. Eine mögliche Lösung für das Dilemma des immer weiter wachsenden Datenbestands von Unternehmen sind Hybrid-Cloud-Umgebungen: Diese vereinen geschickt die Vorteile der flexiblen Public Clouds und der deutlich sichereren Private Clouds. Das steckt dahinter.

Hybrid Cloud: Das Beste aus zwei Welten nutzen


 

Immer mehr Daten, die via IoT, aber auch im Online-Handel gesammelt werden, immer mehr Möglichkeiten für Unternehmen insgesamt – doch wie soll das Ganze ausgewertet und in sinnvolle Entscheidungen überführt werden? Reicht dafür die vorhandene IT-Infrastruktur aus, oder müssen eventuell weitere Server angeschafft werden? Eine naheliegende Lösung ist, die Daten an einen externen Dienstleister in der Cloud auszulagern. Doch wie vorgehen? Das Angebot an sogenannten Public-Cloud-Diensten ist vielfältig. Allerdings haben insbesondere personenbezogene Daten in solchen Services eigentlich nichts verloren (mehr dazu später). So manche Private-Cloud-Umgebung ist hingegen genau wie die hauseigene IT-Infrastruktur vergleichsweise teuer und weniger flexibel.

Eine Lösung für dieses Dilemma ist die sogenannte Hybrid Cloud oder Mixed Cloud. Hierbei werden genau diejenigen Daten in der „öffentlichen” Cloud ausgewertet, die keinerlei Rückschlüsse auf Personen oder Geschäftsgeheimnisse zulassen. Die Zuordnung möglicherweise sensibler Daten und Sachverhalte erfolgt unter der Kontrolle des verwaltenden Unternehmens in der Private Cloud beziehungsweise weiterhin im hauseigenen Rechenzentrum.




Video: YouTube / the native web GmbH

 

Public-Cloud-Systeme und das Problem der Compliance

Das Prinzip der „öffentlichen” Cloud, die sozusagen Jedermann zur Verfügung steht, hat vor einigen Jahren den Markt geradezu revolutioniert. Eines der bekanntesten Beispiele ist hier sicherlich Microsoft 365 – aber auch der Google Workspace. Dokumente einfach online  bearbeiten, nie wieder speichern müssen und obendrein die Kolleginnen und Kollegen mit einbeziehen – die Public Cloud hat gerade im Bereich der Produktivitäts-Tools inzwischen enorme Bedeutung. Die jederzeitige Skalierbarkeit der Anwendungen und die besonders flexiblen Preismodelle insgesamt locken nicht wenige Unternehmen in solche Public-Cloud-Dienste. 

Die Vorteile von Public-Cloud-Systemen im Überblick: 

  • Flexible Abo-Modelle erlauben das jederzeitige Hinzubuchen oder Abbestellen von Cloud-Leistungen.
  • Dadurch, dass Unternehmen sich Systeme mit anderen Kunden teilen, spart der Anbieter Kosten, was Public-Cloud-Systeme vergleichsweise günstig macht.
  • Mit sogenannten Out-of-the-box-Lösungen entfallen jegliche Installationsarbeiten.
  • Durch die immense verfügbare Rechenleistung lassen sich auch Big-Data-Auswertungen und KI-Vorhaben problemlos durchführen.
  • Die meisten Public-Cloud-Systeme speichern jegliche Datenänderungen automatisch und sind durch Redundanz gegen Ausfälle geschützt.

Demgegenüber gibt es jedoch auch Nachteile:

  • Wo die Public-Cloud-Server konkret stehen, ist häufig nicht klar. Das kann zu Problemen mit der DSGVO führen, da beispielsweise in den USA andere Richtlinien gelten, was den Umgang mit Daten und deren möglicher Auswertung angeht.
  • Ebenfalls ist unklar, wer alles Zugriff auf die abgelegten Daten hat. Geraten sensible Unterlagen in die falschen Hände, können sowohl der Wettbewerbsvorteil, als auch das Kundenvertrauen dahin sein und empfindliche Strafen drohen.
  • Gerade bei sensiblen Daten ist nicht immer sichergestellt, dass sie jederzeit und in vollem Umfang wiederhergestellt werden können. 

 

Private-Cloud-Systeme und das Problem der Skalierbarkeit

Bis heute betreiben Unternehmen teils auf ihrem Firmengelände (sogenannte On-Premise-Lösungen), teils in kommerziellen Serverfarmen eigene Rechenzentren mit unterschiedlicher Größe und Ausstattung. Hierbei ist jedes Unternehmen  mit einem solchen Serverpark fast schon verpflichtet, einen oder mehrere IT-Spezialisten fest anzustellen – um schnell reagieren zu können, sollte es ein Problem mit der eigenen Hard- oder Software geben und um die Systeme insgesamt zu warten. Auch regelmäßige Updates sind in solchen Umgebungen  fast immer Sache des betreibenden Unternehmens. Ob hierbei eigene Server auf dem Firmengelände betrieben werden oder Platz in einem Rechenzentrum angemietet wird, ist letztlich irrelevant. Lediglich beim Thema Ausfallsicherheit sind die Nutzer externer Rechenzentren gegenüber On-Premise-Lösungen meist im Vorteil.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen auch Private-Cloud-Anbieter. Diese stellen ihren Kunden exklusiv eine bestimmte Menge an Rechenleistung, Speicherplatz oder Tools, häufig in namentlich benannten Rechenzentren zur Verfügung. Diese sind von anderen Kunden teils hardware-, teils aber auch „nur” softwareseitig abgeschirmt. Die Verwaltung erledigt bis zu einem gewissen Grad der Kunde – der Betrieb der Hardware, das Thema Ausfallsicherheit und serverseitige Software-Updates sind hingegen meist Sache des Private-Cloud-Anbieters.

Die Vorteile von Private-Cloud-Systemen im Überblick: 

  • Kunden haben die volle Kontrolle über den Datenbestand und kennen (meist) den Serverstandort – somit ist optimale Compliance möglich.
  • Die Abschirmung nach außen ist durch entsprechende hard- und softwareseitige Mechanismen gewährleistet.
  • Die Backup-Frequenz kann frei festgelegt werden.

Demgegenüber stehen jedoch ebenfalls Nachteile:

  • Dadurch, dass Ressourcen exklusiv zur Verfügung stehen, sind Private-Cloud-Systeme im Betrieb normalerweise deutlich teurer als Public Clouds.
  • Notwendige Updates müssen je nach System jedoch weiterhin selbst durchgeführt werden.
  • Private-Cloud-Systeme sind nicht so einfach skalierbar wie ihre Public-Cloud-Pendants.

 

Hybrid-Cloud-Systeme: So funktioniert das perfekte Zusammenspiel beider Welten

Wie bereits eingangs erwähnt, kombiniert die Hybrid Cloud die Private Cloud mit einem oder mehreren Public-Cloud-Diensten. Spezielle, anbieterabhängige Steuerungssoftware koordiniert den Datenfluss und gewährleistet so, dass die Vorteile beider Ansätze zum Tragen kommen.

Im Gegensatz zu sogenannten Multi- oder Mixed-Cloud-Umgebungen, in denen mehrere Public- und Private-Cloud-Umgebungen miteinander kombiniert (und meist einzeln administriert) werden (müssen), gibt es für Hybrid-Cloud-Umgebungen meist nur eine einzelne zentrale Verwaltung und Steuerung.

Die Vorteile von Hybrid-Cloud-Systemen im Überblick:

  • Die Auswertung vieler Daten ist aufwendig – in der Public Cloud sind die Kosten dafür niedrig..
  • Sensible Daten hingegen verbleiben in der Private Cloud und werden hier regelmäßig(er) und meist wirksamer gesichert.
  • Spontaner Mehrbedarf an Rechenleistung, Speicherplatz oder anderen Lösungen kann dennoch flexibel hinzugebucht und auch wieder abbestellt werden.
  • Der Kunde verwaltet und kontrolliert das Gesamtsystem.

Die Tatsache, dass für eine Hybrid Cloud letztlich zwei Cloud-Varianten unterhalten und gepflegt werden müssen, kann zwar als Nachteil angesehen werden. Allerdings wiegen die Vorteile beim Thema Skalierbarkeit und der Datensicherheit diesen Nachteil meistens auf.

Ein Sonderfall der Hybrid Cloud ist die sogenannte Hyper Hybrid Cloud. Hier werden mehrere Hybrid-Cloud-Systeme miteinander verknüpft – ebenfalls mit dem Ziel, die Verwaltung des Gesamtsystems an zentraler Stelle durchzuführen. Die sogenannte Community Cloud wiederum wird von mehreren Unternehmen gemeinsam genutzt, die untereinander vertraut sind, beziehungsweise während eines gemeinsamen Projekts.

Noch mehr zum Thema Public Cloud, Private Cloud, sowie allgemeine Informationen zum Thema Cloud Computing und zu Cloud-Sicherheit erhalten Sie auch an anderer Stelle auf featured Business. 

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Arbeitet Ihr Unternehmen bereits mit einer Hybrid-Cloud-Umgebung? Wir freuen uns über Ihren Erfahrungsbericht.

 


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